Juan Pablo Montoya zu Ferrari, Hamilton und Leclerc: «Das darf nicht sein!»
Die Ferrari-Strategie mit Lewis Hamilton und Charles Leclerc gab viel zu reden nach dem spannenden Rennen in Zandvoort. GP-Sieger Juan Pablo Montoya findet harte Worte für Charles Leclerc.
Im unterhaltsamen Grand Prix der Niederlande rückte Ferrari-Superstar Lewis Hamilton in den Windschatten seines Stallgefährten Charles Leclerc. Der siebenfache Weltmeister forderte, man möge Leclerc auffordern, ihm, Lewis, Platz zu machen.
Daran dachte Leclerc keinen Moment, er fuhr weiter sein Tempo, bevor er zum Reifenwechsel an die Box fuhr. Wichtige Sekunden vergingen, Hamilton ist heute noch überzeugt, dass ihn das einen Podestplatz gekostet hat.
Juan Pablo Montoya hat sich diese Szenen mehrfach angeschaut. Der 50-jährige Doppelbürger (Kolumbien/USA), der in der Formel 1 sieben seiner 94 Grands Prix gewinnen konnte, kommt bei der AS Colombia zu folgendem Schluss: «In einer vergleichbaren Szene hat Mercedes das mustergültig gemacht – sie haben die Situation erkannt, sie wussten, dass Antonelli schneller ist, also kam die Anweisung an Russell, Kimi ziehen zu lassen, und der Engländer hat sich als Mannschaftsspieler erwiesen.»
Montoya, WM-Dritter 2002 und 2003 sowie IndyCar-Champion und zweifacher Indy 500-Sieger, findet dann harte Worte für Charles Leclerc: «Was dann aber Charles getan hat, das öffnet die Büchse der Pandora. Da hätte er ja gleich am Funk sagen können: ‘Ich stehe über dem Team, ich bin nicht einverstanden mit eurer Vorgehensweise, also mach ich auch keinen Platz.’ Das darf nicht sein! Das ist fürchterlich, denn es erzeugt im Team eine negative Atmosphäre, es erzeugt völlig unnötig Spannungen.»
Aber hat das Hamilton wirklich einen Podestplatz gekostet? Montoya ist nicht sicher: «Ich glaube nicht, dass es gereicht hätte. Aber hätte er gleich an Charles vorbeiziehen können, so wäre seine Chancen dazu sicher gestiegen.»
«Hamilton war zu diesem Zeitpunkt eine halbe Sekunde pro Runde schneller. Ferrari wollte das Richtige tun, aber Leclerc hatte ganz offenbar keine Lust, sich Hamilton zu beugen.»
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