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Euro Moto Supersport vor dem ersten Rennen: Dirk Geiger ist die Ruhe selbst
Die Euro Moto Superbike absolviert einen unruhigen Titelkampf beim Finale auf dem Hockenheimring. Lukas Tulovic erlebt eine herbe Klatsche. Laune des Titelverteidigers im Keller.
Drei Stunden musste das Team Triple M Ducati Frankfurt und der Euro Moto Superbike-Pilot Lukas Tulovic warten, bis die Kommissare der Serie ihre Entscheidung gefällt hatten: Disqualifikation und Strafversetzung auf Platz 9. Das Ergebnis der Superpole 2 war dem Titelverteidiger ersatzlos gestrichen worden. Lukas Tulovic konnte man ansehen, dass er innerlich auf 180 war und ein Kommentar eher nicht druckreif gewesen wäre. Auch Teambesitze Matthias Moster hatte ordentlich Puls nach der Verkündung des Urteils, doch immerhin war er zu einem Interview gegenüber SPEEDWEEK.com bereit.
Nach seiner Siegesserie, Tulovic hatte vier Mal in Folge gewonnen, wurde seine Ducati, und auch die seines Kollegen Lorenz Zanetti um weitere 500 Umdrehungen beschnitten. In Assen mussten die Piloten die Nummer noch mit einer gefühlvollen Gashand managen. Seit dem Rennen auf dem Nürburgring ist die Elektronik entsprechend programmiert.
Denn die Balance of Performance der Euro Moto Superbike fährt, im Gegensatz zu anderen Serien wie unter anderem der Italienischen Meisterschaft, die Null-Toleranz-Politik. Einmal drüber und raus bist du. Kontrolliert wird die Drehzahl über den Datenlogger, den seit diesem Jahr alle Superbikes mitführen müssen, und der von den DMSB/Euro Moto Technikern ausgelesen werden kann. Zanetti und Tulovic mussten seit Assen nach jeder Session vorreiten und ihre Drehzahlen kontrollieren lassen.
«Lukas ist in der Superpole 2 in der letzten Kurve, raus auf die Start-Ziel-Geraden, mit dem Hinterrad auf die grüne Fläche gekommen», erklärt Moser beim Versuch sachlich zu bleiben. «Doch den dabei entstanden Wheelspin kann ein Drehzahlbegrenzer nicht regeln. Er war weniger als eine Sekunde 100 Umdrehungen drüber. Und er hatte durch den Wheelspin ja eh schon einen Nachteil.» Während man in anderen Serien bei einer solchen Überschreitung zwar bestraft wird, erst mit einer Verwarnung, dann mit einer Zeitstrafe, werden in der Euro Moto gleich die großen Geschütze aufgefahren: Disqualifikation.
Für Lukas Tulovic ist die Lage nun extrem schwierig. Schon am Freitag hatte sein schärfster Konkurrent im Kampf um den Titel, Marcel Schrötter (BMW), einen schnellen Long Run hingelegt, bei dem keiner so wirklich mitkam. Durch die Disqualifikation muss Tulovic nicht nur aus der dritten Reihe los und hat eine Horde BMW-Piloten vor sich, sondern der Druck dürfte nun nochmals gestiegen sein.
«Sowas hemmt jetzt natürlich extrem», weiß Moser. «Dieses Damoklesschwert hängt jetzt über ihm und das Wissen, dass selbst eine Millisekunden eine solche Strafe nach sich zieht. Somit kann er nicht seine Linie fahren. Verständlicherweise ist Lukas‘ Stimmung jetzt ganz übel.»
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