FP3 Spa: Dominanter Auftritt von Kimi Antonelli, Crash von Lewis Hamilton!
Kimi Antonelli hatte den Freitag in Spa bereits als Schnellster beendet. Der Mercedes-Teenager gab auch im 3. Training das Tempo vor. Lewis Hamilton sorgte zum Ende der Session für Schrott.
Zum Start des dritten und letzten freien Trainings wurden die GP-Stars von 19,6 Grad Celsius Aussentemperatur und 33,9 Grad Streckentemperatur begrüsst. Zu den Ersten, die sich aus der Box wagten, gehörte auch Pierre Gasly, der am Vortag noch mit einem Crash für eine rote Flagge gesorgt hatte. Das Alpine-Team leistete ganze Arbeit und tauschte den alten Motor, das Getriebe und die ganze Heckpartie rechtzeitig aus, wobei es die Nachtruhe nicht brechen musste.
Der Franzose hatte auch mit Blick auf die Ersatzteile Glück im Unglück: Der alte Motor, der beim Crash im Heck seines GP-Autos eingebaut war, wurde zur Überprüfung in die Fabrik nach Enstone geschickt. Die ersten Runden liefen problemlos ab. Davon konnte Cadillac-Routinier Sergio «Checo» Pérez nur träumen, er berichtete am Funk über Verzögerungen seines Ferrari-Motors.
Trotzdem war der Mexikaner zunächst der schnellere der beiden Cadillac-Piloten, er blieb knapp zweieinhalb Zehntel schneller als sein Teamkollege Valtteri Bottas. Vor dem Duo reihten sich einige Fahrer ein und nachdem Isack Hadjar auf den mittelharten Reifen mit 1:48,231 min die Spitzenposition übernommen hatte, legte das Racing Bulls-Duo Arvid Lindblad und Liam Lawson nach. Der Rookie ist mit dem Update unterwegs, das er sich im Qualifying von Silverstone mit der besseren Position erkämpft hatte. Trotzdem war Lawson nach den ersten schnellen Versuchen mit 1:47,786 min der schnellere der Beiden.
Ungeplanter Stopp von Isack Hadjar
Lawson blieb zunächst auch schneller als das McLaren-Duo Lando Norris und Oscar Piastri, das sich hinter ihm auf den Positionen 2 und 3 einreihte. Erst als Lewis Hamilton auf weichen Reifen in 1:47,436 min um die 7,004 km lange Strecke flitzte, musste der Neuseeländer die Spitzenposition abgeben.
Auch nach den ersten 15 Minuten hatten noch nicht alle Fahrer eine gezeitete Runde gedreht. Tatsächlich liessen sich mit Max Verstappen, Kimi Antonelli, Charles Leclerc und George Russell vier Spitzenkandidaten für die Pole viel Zeit, bevor sie ausrückten.
Nach 18 Minuten schnappte sich Lindblad mit 1:47,342 min an die Spitze, während Leclerc und Verstappen ausrückten. Noch während der Ferrari-Pilot und Red Bull Racing-Star dabei waren, ihre ersten schnellen Versuche zu absolvieren, legte Hamilton mit 1:46,789 min an die Spitze. Davon war Verstappen bei seiner ersten Runde weit entfernt, ihm fehlten 0,378 sec auf die Bestmarke. Noch schlechter erging es seinem Teamkollegen Hadjar, der am Ende der Boxengasse stehenblieb, weil er keine Power mehr hatte.
Ausrufenzeichen von Kimi Antonelli
Hadjar musste von den Red Bull Racing-Mechanikern zurückgeschoben werden. Antonelli liess sich davon nicht beeindrucken, er rückte als Letzter aus und legte eine Sektor-Bestzeit nach der anderen hin. Am Ende war er mit 1:45,990 min acht Zehntel schneller als Hamilton. Soviel zum stärksten Verbrenner im Feld – den soll gemäss FIA ja das Red Bull Racing Team haben...
Zur Halbzeit führte Antonelli damit die Wertung vor Hamilton, Verstappen, Leclerc, Russell, Lindblad, Piastri, Hadjar, Lawson, Norris, Gasly, Albon, Bortoleto, Bearman, Sainz, Hülkenberg, Ocon, Bottas, Pérez, Colapinto, Alonso und Stroll an.
Hadjar rückte zum Start der letzten 20 Minuten auf den weihen Reifen aus, um die Zeit von Antonelli anzugreifen. Doch weil ihm Lance Stroll bei der Vorbereitungsrunde im Weg stand, musste er mit zu kalten Reifen ans Werk und kam nicht über den fünften Platz hinaus. Er beschwerte sich aber auch über die Tatsache, dass er mit den Vorderreifen keinen Grip mehr fand.
Während die britischen Kollegen darüber rätselten, warum George Russell knapp 1,3 sec langsamer als sein Teamkollege geblieben war – was ihm trotzdem die vierte Position einbrachte, rückte der Brite zu einem weiteren schnellen Versuch aus. Auch Verstappen und Leclerc nahmen eine schnelle Runde auf weichen Reifen in Angriff, während Antonelli und Hamilton noch in der Box verweilten.
Crash von Ferrari-Star Lewis Hamilton
In der letzten Viertelstunde wurde es damit wieder spannend. Verstappen schaffte es bis auf 0,148 sec an die Antonelli-Zeit heran, auch Russell verbesserte sich und verkürzte seinen Rückstand auf die Bestmarke des Teenagers auf 0,367 sec. Weltmeister Norris kam auf 0,139 sec an die Zeit von Antonelli heran, der seinerseits noch einmal die Box verliess, die Runde aber abbrechen musste, weil er den Gang nicht einlegen konnte, wie er am Funk erklärte.
Noch schlimmer erwischte es Lewis Hamilton, der zum Schluss der Session nach der 13. Kurve durchs Kiesbett bretterte und anschlug. Dabei beschädigte er seinen GP-Renner, sowohl die rechte Hinterradaufhängung als auch der Heckflügel wurden sichtlich in Mitleidenschaft gezogen.
An der Spitze änderte sich nichts mehr, Antonelli blieb mit 1:45,990 min der Schnellste, Norris, Verstappen, Russell, Hamilton, Leclerc, Piastri, Hülkenberg, Bortoleto und Hadjar komplettierten die Top-10. Damit hatte auch das Audi-Duo eine gute Performance hingelegt. Lindblad, Lawson, Colapinto, Bearman, Gasly, Albon, Bottas, Sainz, Ocon, Pérez, Alonso und Stroll komplettierten die Zeitenliste.
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