FP2 Madring: Antonelli 1., Ferrari stark, Verstappen P6, Lindblad-Crash
Zweites freies Training zum Spanien-GP auf dem neuen Madring: Kimi Antonelli erzielt Bestzeit, vor den zwei Ferrari von Leclerc und Hamilton, Arvid Lindblad Viertschnellster – und dann ein Crash!
Der Madring – erste neue Formel-1-Rennstrecke seit Las Vegas 2023 – lässt wenig Raum für Fehler. Das mussten in der zweiten F2-Quali, vor dem zweiten F1-Training, die jungen Piloten Montoya, Maini, Varrone, Bennett und Herta erleben, Mauerküsse unterschiedlicher Intensität, Aus. Gemessen daran ging es im ersten Training der Königsklasse ja richtiggehend gesittet zu.
Was haben die Formel-1-Teams eigentlich an neuen Teilen nach Madrid gebracht? McLaren mit einem modifizierten Heckflügel. Auch Mercedes mit neuem Heckflügel, dazu mit Zusatz-Flügelchen beim Auspuff, ferner modifizierter Bremsbelüftung vorne.
Red Bull Racing mit verstärkten Luftleit-Elementen an der Hinterachse, dazu mit modifiziertem Vorderteil des Unterbodens; Ferrari mit verbesserter Verkleidung der Hinterradaufhängung. Alpine mit verbessertem Unterboden, Cadillac mit Modifikationen am Heckflügel und am Diffuser.
Ohne Neuheiten an den Autos auf dem Madring: Williams, Racing Bulls, Aston Martin, Haas und Audi.
Die zweite Trainingsstunde auf der tückischen Bahn begann bei 30 Grad, die Bahn bei 52,4 Grad. Aber ohne Fernando Alonso: Kupplungsprobleme am Aston Martin.
Die Bahn, schon im ersten Training mit anständigem Haftungs-Niveau, entwickelt sich rasant weiter. Bei der Abstimmung muss immer daran gedacht werden, dass diese Bahn schneller und schneller werden wird. Wer sein Auto zu sehr an die Verhältnisse vom zweiten Training anpasst, kann in der Quali verloren sein.
Weltmeister Lando Norris meldete sich am Funk: «Die Schaltmanöver sind ganz merkwürdig, da stimmt etwas nicht.»
Stand nach 10 Minuten: Antonelli, Piastri, Leclerc, Hamilton, der verblüffende Lindblad und Verstappen, alle schnellen 22 Herren auf den (gelb markierten) mittelharten Reifen von Pirelli. Haas-Fahrer Oliver Bearman schlug leicht mit dem linken Vorderrad an, gerade noch mal gut gegangen!
In der McLaren-Box wurde gearbeitet, da stimmte wirklich etwas nicht mit dem Getriebe von Norris’ Rennwagen.
An der Spitze rückte Ferrari-Ass Charles Leclerc bis auf eine Tausendstelsekunde an Leader Kimi Antonelli heran. Der Italiener wollte kontern – und wurde von Cadillac-Chauffeur Pérez zusammengestaucht. Kimi stöhnte am Funk: «Natürlich, immer der gleiche Kerl.»
Während sich Ferrari-Superstar Lewis Hamilton verbremste («ich habe grosse Mühe mit der Vorderachse»), rückte Max Verstappen an die Spitze, 50 Tausendstel schneller als Kimi Antonelli.
Die Fahrer hatten alle Hände voll zu tun mit ihren Autos, vor allem in jenen Kurven, die während des Einlenkens angebremst werden müssen.
Meldung von McLaren: Getriebewechsel, längere Pause. Gleichzeitig wurde Verstappen die Bestzeit gestrichen, weil der Red Bull Racing-Star zu sehr neben der Bahn war.
Stand nach 20 Minuten: Antonelli, Russell, Leclerc, Hamilton, Lindblad, Lawson, Piastri, Verstappen, dann die Audi von Hülkenberg und Bortoleto.
Gute Nachricht für die spanischen GP-Fans: Fernando Alonso nach 25 Minuten endlich auf der Bahn.
Die ersten Fahrer liessen die weichen Pirelli-Walzen aufziehen (rot markiert). Max Verstappen rückte damit auf Rang 3 hoch, aber das war nicht lange von Bestand.
Dann Leclerc (auf weich) neuer Leader, vor dem Racing Bulls-Fahrer Arvid Lindblad, das allerdings für wenige Sekunden, denn Kimi Antonelli übernahm wieder das Kommando, während George Russell im zweiten Mercedes seinen Versuch abbrechen musste. Hamilton hoch auf P2, 9 Tausenstelsekunden schneller als Leclerc.
Und wieder stand Lewis Hamilton einem Gegner im Weg, dieses Mal Yuki Tsunoda («Was macht dieser Kerl nur?»). Hamilton zog auf gleiche Höhe und machte eine entschuldigende Geste.
George Russell konnte sich im zweiten Anlauf auf den weichen Walzen nicht verbessern, Charles Leclerc dafür schon – hoch auf P2 hinter Antonelli.
Dann erstmals Schrott: rote Flagge nach Unfall von Arvid Lindblad, der 19-jährige Brite war okay, sein Racing Bulls-Rennwagen nicht. Lindblad hatte sein Auto beim Anbremsen aus der Kontrolle verloren. Fast gleichzeitig schlug Red Bull Racing-Fahrer linkerhand an der Mauer an.
Nach der Zwangspause gingen die meisten Piloten über die Dauerläufen, auf mittelharten Reifen, Verstappen (er auf weichen Reifen) monierte eine schwergängige Lenkung. Das Training ging ohne Lando Norris zu Ende (Getriebewechsel) und ohne Lindblad (Crash).
Top-Ten: Antonelli, Leclerc, Hamilton, Lindblad, Russell, Verstappen, Piastri, Tsunoda und Ocon, Audi auf 12 (Hülkenberg) und 13 (Bortoleto).
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