Bezzecchi (1.) auf Kurs bei Misano-Mission: «Ich kann mich noch steigern»
Aprilia-Ass Marco Bezzecchi gab sich zum Auftakt des San-Marino-GP keine Blöße. Nach Rang 2 im FP1 schmetterte «Bez» im wichtigen Zeittraining die Bestzeit auf seine Hausstrecke an der Adria.
Der WM-Dritte Marco Bezzecchi tat am ersten Fahrtag in Misano alles, um sich die beste Ausgangslage für die beiden Rennen in seiner Heimat zu schaffen. Bereits in der ersten Einheit auf der noch nicht perfekt aufgeheizten Hausstrecke fuhr der Pilot aus Rimini fehlerfrei – und schnell. Ohne die Brechstange auszupacken, steuerte der Pilot mit der Nummer 72 auf Platz 2. Dennoch: Ausgerechnet Marc Marquez hatte im FP1, wenn auch nur um 0,06 Sekunden, die Oberhand behalten.
Vor den Augen des mittlerweile nach Misano gereisten Mentors Valentino Rossi steigerte sich Bezzecchi im wichtigen Zeittraining weiter. Bezzecchi ging dabei sehr systematisch vor. Einem ersten Aufschlag mit einer hohen 1:31er-Zeit auf Medium-Reifen ließe er dann eine Mini-Rennsimulation mit nahezu identischen schnellen Umläufen folgen.
Im Finale der Session testete sich Bezzecchi dann aus und fuhr die RS-GP näher und näher ans Limit. Wie schon am Morgen wechselte die Führung mehrfach, dann auch wieder an Rivale Marc Marquez. Doch im Endspurt schlug der Bezzecchi-Hammer am präzisesten zu: 1:30,144 min. Damit war der Lokalmatador dem Rundenrekord bis auf ein Zehntel nahegekommen und nach hinten hatte sich «Bez» um ebenfalls 0,1 Sekunden abgesichert. Durchaus ein Statement – vor dem Hintergrund, dass sich die Ränge 2–10 dann binnen 0,4 Sekunden auffädelten.
Entsprechend zufrieden zeigte sich Bezzecchi mit seinem Status nach Tag 1. «Es war ein guter Start in das Event. und wir konnten unser Programm nach Plan absolvieren.» Bezzecchi konzentriert sich auf die eigenen Aufgaben, ein Blick in die Box von Ducati Lenovo und auf Marc Marquez blieb aus. Dennoch merkte der Hoffnungsträger der Italiener an: «Wir haben eine gute Basis gefunden – aber jetzt müssen wir das auch umsetzen und am Samstag den nächsten Schritt machen. Wir sind auf einem guten Weg, aber ich sehe noch mehrer Stellen, an denen ich mich steigern kann – mein Fahren selbst, aber auch was das Motorrad betrifft.»
Angesprochen auf die ausführliche Reifenerprobung ließ sich der Ex-Lehrling von Valentino Rossi nicht in die Karten schauen: «Ich bin hier auch schon Rennen mit den weichen Reifen gefahren. Das funktioniert und ist damit eine Option – aber auch die Medium-Variante ist eine Möglichkeit.« Und: Vergleiche mit dem schlagkräftigen Paket von 2025, mit dem er nur knapp den GP-Sieg in Misano verpasste, wollte der Italiener nicht ziehen: «Ich mache es hier wie sonst auch – ich steige ohne besondere Erwartungen auf und versuche, möglichst wenig nachzudenken über das, was alles passieren könnte.»
Am anderen Ende der Top 10, die es direkt ins Q2 schafften, platzierte sich Teamkollege Jorge Martin. Der Spanier, der in der WM-Tabelle 24 Zähler vor Bezzecchi liegt, verlor mit der identisch spezifizierten Werks-Aprilia 0,546 Sekunden. Mit Marc Marquez auf Platz 2 deutet damit alles darauf hin, dass sich die Top 3 der WM-Tabelle beim San-Marino-GP noch enger zusammenschieben werden.
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