Nico Hülkenberg/Audi: Knallharte Strafe der FIA, Platz 9 zu Unrecht futsch?
Audi-Routinier Nico Hülkenberg schien mit dem neunten Rang für eine kluge Strategie belohnt zu werden, aber dann kannte die Rennpolizei keine Gnade: Strafe nach Kollision mit Sainz, Punkte weg.
Was für eine emotionale Achterbahnfahrt in diesem durchgeknallten Grossen Preis von Monaco für den 38-jährigen Deutschen Nico Hülkenberg: Zunächst Frust wegen Williams, trotz kluger Strategie, dann in den Punkten als Neunter, doch am Ende verlor der Emmericher alles, weil der Audi-Fahrer für eine Berührung mit dem Williams von Sainz eine knallharte Strafe erhielt – zehn Sekunden, damit nur P14.
Hülkenberg kam aus der ersten Runde auf P13 zurück und hielt diese Position eine Weile. Am Audi-Kommandostand war klar: Wenn man sich hier nichts einfallen lässt, dann wird das nichts mit Punkten.
Hülkenberg wurde daher früh hereingeholt für harte Reifen, mit dem Ziel, später vorzurücken, wenn sich die Rivalen ebenfalls frischen Gummi abholen müssen.
Diese Rechnung schien aufzugehen, denn Hülki machte Boden gut. Er lag zwar nun auf P14, doch boxenstoppbereinigt schon in den Punkten. Dann kam der clevere Trick von Williams.
Die Briten hatten das schon im Rennen 2025 vorgemacht. Mit den zwei Autos unmittelbar hintereinander lässt der hintere Williams-Fahrer die Rivalen verzweifeln, während der vorne liegende Williams davonziehen kann. Das erzeugt ein Zeitpolster für einen Boxenstopp. Nachdem der erste Williams dann auf die Bahn zurückgekommen ist und seine Position halten konnte, wird das umgedreht, und nun spielt der Mann auf frischen Walzen die Blockade.
Das ist im Rahmen der sportlichen Regeln nicht verboten, bringt aber die Gegner zur Weissglut. Die möglichen Punkte von Hülkenberg schienen sich in Luft aufzulösen.
Sainz und Albon kontrollierten das Geschehen, Lindblad und Hülkenberg dahinter waren die Hände gebunden. Albon fuhr drei Sekunden langsamer pro Runde als normal. Dann erlaubte sich der Thai-Brite einen Fehler, Lindblad sagte Dankeschön, aber Hülki kam nicht an Albon vorbei.
Dann rote Flagge wegen der krümelnden Rennstrecke in der letzten Kurve. Weil Hülki in der Monaco-Quali das dritte Segment nicht erreicht hatte, gab es bei Audi für ihn noch einen Satz weicher Reifen.
Und nun zeigte Nico seinen ganzen Biss: In der Loews-Kurve ellbögelte er sich an Sainz vorbei. Dann patzte Albon, und Hülkenberg ging in der Hafenschikane am zweiten Williams vorbei. Audi damit auf P9, wie mit Gabriel Bortoleto beim WM-Auftakt in Australien.
Aber kurz vor Schluss der Hammer: Zehnsekunden-Strafe für Hülkenberg wegen der Sainz-Kollision, bitter, bitter.
Der Deutsche sagt: «Natürlich bin ich mit der Strafe nicht einverstanden. Wir kamen da zur Loews herunter, Ocon vor uns war gewaltig am Herumrudern, ich musste ganz an die Innenseite tauchen, dann schon auf dem Randstein, die Lenkung voll nach links eingeschlagen, dann hat Sainz zugemacht und ab da war die Berührung nicht mehr zu vermeiden. Für mich war das ein Rennzwischenfall.»
«Da ging es ziemlich hitzig zu und her, und es war verflixt knifflig, niemanden zu berühren. Ich habe mir das nochmals in Ruhe angesehen und kann diese Bestrafung nicht gutheissen.»
Hülkenberg bekommt Recht von GP-Sieger Ralf Schumacher, als GP-Experte der Sky-Kollegen hier in Monaco: «Das war schon sehr hart, Sainz hat ihm überhaupt keinen Platz gelassen.»
Zur beschädigten Rennstrecke sagt Nico: «Das hat mir schon vor dem Rennen Sorgen gemacht. Ich konnte das bereits während der Fahrerparade erkennen, und es war mir klar, dass dies Probleme erzeugen würde. Das war hässlich und unschön und hat gewiss einige Piloten in Schwierigkeiten gebracht.»
«Wir hatten eine gute Strategie, aber dann haben unsere Gegner halt gemacht, was alle gesehen haben, und das können sie den ganzen Tag lang tun. Und dagegen kannst du nicht viel machen.»
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