Kimi Antonelli im Belgien-Qualifying: Perfektes Pole-Geschenk für Papa
Kimi Antonelli schaffte es im Belgien-Qualifying als Schnellster um den Circuit de Spa-Francorchamps. Er eroberte seine sechste Pole – und bereitete seinem Vater ein besonderes Geburtstagsgeschenk.
«Happy Birthday, Papa», funkte Kimi Antonelli, nachdem er auf der Kult-Strecke von Spa-Francorchamps die Pole erobert hatte. Der Teenager aus dem Mercedes-Team hatte einmal mehr sein Tempo und Talent unter Beweis gestellt und sich die beste Ausgangslage für den zehnten GP der Saison gesichert. Er hatte die 7,004 km lange Runde in 1:44,361 min geschafft.
Danach erklärte der Rennfahrer aus Bologna, dessen Vater am heutigen Samstag seinen 62. Geburtstag feiert, strahlend: «Es ist grossartig, auf Pole zu stehen. Es war keine reibungslose Session, die Streckenverhältnisse haben sich stark verändert. Aber ich konnte mich Runde für Runde verbessern und die Pole holen. Das war natürlich super, aber morgen kommt es dann darauf an, alles richtig zu machen.»
«Max Verstappen wird neben mir starten, es wird also wichtig sein, gut wegzukommen und in der fünften Kurve vorn zu sein», weiss der 19-Jährige, der sich selbst ein gutes Zeugnis ausstellte. «Meine letzte Runde war gut, ich konnte mich speziell im ersten Sektor stark verbessern. Es war eine gute Runde, aber natürlich hätte ich da und dort noch etwas finden können. Aber es war insgesamt eine ziemlich saubere Runde, mit der ich sehr glücklich bin.»
So lief das Qualifying:
Es dauerte knapp zwei Minuten, bis im ersten Qualifying-Segment die ersten Fahrer auf der Bahn waren. Die grauen Regenwolken vom Morgen hatten sich verzogen, sodass die Zeitenjagd unter strahlend blauem Himmel und bei knapp 22 Grad Celsius Aussentemperatur über die Bühne ging. Die Ersten, die sich auf der 7,004 km langen Strecke zeigten, waren die beiden Cadillac-Piloten, die sich im Windschatten-Spenden übten, wobei Valtteri Bottas als Erster den Wasserträger für seinen Teamkollegen Sergio «Checo» Pérez gab. Der Mexikaner stellte denn auch mit 1:49,307 min die erste Bestmarke auf, die schnell fiel.
Denn während das Duo Gas gab, rückten immer mehr Fahrer aus und zunächst setzte sich Red Bull Racing-Star Max Verstappen an die Spitze. Der vierfache Weltmeister legte die Runde in 1:45,930 min zurück und war damit der Schnellste – bis Weltmeister Lando Norris mit 1:45,865 min eine neue Messlatte legte. Damit blieb er vorerst an der Spitze, auch als alle anderen Fahrer ihre ersten schnellen Runden gedreht hatten, führte er die Zeitenliste an.
Doch noch hatten alle Fahrer die Gelegenheit, sich zu verbessern. Und abgesehen von Norris, Verstappen und Isack Hadjar, die die Top-3-Positionen belegten, rückten auch alle noch einmal aus. An der Top-3 veränderte sich nichts mehr. Lewis Hamilton verbesserte sich auf den vierten Platz, dahinter belegten George Russell, Arvid Lindblad, Charles Leclerc, Kimi Antonelli, Oscar Piastri und Liam Lawson komplettierten die Top-10.
Auch Gabriel Bortoleto, Pierre Gasly, Franco Colapinto, Nico Hülkenberg, Carlos Sainz und Ollie Bearman schafften auf den Plätzen 11 bis 16 den Sprung ins Q3, während die Zeitenjagd für Alex Albon, Esteban Ocon, Valtteri Bottas, Sergio Pérez, Fernando Alonso und Lance Stroll auf den Plätzen 17 bis 22 gelaufen war. Besonders bitter: Albon verpasste den Q2-Einzug um sieben Tausendstel.
Bitteres Ende für Audi-Pilot Nico Hülkenberg
Antonelli, der das Q1 nur auf dem achten Platz gelandet war, rückte im zweiten Abschnitt des Qualifyings früh aus und legte mit 1:45,142 min eine Zeit vor, die 1,2 sec schneller als seine Q1-Bestleistung war. Verstappen reihte sich nach seinem ersten Versuch mit 0,447 sec Rückstand auf Platz 2 ein, wurde aber von Norris auf Platz 3 verwiesen, dem nur 0,312 sec fehlten. Auch für den Champion währte die Freude nicht lange, weil Leclerc bis auf 0,255 sec an die Antonelli-Marke herankam.
Nach dem ersten Q2-Versuch war klar: Lawson, Gasly, Hülkenberg, Colapinto, Sainz und Bearman mussten sich verbessern, um auch im Kampf um die Top-10-Startplätze ein Wörtchen mitreden zu können. Für Aufregung sorgte auch Hamilton, der vier Minuten vor dem Q2-Ende ausstieg. Er hatte sich die vierte Position hinter Antonelli, Leclerc und Norris gesichert. Verstappen, Lindblad, Piastri, Russell, Hadjar und Bortoleto belegten die weiteren Top-10-Positionen.
Am Ende durften sich Antonelli, Leclerc, Norris, Hamilton, Verstappen, Lindblad, Piastri, Russell, Hadjar und Bortoleto auf den Top-10-Plätzen über den Q3-Einzug freuen, während Lawson, Gasly, Colapinto, Hülkenberg, Sainz und Bearman auf den Plätzen 11 bis 16 nicht mehr weiterfahren durften. Hülkenberg stoppte am Streckenrand und stieg aus. Danach half er den Streckenposten, das Auto von der Bahn zu schaffen. Der Funkverkehr mit seinem Renningenieur offenbarte: Der Deutsche wurde wegen eines Hydraulik-Lecks angewiesen, das Auto abzustellen.
Im letzten Quali-Segment rückten alle fast gleichzeitig aus und Piastri ärgerte sich über einen Audi, der ihm vor die Nase fuhr. «Das waren drei unsichere Abfahrten in einer, denke ich», funkte der Australier trocken. Verstappen legte mit 1:44,984 min eine erste Zeit vor, die gleich von Antonelli mit 1:44,840 min unterboten wurde.
Starke Pole-Runde von Mercedes-Star Kimi Antonelli
Auch Leclerc war schneller als der Red Bull Racing-Pilot, er kam bis auf 53 Tausendstel an die Zeit von Antonelli heran. Norris setzte sich mit 1:44,801 min an die Spitze. Der McLaren-Star hatte sich bereits im vergangenen Jahr die Pole-Position zum Belgien-GP gesichert. Der Brite führte die Zeitenliste vor Antonelli, Leclerc Verstappen, Hamilton, Russell, Piastri, Lindblad, Bortoleto und Hadjar an.
Sechs Minuten vor dem Ende wurde die Session kurz unterbrochen, weil in Stavelot Kieselsteine auf der Piste lagen. Diese wurden schnell von der Bahn geschafft, sodass bald wieder Gas gegeben werden durfte. Nach fünf Minuten ging es weiter und am Ende war Antonelli der glückliche Polesetter. Er schaffte die 7,004 km in 1:44,361 min. Verstappen hatte zuvor seine Runde beendet, die 0,317 sec langsamer ausfiel, obwohl er von Hadjar einen Windschatten bekam.
Norris, Russell, Leclerc, Hamilton, Piastri, Lindblad, Bortoleto und Hadjar komplettierten die Top-10. Hadjar wird das Rennen wegen der Überschreitung des Motor-Teile-Kontingents ohnehin vom Ende des Feldes in Angriff nehmen müssen. Auch Norris wird aus diesem Grund zurückversetzt, er wird von Position 12 ins Rennen starten.
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