Ferrari hat die Samstags-Krankheit! Vasseur: «Die Auswirkungen sind enorm»
Ferrari ist unter den Top-Teams das schlechteste im Qualifying. In den übrigen Sessions ist die Scuderia stärker. Was ist das Samstags-Problem der Italiener? Teamchef Fred Vasseur über Kleinigkeiten.
Ferrari ist das einzige Top-Team, das in der Saison 2026 noch keine Pole-Position holen konnte. Mercedes steht bei stattlichen 12, McLaren bei 3, Red Bull Racing bei 2. Und selbst Alpine kommt auf eine (Pierre Gasly in Monza). Ferrari startete maximal von Platz 2 in die 18 Grands Prix der laufenden Formel-1-Saison. Was ist da los?
Ferrari mit Qualifying-Problem
Tatsächlich tut sich die Scuderia immer wieder am Samstag schwer – und zahlt dann dafür am Sonntag im Rennen den Preis. So auch in Austin. Im Training war Ferrari jeweils am schnellsten. Im Q1 und Q2 ebenso. Und im entscheidenden dritten Qualifying sind dann plötzlich Kimi Antonelli (Mercedes) und die beiden Red Bull Racing-Piloten Max Verstappen und Isack Hadjar schneller. Nur Startplatz 4 und 5 für die Roten.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur zeigte sich dennoch insgesamt zufrieden. Leclerc wurde im GP Zweiter, Hamilton Vierter. Vasseur: «Insgesamt denke ich, dass es in Bezug auf Tempo und Umsetzung ein gutes Wochenende war. Alles lief gut, bis auf die letzte Runde im Q3.» Also, als es um die Startpositionen ging.
Vasseur: «Insgesamt denke ich, dass das Wochenende gut gelaufen ist und alles funktioniert hat. Was das Gesamtpaket angeht, läuft alles wie erwartet. Das Problem ist: Wir haben alle Runden, von der ersten Runde im FP1 bis zur letzten Runde im Rennen, in guter Form absolviert haben, abgesehen nur von den letzten beiden Runden im Q3 in der zweiten Hälfte. Ich glaube, dass wir dort wahrscheinlich etwas verpasst haben.» Eine bessere Startposition und damit eventuell den Sieg?
Kleinigkeiten haben enorme Auswirkungen im engen F1-Feld
Vasseur: «Das Leistungsfenster bei Auto und Reifen ist sehr eng. Und sobald man ein bisschen daneben liegt, verliert man schnell zwei oder drei Zehntel.» Und das sind im engen F1-Feld Welten. «Das bedeutet, dass man von einem super Ergebnis ins Nichts rutschen kann. Wegen Windböen oder weil man in der Auslaufrunde ein bisschen zu sehr ins Rutschen gerät. Oder man muss ein wenig abbremsen. Die Auswirkungen sind enorm.»
Ferrari-spezifisches Problem?
Dennoch scheint es oft so zu laufen: Ferrari ist in den Trainings stark, in den ersten beiden Qualifying-Sessions auch. Und dann, im entscheidenden Lauf, klappt es nicht und die Scuderia muss hinter der Konkurrenz starten.
Ist das also etwas Ferrari-Spezifisches? Vasseur sagt: Nein. Der Franzose: «Ich glaube, zumindest an diesem Wochenende traf das auf alle Teams zu. Wahrscheinlich hat auch Kimi einen Schritt nach vorne gemacht, denn man kann sich ja vorstellen, dass er vorher nicht ganz auf der Höhe war. Und für das Q3 hat er dann alles auf die Reihe bekommen. Aber ich denke, die anderen sieben Autos – abgesehen von Hadjar, also wahrscheinlich die anderen sechs – haben einen Rückschritt gemacht.»
Vasseur: «Die schnellste Runde von Charles stammt aus dem Q2. Sicherlich haben wir im Q3 nicht perfekte Arbeit geleistet. Das gilt für uns, das gilt für alle. Aber wir müssen alle Parameter zusammenführen, um zu versuchen, die Situation besser zu verstehen. Aber es ist so knapp. Bei Kleinigkeiten kann man schon aus dem Rennen sein. Wenn man nicht alles richtig hinbekommt, kann man von Platz 2 auf Platz 6 rutschen.»
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