Kimi Antonelli: «Gefahren wie meine Großmutter», Kampfansage an Russell
Kimi Antonelli konnte zwar sein Monza-Wunder nicht wiederholen, der Mercedes-Pilot fuhr aber trotzdem start nach vorne vor. Zum Sieg gereicht hat's u.a. nicht, weil er fuhr wie seine Oma, verriet er.
Nach einem gebrauchten Qualifying-Freitag hat sich Kimi Antonelli im Grand Prix am Samstag immerhin tapfer nach vorne gekämpft. Von Startplatz 16 fuhr er auf Rang 5 vor, holte so zehn Punkte für die WM-Wertung. Nach seiner fulminanten Aufholjagd in Monza bei noch schlechterer Startposition (P19) zum Sieg waren die Erwartungen an den WM-Leader natürlich groß gewesen, das Wunder zu wiederholen.
Antonelli im Schadensbegrenzungsmodus
Kimi Antonelli erklärte hinterher, warum es diesmal nicht reichte: «Ich bin heute ein bisschen wie meine Großmutter gefahren. Einfach im Schadensbegrenzungsmodus. Ich bin kein Risiko eingegangen. Bevor ich ein Manöver gewagt habe, habe ich mich vergewissert, dass ich es auch wirklich schaffen kann.»
Herangehensweise über Nacht verändert
Am Vortag hatte er noch ganz anders geklungen, nämlich im Kampfmodus. Doch über Nacht hat Antonelli seine Herangehensweise verändert. Der WM-Leader: «Hätte ich das Tempo gehabt, wäre es anders gelaufen. Hätte ich das gleiche Tempo wie in Monza oder in den vorherigen Rennen gehabt, wäre es anders gelaufen. Dann hätte ich einfach voll attackiert. Aber heute wurde mir sehr früh klar, dass es viel schwieriger war, zu überholen mit einer Kolonne von Autos, die alle im Überholmodus waren. Und dann hatte ich nicht das gleiche Tempo wie zuvor. Und wenn man sieht, dass so viele Leute Fehler machen, hält man sich ein bisschen zurück. Denn heute habe ich einfach die Fehler der anderen ausgenutzt und mich nach vorne gearbeitet.»
Dazu kam ein Schaden am Auto nach dem Neustart. Denn auch Antonelli hatte etwas von dem Massencrash, federführend ausgelöst durch Colapinto, abbekommen: «Ich hatte dann einen Schaden am Unterboden. Meine gesamte linke Seite war weg. Danach war das Auto sehr unberechenbar zu fahren. Ich habe trotzdem versucht, auf Platz 4 zu kommen, aber alles in allem ist es einer dieser Tage, an denen man mit Platz 5 zufrieden sein muss.»
Crash passierte direkt vor Antonelli
An dem Unfall schrammte Antonelli nur ganz knapp vorbei: «Ich habe gesehen, wie der Alpine ins Schleudern geriet, und habe sofort verlangsamt. Ich hatte mich gerade auf die Kurve vorbereitet, aber dann habe ich nicht gesehen, dass Ollie (Bearman, Anm.) so schnell von innen kam. Natürlich musste ich ausweichen, weil ich noch sehr nah am Alpine war. Ich hatte Glück, dass ich davongekommen bin. Nicht so viel Glück, dass ich schadfrei durchgekommen wäre, aber alles in allem war es in Ordnung.»
Kampfansage an Russell
Antonellis Teamkollege George Russell gewann den Aserbaidschan-GP. Es war sein dritter Saisonsieg. Antonelli büßte 15 Punkte Vorsprung in der WM-Tabelle ein. In Richtung Russell kam er aber mit einer klaren Kampfansage: «Ich werde dafür sorgen, dass ich nächste Woche die Rangordnung wiederherstelle. Und ich werde dafür sorgen, dass ich wieder mein gewohntes Niveau erreiche. Denn dieses Wochenende bin ich eher wie meine Oma gefahren. Es war also nicht der gewohnte Kimi. Aber zum Glück steht schon das nächste Rennen an, und ich freue mich wirklich darauf.»
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