WM-Leader Nico Bulega: Wieso Ducati für Magny-Cours keine Titelfeier plant
Ducati-Werksfahrer Nicolo Bulega ist auf Rekord- und Titeljagd. Welche Meilensteine er am kommenden Wochenende bei der Superbike-WM in Magny-Cours erreichen kann und was er auf der Habenseite hat.
Seit Mitte Juli macht der Superbike-WM-Zirkus Siesta, am kommenden Wochenende geht es in Magny-Cours in Zentralfrankreich endlich weiter und ins letzte Saisondrittel. 23 der bislang 24 Rennen hat Nicolo Bulega gewonnen, in Donington Park errang Ducati frühzeitig den WM-Titel in der Team- und Konstrukteurswertung.
Bulega zeigt Leistungen, wie wir sie in der seriennahen Motorrad-Weltmeisterschaft noch nie sahen. 25 saisonübergreifende Siege sind ebenso Rekord wie seine 37 Podestplätze in Folge. Und weitere Meilensteine sind in Reichweite. 2023 eroberte Alvaro Bautista (Ducati) 27 Siege in einer Saison, Bulega hält bei 23. Angesichts seiner grandiosen Form und noch zwölf Rennen ist das ein erreichbares Ziel. Bereits zehnmal hat der Italiener in seiner Karriere alle drei Rennen an einem Wochenende gewonnen. Würde ihm das in Frankreich erneut gelingen, zöge er mit Rekordhalter Toprak Razgatlioglu (11) gleich.
Bulega zerbricht sich nicht den Kopf
Rein mathematisch kann Bulega bereits in Magny-Cours Weltmeister werden, dieses Szenario ist aber unwahrscheinlich. Aktuell hat der 26-Jährige 133 Punkte Vorsprung gegenüber seinem Aruba-Teamkollegen Iker Lecuona auf dem zweiten Platz, 248 Zähler gibt es noch zu holen. Bulega müsste nach dem kommenden Wochenende mindestens 186 Vorsprung haben, um vorzeitig den Titel einzusacken. Er sollte also 53 Punkte mehr erobern als Lecuona, was bedeutet, dass der Spanier bei maximal erreichbaren 62 Punkten in drei Rennen fast leer ausgehen müsste.
Bulega ist auf Erfolg gebürstet, er hat bereits im Juli gesagt, dass er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht den Kopf mit Rechenspielen zerbricht. Abgesehen von der Unwahrscheinlichkeit, den Titel schon in Magny-Cours festzuzurren, kann sich Bulega auch einen besseren Ort dafür vorstellen. «Perfekt wäre in Cremona, bei einem Rennen in Italien, das wäre fantastisch», grinste der 43-fache Laufsieger.
Angenommen, Bulega würde alle drei Rennen in Magny-Cours gewinnen und Lecuona jeweils Zweiter, würde sein Vorsprung vor Cremona 145 Punkte betragen. Dann könnte er bei seinem Heimrennen 21 Zähler weniger holen als der Spanier und wäre trotzdem zum ersten Mal Superbike-Champion.
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