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Zu wenig Beatmungsgeräte: GP-Teams wollen helfen

​In England gibt es nur 5000 Beatmungsgeräte für Erwachsene sowie 900 für Kinder. Das öffentlich finanzierte Gesundheitssystem National Health Service (NHS) warnt: Das reicht nicht. GP-Teams bieten Hilfe an.

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Viel zu lang ist in Grossbritannien mit der Coronavirus-Krise zu lasch umgegangen worden. Statt zu handeln, übte sich Premierminister Boris Johnson selbstgefällig in Kriegsrhetorik. Beim "National Health Service", dem öffentlich finanzierten Gesundheitssystem von England, wurde Anfang Woche gewarnt: Es könnte bald knapp werden mit Beatmungsgeräten. 5000 davon gibt es für Erwachsene, 900 für Kinder. Die Zahl der Covid-19-Erkrankungen steigt ständig, alleine am Donnerstag kamen 643 neue Fälle hinzu, an jenem Tag verloren 40 Menschen den Kampf gegen die Lungenkrankheit. 3300 Erkrankungen sind bestätigt, aber Experten warnen vor einer erschreckend hohen Dunkelziffer.

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Sieben Rennställe haben ihr Rennwagenwerk auf englischem Boden: Mercedes-Benz, Red Bull Racing, McLaren, Renault, Racing Point, Haas und Williams. In Italien angesiedelt sind Ferrari und AlphaTauri, Alfa Romeo Racing lässt die Renner bei Sauber in der Schweiz bauen.

Am Montag kam seitens der Regierung der Aufruf an die englische Industrie, bei der Herstellung von Beatmungsgeräten oder Teilen davon zu helfen. Die sieben Teams aus England haben daraufhin ihre Hilfe angeboten. Rennwagen-Ingenieure sind es gewohnt, unter hohem Zeitdruck Teile oder Prototypen zu entwerfen, für die Spezialisten aus Produktion und der Testabteilung ist ein strammes Tempo ebenfalls Tagesgeschäft.

In welcher Art genau die in England beheimateten Teams helfen können, wird zusammen mit Fachleuten des University College von London geprüft. Dort haben viele Formel-1-Teammitglieder studiert. In das Projekt eingeschlossen sind auch die Firma "Innovate UK", für die Finanzierung, und "High Value Manufacturing Catapult", als Organisation für den Brückenschlag zwischen der akademischen Welt und den verschiedenen Technologie-Firmen.

Noch hat die Regierung nicht erklärt, ob und in welcher Art genau auf das Know-how der Rennställe zurückgegriffen wird. Die Formel 1 hat dazu bestätigt: "Ein Kollektiv aus jenen F1-Teams, die ihre Basis in Grossbritannien haben, Motorherstellern und ihren entsprechenden Technikzweigen wägt ab, wie man dem Aufruf der Regierung folgen kann, um die Herstellung von Beatmungsgeräten zu beschleunigen."

"Alle Teams haben Experten in den Bereichen Design, Spitzentechnik und Produktion, welche auf die schnelle Herstellung hochwertiger Bauteile spezialisiert sind. Wir hoffen, das lässt sich auf die Bedürfnisse der Regierung in dieser Krise umsetzen. Derzeit werden verschiedene Lösungswege unter die Lupe genommen, auch in Kooperation mit Produzenten und Organisationen aus der Luft- und Raumfahrt."

Die Regierung hat auch Firmen wie Rolls Royce, Jaguar Land Rover und Airbus um Hilfe gebeten.

NHS-Experten schätzen, dass in den kommenden Wochen bis zu 20.000 zusätzliche Beatmungsgeräte benötigt werden, um die Erkrankten zu behandeln.

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