Forward-Sensation Alex Escrig (3.): «Haben 2026 viele Chancen ausgelassen»
Alex Escrig holte in Silverstone seinen ersten Podestplatz in der Moto2-WM. Weshalb der Kumpel von Pedro Acosta mit der Forward 2026 so schnell ist und was in der Zukunft noch alles möglich ist.
Schon in der Moto2-Saison 2025 sorgte Alex Escrig mit dem exotischen Forward-Chassis für einige Top-10-Ergebnisse und Überraschungen. In diesem Jahr ist der Spanier bei den Trainings und Rennen regelmäßig in den vorderen Rängen zu finden. Dass der Kumpel von Pedro Acosta über viel Talent verfügt, ist unbestritten. Doch die Leistungssteigerung in dieser Saison ist auch darin begründet, dass die Forward mit dem WP-Fahrwerk, welches das Underdog-Team seit 2026 einsetzt, bestens harmoniert.
Escrig erzielte 2026 bereits mehrere Top-10-Resultate, in Brasilien wurde er sogar Vierter. Einzig für eine Podestplatz reichte es bislang nicht – bis zum britischen Grand Prix. In Silverstone stellte Escrig seine Forward im Qualifying auf Startplatz 8. Im Rennen lag Escrig in den letzten Runden zunächst eine Sekunde hinter dem Führungs-Quartett, das sich um den Sieg stritt. Manuel Gonzalez, Ivan Ortola, Filip Salac und Daniel Holgado lieferten sich ein sehenswertes Duell. Nach dem fatalen Fehler von WM-Leader Gonzalez wurde das Klassement nochmals durchgemischt. Zur Erinnerung: Am Ende der vorletzten Runde glaubte der Intact-Pilot, dass das Rennen zu Ende war. Gonzalez feierte sich bereits als Sieger und ging etwas vom Gas – Holgado krachte ihm ins Heck, worauf der Auspuff an der Kalex des Spaniers verbogen war.
Nachdem Gonzalez zurückfiel, waren Salac, Ortola, Holgado und nun auch Escrig zur Stelle. Alle vier lagen zu Beginn der letzten Runde dicht beieinander. Dann rutschte Holgado das Hinterrad weg, er konnte einen Sturz gerade noch vermeiden. Gut für Escrig – er schlüpfte durch und war neuer Dritter. In der Zwischenzeit hatten sich Salac und Ortola aus dem Staub gemacht. Escrig behielt die Nerven und überquerte als Dritter die Ziellinie – es war sein erster Podestplatz in der Motorrad-WM.
Alex Escrig: «War nicht ganz unerwartet»
«Wenn ich mir das Wochenende ansehe, war es nicht ganz unerwartet», meinte Escrig nach dem Rennen. «Ich war sehr gut unterwegs und hatte einen guten Speed. Ich hatte das Gefühl, dass ich es schaffen kann – auch nach dem Qualifying am Samstag war ich sehr ruhig. Ich bin dort vielleicht nicht die Runde gefahren, damit ich in der Startaufstellung vorne stehe, aber ich tat mir leicht. Ich bin sehr happy damit, was wir erreicht haben. Nach all der Arbeit, die wir in das Motorrad hineinsteckten, haben wir etwas Großartiges erreicht.»
Vor dem Rennwochenende war sich Escrig noch nicht sicher, dass es in Silverstone mit dem ersten Moto2-Podium klappen könnte. «Wenn man mich am Donnerstag gefragt hätte, dann hätte ich geantwortet, dass ein Platz unter den Top-5 oder Top-8 möglich ist», so der 22-Jährige. «Es ist eine schnelle Strecke, die ich sehr mag, aber ich habe es mit den Top-Jungs aus der Moto2-WM zu tun, die wirklich schnell sind. Ich glaube jetzt, dass wir in den nächsten Rennen noch mehr erreichen können. Ich kann einer der Jungs sein, der in jedem Rennen vorne dabei ist.»
Was macht Alex Escrig in dieser Saison so schnell? «In dieser Saison haben wir schon sehr viele Chancen ausgelassen. Ich bin dieses Jahr sehr schnell, aber wir haben oft kleine Fehler gemacht», grübelte er. «Ich mag das Motorrad sehr und ich fühle mich damit sehr wohl. Möglicherweise verstehe ich jetzt, was das Bike benötigt. Zudem hat sich das Motorrad stark verbessert – letztes Jahr waren Top-10-Platzierungen möglich, aber kein Podium. Wie verbessern uns weiter und wissen, was es braucht, um besser zu werden. Wir beginnen jetzt, konstant vorne dabei zu sein – unabhängig von den anderen Fahrern. Jetzt müssen wir verstehen, was uns in Silverstone auf den Sieg fehlte.»
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