Marc Marquez (2.) hielt sich zurück: «Ich habe von Silverstone gelernt!»
Marc Marquez beendete das MotoGP-Zeittraining in Misano auf Rang 2. Welche Herangehensweise er am Freitag wählte und in welchem Sektor er mit Sicherheit keine Zeit auf Bezzecchi aufholen kann.
MotoGP-Champion Marc Marquez meinte am Donnerstag in Misano in der Pressekonferenz, dass er mit der Veröffentlichung eines Fotos, das seinen gezeichneten rechten Arm und die Schulter zeigte, alle Spekulationen rund um seinen Gesundheitszustand beenden wollte. So könne er sich jetzt vollkommen auf den Titelkampf konzentrieren.
Am ersten Trainingstag auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli stellte der neunfache Weltmeister einmal mehr unter Beweis, wozu er fähig ist. Im FP1 am Freitagvormittag fuhr er die schnellste Zeit, im Zeittraining am Nachmittag landete er eine Zehntelsekunde hinter Marco Bezzecchi (Aprilia) auf Rang 2.
Werden an diesem Wochenende wieder Marc Marquez und Bezzecchi die Schnellsten sein – so wie letztes Jahr? «Nein. Ich habe den Tag zwar auf Platz 2 beendet, aber es war nicht wie in Aragon, wo ich im gesamten Zeittraining immer in den Top-3 lag», räumte der 33-Jährige ein. «Ich hatte einige Schwierigkeiten und wir müssen versuchen, einen Schritt nach vorne zu machen. Klar, wenn es um eine schnelle Runde ging, war ich dabei. Aber wir haben gesehen, dass es sehr eng zuging. Das Qualifying am Samstag wird sehr wichtig sein, denn wenn du einen kleinen Fehler machst, kann dich das in die zweite oder dritte Startreihe zurückwerfen – und das ist derzeit in der MotoGP ein großes Problem.»
Im Zeittraining lagen sieben Fahrer innerhalb einer halben Sekunde und 15 innerhalb von 0,8 Sekunden. «In Misano ist alles etwas ausgeglichener. Aprilia ist stark in den schnellen Kurven, Ducati wiederum in den Stop-and-Go-Kurven», betonte Marquez. «Jedes Bike kann hier sein Potenzial entfalten. Unser Job ist es, das Beste für unseren Fahrstil zu finden.»
Nach den Erfahrungen, insbesondere in Silverstone, wo sich Marquez am Freitag zu sehr verausgabte und deshalb an den restlichen Tagen an seine körperlichen Grenzen stieß, hat er seine Strategie geändert. «Ich habe von Silverstone gelernt und wähle am Freitag eine andere Herangehensweise. Ich versuche, am Samstag und Sonntag meine bestmögliche Leistung abzurufen», erklärte der neunfache Champion. Wie anstrengend ist die Strecke in Misano? «Sehr anstrengend. Wir haben es letztes Jahr gesehen: Aufgrund der Tatsache, dass der Hinterreifen eigentlich nicht abbaut, kannst du von Beginn an bis zum Ende des Rennens pushen. Ich werde wie immer 100 Prozent geben.»
Wo Bezzecchi und Aprilia derzeit unschlagbar sind
Bezzecchi scheint insbesondere im dritten Sektor mit den schnellen Kurven die Nase vorn zu haben. Kann sich Marquez dort noch verbessern? «Dort gibt es für mich nichts mehr zu holen», schmunzelte Marquez. «Es ist nicht der Ort, um Zeit gutzumachen. Bez und Aprilia sind in diesen Kurven sehr schnell. So wie es sie auch in Assen oder Silverstone gibt. Wir wissen, dass sie dort sehr stark sind. Wir müssen versuchen, in anderen Bereichen schneller zu sein.»
Wäre Marc Marquez zufrieden, wenn er am Sonntag auf dem Podoum landen würde? «Ja. Das Podest würde ich sofort nehmen», lächelte er.
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