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Lange vor Lewis Hamilton: Williams mit Ferrari, ein fast vergessener Brite

Am 31. August 2014 verstarb in Malaga der Rennfahrer Jonathan Williams. Er ist als Ferrari-Werksfahrer beinahe vergessen, aber er war einer der britischen Vorgänger von Lewis Hamilton bei Ferrari.

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Lewis Hamilton tritt am 6. September mit Ferrari zum Grossen Preis von Italien an. Ein Brite in Maranello: Wie oft ist das eigentlich vorgekommen? Zwölf Fahrer aus Grossbritannien sind für Ferrari angetreten, aber der grosse Wurf wurde es nur für zwei – Mike Hawthorn und John Surtees, als Formel-1-Weltmeister 1958 und 1964.

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Der vor Lewis Hamilton letzte Pilot aus Grossbritannien in Maranello als Vollzeitpilot war Eddie Irvine. Nachdem sich Michael Schumacher in Silverstone 1999 Beinbrüche zugezogen hatte, wäre der Nordire um ein Haar gegen Mika Häkkinen Champion geworden. (Oliver Bearman sprang 2024 in Jeddah für Carlos Sainz ein.)

Von den Briten am meisten Rennen mit Ferrari hat Irvine bestritten (65), am meisten Rennen mit Ferrari gewonnen haben Surtees und Irvine (je 4), am meisten Pole-Positions eroberten Hawthorn und Surtees (ebenfalls je 4).

Nigel Mansell ist 1989 und 1990 für den berühmtesten Rennstall der Welt gefahren. Die Italiener verehren ihn bis heute wegen seines wagemutigen Fahrstils, sie tauften ihn damals zärtlich «il leone», den Löwen.

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Zu den fast vergessenen Briten in Diensten von Ferrari gehört Jonathan Williams: An diesem 31. August 2026 sind es zwölf Jahre her, dass der Engländer seine Augen für immer geschlossen hat.

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Rückblende – der Grosse Preis von Mexiko ging als Finale der Saison 1967 in die Geschichte ein: Jim Clark siegte, Denny Hulme eroberte dank seines dritten Ranges den WM-Titel, im letzten Rennen hinter seinem Teamleader Jack Brabham, in der WM jedoch vor ihm.

Für Ferrari-Kenner war das Rennen aus einer ganz anderen Perspektive interessant: Es war der einzige Formel-1-WM-Lauf des Briten Jonathan Williams, und das gleich den berühmtesten Rennstall der Welt, als Ersatzfahrer für seinen britischen Landsmann Mike Parkes, der sich bei einem üblen Crash in Spa-Francorchamps schlimme Beinverletzungen zugezogen hatte.

Die Rennleidenschaft von Williams war bei einem Besuch in Silverstone geweckt worden. Nach Einsätzen mit einem Mini tingelte Williams ab 1963 in der Formel Junior durch ganz Europa. Sein damaliger Mechaniker: ein gewisser Frank Williams ...

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In der italienischen Formel 3 der Saison 1966 fiel Williams dem grossen Enzo Ferrari auf. Ab 1967 war er scheinbar aus dem Nichts Werksfahrer geworden und erhielt viel Zeit hinter dem Lenkrad: Sportwagen, Formel 2, CanAm, F1-Tests.

Als Mike Parkes in Spa-Francorchamps seinen schweren Unfall hatte, brauchte Ferrari auf die Schnelle einen Piloten und beförderte Williams kurzerhand zum GP-Fahrer.

Vielleicht hätte Jonathan Williams das verlockende Angebot ablehnen sollen: Zwar schlug er sich mit Rang 8 in Mexiko beachtlich, doch der Abstand zu seinem Ferrari-Stallgefährten Chris Amon war für den Geschmack von Enzo Ferrari zu gross.

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Der Commendatore liess ihn so schnell fallen, wie er ihn engagiert hatte, vor allem, nachdem Williams in Modena einen Prototypen zerknüllt hatte.

Williams hielt sich anschliessend mit Sportwagenrennen über Wasser, Filmfans kennen ihn als Pilot des Kamerawagens Porsche 908 in Le Mans 1970 für den Kinofilm von Steve McQueen.

Der in Kairo geborene Williams verschwand anfangs der 70er Jahre aus der Rennszene, der Tod seines engen Freundes Piers Courage hatte seine Begeisterung für den Sport beendet, jahrelang wusste niemand, wo er sich aufhält.

Unser Leser Andreas Hackbarth hat ihn im Rahmen seiner Recherchen für ein Buch über Mike Parkes aufgetrieben und schrieb: «Ich traf Williams im Rahmen der Parkes-Recherche im September 2009 in Estepona, an der Südspitze Spaniens, in Sichtweite von Gibraltar. Er lebte in diesem simplen Camper mit ein bisschen Wäsche zum Wechseln und seinen CDs. Kurz vorher war eingebrochen wurden, sein spärlicher Besitz hatte sich dadurch weiter reduziert.»

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«Williams fährt mit dem Wohnmobil immer dorthin, wo es schön warm und sonnig ist: Spanien, Portugal, Frankreich, Italien. Für mich war der Dialog mit ihm eine Lektion in Sachen Demut. Er ist ein moderner Diogenes und hat sein Leben ganz bewusst aufs Wesentliche reduziert. Wir waren in seiner Stammkneipe im Hafen von Estepona, dort war er wohlbekannt und wurde von allen herzlich begrüsst. Auf meine Frage, ob die Leute dort eigentlich wüssten, dass er Ferrari-Werksfahrer war, kam eine Antwort, die typisch war für seine unaufdringliche Art: ‘Nein, warum sollten sie?’»

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