McLaren-Drehflügel: Weshalb die Entwicklung so langsam vonstatten geht
Das McLaren-Team hat sich mit dem ersten Strecken-Einsatz des Macarena-Heckflügels viel Zeit gelassen. Teamchef Andrea Stella sagt, warum sich seine Mannschaft bei der Entwicklung so viel Zeit lässt.
Als Ferrari bei den Vorsaison-Testfahrten mit dem Drehflügel auftrumpfte, reagierten die Konkurrenten und GP-Beobachter gleichermassen mit hochgezogenen Augenbrauen. Denn die Idee, ein Flügelelement im Straight-Line-Modus ein halbes Mal um die eigene Achse drehen zu lassen, überzeugte. Auch Red Bull Racing hatte in der Winterpause eine ähnliche Variante im Gepäck, die stetig weiterentwickelt wurde und auch für einigen Ärger sorgte.
Denn Max Verstappen flog sowohl auf dem Red Bull Ring als auch auf dem Silverstone Circuit ab, weil der Flügel beim Zurückklappen seinen Dienstwagen instabil machte. Das Team aus Milton Keynes entschied sich daraufhin, den Drehflügel vorübergehend nicht mehr einzusetzen, um die Auswirkungen des Bauteils genauer unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls nachzulegen.
Ein komplexes Projekt
Auch bei McLaren sorgt der Drehflügel für einige Kopfzerbrechen. Das Weltmeister-Team hatte seine Version davon bereits in Spielberg auf die Strecke bringen wollen, verschon den Einsatz auf der Bahn aber auf das Rennwochenende in Budapest. Auf dem Hungaroring durfte Leonardo Fornaroli diesen im ersten Training testen, danach verschwand der Heckflügel wieder vom Auto.
Teamchef Andrea Stella erklärte dazu: «Es war bisher ein kompliziertes Projekt.» Das sei nicht überraschend gewesen, schliesslich habe man gesehen, wie sich die Konkurrenz damit schwer tat. «Wir wussten also, dass es komplex wird, und ich muss sagen, dass unsere Konstruktionsabteilung dieses Projekt so umgesetzt hat, dass es gut funktioniert, was den Flügel betrifft, also die mechanische Betätigung und die Betätigungszeiten. Denn es gibt einige Einschränkungen durch die Vorschriften, nicht nur aus aerodynamischer Sicht.»
Test auf der Strecke unabdingbar
Dabei gehe es um die Aerodynamik des ganzen Fahrzeugs, nicht nur den Heckflügel, erläuterte der italienische Ingenieur. «Es geht darum, wie lange es dauert, bis der Anpressdruck wieder aufgebaut ist, wenn der Flügel zurückdreht. Denn es gibt da nicht nur aerodynamische Einschränkungen, sondern auch welche, die auf die Regeln zurückgehen», betonte Stella.
Die Erwartungen seien erfüllt worden, und nun werde man den Drehflügel bei weiteren WM-Runden auf der Strecke testen. Denn diese Tests seien unabdingbar, stellte Stella klar: «Ich denke nicht, dass der Windkanal da ein wichtiger Faktor ist. Dafür kann man andere Hilfsmittel nutzen, und das wichtigste davon ist bei einem derart komplexen Projekt natürlich der Test auf der Strecke. Deshalb war es wichtig für uns, die entsprechenden Daten zu erheben. Bei einem solchen Projekt kann man sich nicht ausschliesslich auf den Windkanal verlassen.»
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