Rückkehr in die USA? Insider spricht von großen Plänen für die Superbike-WM
Trotz riesigem Interesse der Hersteller gastierte die Superbike-WM seit 2019 nicht mehr in den USA, damals in Laguna Seca. Die Pläne des Barber Motorsports Parks in Birmingham werden konkreter.
In der Superbike- und Supersport-WM sind derzeit zusammengenommen zehn Hersteller engagiert: Honda, Kawasaki und Yamaha aus Japan, QJ Motor und ZX Moto aus China sowie Bimota, BMW, Ducati, MV Agusta und Triumph aus Europa.
Und alle sind sich einig: Neben Rennen in den großen Wachstumsmärkten in Asien wäre vor allem ein SBK-Event in den USA wünschenswert. BMW-Geschäftsführer Markus Flasch sprach vielen seiner Kollegen aus der Seele, als er gegenüber SPEEDWEEK.com festhielt: «Wir sind als globaler Hersteller natürlich daran interessiert in einer globalen Serie zu fahren. Die WSBK ist in Wahrheit mittlerweile eine Europameisterschaft. Was die Dorna entscheidet und aus der Serie macht, liegt nicht in meiner Verantwortung. Ich glaube auch nicht, dass die Dorna ihre Strategie maßgeblich ändern wird, wenn wir in einem Land mitziehen. Derjenige, der die Serie ausrichtet, muss wollen.»
Eine Frage des Budgets
Ganz so einfach, wie die Forderung klingt, ist es für SBK Executive Director Gregorio Lavilla aber nicht. In den aktuellen Verträgen mit TV-Sendern und Sponsoren sind zwölf Veranstaltungen festgeschrieben, dafür wurden die Kalkulationen und Budgets gemacht. Käme ein 13. Meeting hinzu, erhält Promoter Liberty (vormals Dorna) dafür von seinen Partnern kein zusätzliches Geld, so ein Rennen müsste sich finanziell in jedem Fall selbst tragen. Das ist bei Überseerennen aber schwierig, weil Libertys Kosten bei diesen um den Faktor 3 höher sind als in Europa.
90 Prozent der Austragungsorte für die SBK-WM 2027 stehen fest, denn elf der zwölf Veranstalter aus diesem Jahr besitzen einen gültigen Vertrag.
Diese sind:
Phillip Island/Australien
Portimao/Portugal
Assen/Niederlande
Most/Tschechien
Aragon/Spanien
Misano/Italien
Donington Park/Großbritannien
Magny-Cours/Frankreich
Cremona/Italien
Estoril/Portugal
Balaton/Ungarn
Was Ungarn betrifft, herrscht allerdings große Unsicherheit. Der Balaton Park Circuit befindet sich im Privateigentum, die bisherigen Veranstaltungen wurden aber mit Geldern der öffentlichen Hand subventioniert. Ob das nach dem Regierungswechsel im Mai 2026 und mit neuem nationalem Promoter Hungaroring auch weiterhin so sein wird, darf bezweifelt werden.
Ohne Ungarn und Jerez wäre Platz für Überseerennen
Fliegt Ungarn aus dem Kalender, und wird der auslaufende Vertrag mit Jerez in Südspanien nicht verlängert, hätte Liberty zwei freie Spots, die mit Veranstaltungen in Asien (am ehesten Malaysia) und den USA belegt werden könnten.
Der Barber Motorsports Park in Birmingham/Alabama, zwei Autostunden westlich von Atlanta, zeigt schon länger Interesse an der Superbike-WM, den letzten Schritt zur Vertragsunterzeichnung haben die Amerikaner bislang aber nicht gewagt. Jetzt erfuhr SPEEDWEEK.com von einem Insider der Rennstrecke: «Wir haben große Pläne.» Die Rede ist von einem Fünfjahresvertrag, die Premiere soll im Rahmen des Vintage-Festivals Anfang Oktober 2027 stattfinden. So könnten zwei Großveranstaltungen mit unterschiedlichen Fangruppen kombiniert werden und SBK würde der US-Meisterschaft MotoAmerica aus dem Weg gehen.
Saisonstart 2027 ist am Wochenende 19. bis 21. Februar auf Phillip Island in Australien. Dort wurde die Saison über die Jahre meistens am letzten Februar-Wochenende eröffnet. Doch weil in dieser Woche 2027 die große Avalon-Flugshow auf der anderen Seite der Bucht von Melbourne stattfindet, rückt der SBK-Event eine Woche nach vorne.
Es ist – zumindest vorerst – das letzte Mal, dass die Superbike-WM auf der malerischen Insel mit einer der spektakulärsten Rennstrecken der Welt auftritt. Die MotoGP findet bereits ab nächstes Jahr in Adelaide statt,
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