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So erklärt Teamchef Stella die ungewöhnliche McLaren-Strategie

McLaren startete mit Reifen für eine feuchte Strecke in das Trockenrennen der Formel 1 in Kanada. Teamchef Andrea Stella erklärt, wie es zu dieser Entscheidung kam und was die Faktoren waren.

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Große Überraschung beim Rennstart in Kanada! Die Mehrheit der Fahrer startete auf Trockenreifen, darunter die meisten auf Soft, einige auf Medium. Nur sieben der 22 Autos gingen mit Intermediate-Reifen an den Start, also den Gummis für abtrocknende oder nur noch leicht feuchte Strecken. Es hatte vor Beginn des Rennens geregnet. Das Problem für die sieben Intermediate-Fahrer: Zum Start des Rennens war die Strecke trocken, sie mussten früh zum Reifenwechsel kommen und fielen zurück.

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Im Nachhinein waren die sieben Fahrer schlauer: Es war die falsche Entscheidung. Unter den sieben mit der ungewöhnlichen Reifenwahl waren auch die beiden McLaren-Piloten. Teamchef Andrea Stella gab nach dem Rennen Kontext zur Entscheidung. Und gab zu bedenken, dass mit einer anderen Startprozedur das Kräfteverhältnis auf den ersten Runden ganz anders hätte aussehen können.

Vor dem Rennen regnete es noch

Stella: «Man muss bedenken, dass die Reifen fünf Minuten vor dem Start montiert werden und dass wir in den etwa sieben Minuten, in denen wir eine operative Entscheidung treffen mussten, die Strecke unserer Einschätzung nach rutschig war. Schon auf trockener Strecke gab es Probleme, die Reifentemperatur zu halten, aber zu diesem Zeitpunkt war die Strecke rutschig und es regnete, sodass wir der Meinung waren, dass man in diesem Moment eine Entscheidung treffen musste, welche Reifen für die aktuelle Situation die richtigen waren.»

Verzögerung kostete McLaren womöglich den Vorteil

Das Problem aber: «Danach hörte der Regen sehr schnell auf, und es gab zudem eine doppelte Einführungsrunde, die diese Entscheidung zunichte machte.» Weil der Bolide von Arvid Lindblad manövrierunfähig in der Startaufstellung gestrandet war und weggeschoben werden musste, wurden gleich zwei zusätzliche, also drei Formation-Laps insgesamt, gefahren. Der Start verzögerte sich um mehrere Minuten. Gut für die Fahrer auf Trockenreifen – schlecht für die sieben Inter-Träger, die Helden hätten werden können, aber aussahen wie Idioten, wie Oscar Piastri sagte.

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Stella: «Ich hätte es sehr gerne gesehen, wie sich die Autos mit den Trockenreifen geschlagen hätten, wenn das Rennen zu dem Zeitpunkt gestartet wäre, zu dem es hätte starten sollen. Daher denke ich, dass wir ein bisschen Pech hatten, dass der Regen gerade aufgehört hatte und dass es eine doppelte zusätzliche Einführungsrunde gab – ich bin mir nicht mal sicher, wann wir das das letzte Mal gesehen haben.»

Einvernehmliche Entscheidung

Stella: «Rückblickend wurden wir also durch die Entscheidung bestraft, aber zu dem Zeitpunkt, als die Entscheidung getroffen werden musste, waren meiner Meinung nach die Bedingungen gegeben, um Intermediates aufzuziehen. Es hat sich nur sehr schnell geändert. Was die Entscheidungsfindung angeht, so war sie eigentlich relativ einvernehmlich zwischen den Verantwortlichen und den Fahrern. Ich habe mich selbst dafür ausgesprochen, denn als eine Entscheidung getroffen werden musste, wollte ich einfach sichergehen, dass wir Reifen hatten, mit denen wir die erste Runde überstehen konnten.» Im Übrigen kamen die McLaren in der ersten Runde sogar gut weg – mussten dann nur früh zum Stopp, fielen so zurück.

Wetterfrosch Stella: «Es wurde in der Boxengasse definitiv von dunkelgrau zu grau, also trocken. Ich denke aber, wir müssen immer etwas vorsichtig sein, wenn wir Entscheidungen nur anhand des Ergebnisses beurteilen. Man muss die Entscheidungen anhand des Zeitpunkts beurteilen, zu dem sie getroffen werden müssen. Da der Regen so ziemlich nach dem Fünf-Minuten-Signal aufgehört hat, bedeutete zusammen mit den zusätzlichen Einführungsrunden einen Nachteil auf Intermediates.»

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