FP2 São Paulo: F1-Champion Antonelli top, bittere Pille für Nico Hülkenberg
Im 2. Training schaffte Kimi Antonelli, was er in der ersten Session noch verpasst hatte: Er drehte die schnellste Runde. Audi-Werksfahrer Nico Hülkenberg musste hingegen einen Rückschlag hinnehmen.
Die brasilianischen Wettergötter meinten es nicht gut mit den Formel-1-Piloten, denn kaum durften sie im zweiten Training loslegen, nahte der Regen. Die Wetterexperten hatten die Regenwahrscheinlichkeit für die zweite Trainingsstunde nur mit 10 Prozent beziffert, dennoch meldete Red Bull Racing-Star Isack Hadjar schon die ersten Tropfen.
Das war vor allem für Ferrari-Star Charles Leclerc, McLaren-Pilot Oscar Piastri, Audi-Routinier Nico Hülkenberg, Williams-Fahrer Carlos Sainz und Sergio Pérez im Cadillac keine gute Nachricht, denn sie hatten das erste freie Training als Zaungäste verbracht, um dem Nachwuchs eine Chance auf Erfahrungskilometer zu geben.
Bittere Pille für Nico Hülkenberg
Entsprechend schnell füllte sich die Strecke, nur Hülkenberg liess auf sich warten. Denn an seinem Audi wurde noch heftig an allen Ecken geschraubt, nachdem Nachwuchsfahrer Freddie Slater im ersten Training gleichermassen plötzlich wie unerwartet alle Gänge verloren hatte und den in der Schweiz konstruierten GP-Renner am Streckenrand hatte abstellen müssen.
Nach den ersten Minuten wollte man das Auto wieder anfeuern, doch dann streikte die Elektronik, wie ein Team-Sprecher den TV-Kollegen von «Sky Sports F1» mitteilte. Kurz darauf bestätigte das Team, was befürchtet wurde: Hülkenberg würde es nicht rechtzeitig vor Ablauf der zweiten Trainingsstunde auf die Piste schaffen.
Frühe Zeitenjagd im zweiten Training
Hülkenbergs Teamkollege Gabriel Bortoleto liess sich davon nicht beirren und drehte vor heimischer Kulisse eine schnelle Runde, die ihm reichte, um in der ersten Viertelstunde den vierten Platz hinter Weltmeister Kimi Antonelli, McLaren-Ass Lando Norris und Red Bull Racing-Star Max Verstappen zu belegen. Allerdings währte die Freude des Lokalmatadors und seiner Fans nicht lange, denn George Russell schob sich kurz darauf auf Platz 4 und auch Leclerc war flotter unterwegs, sodass der junge Lockenkopf schnell durchgereicht wurde.
Nach den ersten 20 Minuten wurde es ruhiger, nur Hadjar und Pierre Gasly waren auf der Piste, bis sich Russell dazugesellte. Zu diesem Zeitpunkt führte Antonelli die Zeitenliste mit 1:11,824 min an. Die Runde hatte er auf harten Reifen gedreht. Hadjar, der schon auf der weichen Mischung ausgerückt war und eine schnelle Runde gedreht hatte, kam bis auf 15 Tausendstel an diese Zeit heran.
Immer mehr Fahrer wechselten auf die weiche Mischung und entsprechend viel Bewegung gab es auf dem Zeitenmonitor. Erst setzte sich Russell an die Spitze, dann übernahm Lando Norris mit 1:11.016 min die erste Position. Lewis Hamilton kam nicht an diese Zeit heran und auch Verstappen schaffte es nur auf 6 Tausendstel an die Bestmarke des McLaren-Piloten. Schliesslich legte der neue Champion mit 1:10,763 min eine neue Messlatte.
Formel-1-Neuling im Visier der Regelhüter
Zur Halbzeit führte der Mercedes-Star die Zeitenliste an, dahinter belegten Norris, Verstappen, Russell, Piastri, Hamilton, Bortoleto, Hadjar, Ollie Bearman, Franco Colapinto, Arvid Lindblad, Liam Lawson, Charles Leclerc, Fernando Alonso, Rafael Câmara, Carlos Sainz, Lance Stroll, Alex Albon, Pierre Gasly, Sergio Pérez und Valtteri Bottas die weiteren Ränge.
Auf der kurzen Piste kamen sich einige Fahrer in die Quere, so wurde etwa Leclerc ausgerechnet von Ferrari-Zögling Câmara aufgehalten, der im Haas-Renner nicht zur Seite fuhr. Die Regelhüter Nish Shetty, Loïc Bacquelaine, Vitantonio Liuzzi und Felipe Maluhy kündigten eine Untersuchung der Szene nach dem Ende des zweiten Trainings an.
Verstappen kämpfte weiterhin mit den Schaltvorgängen, bewies aber am Funk, dass er seinen Humor noch nicht verloren hatte. Als sein Team ihn darauf hinwies, dass man keine Lösung auf Knopfdruck habe, erwiderte er: «Äh, was soll das heissen? Muss ich selbst mit dem Motor sprechen?» Und er gab auch gleich ein Beispiel für eine Drohung in Richtung Kupplung.
Ganz zum Schluss wurden wieder einige Tropfen gemeldet, und Verstappen stieg sechs Minuten vor dem Ende der Session aus. An der Spitze änderte sich nichts mehr, Antonelli, der im ersten Training noch mit Platz 2 hatte Vorlieb nehmen müssen, durfte die Tagesbestzeit bejubeln. Hinter ihm belegten Norris und Verstappen die weiteren Top-3-Plätze.
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