McDonald widmete Sieg verstorbenem Bruder: «Ich liebe und vermisse dich!»
Archie McDonald sicherte sich in Spielberg den Gesamtsieg im Harley-Davidson Bagger World Cup. Der Australier zeigte viele Emotionen – er musste 2026 mit einem schweren Schicksalsschlag fertigwerden.
Ein achter Rang im letzten Saisonrennen des Harley-Davidson Bagger World Cups reichte Archie McDonald, um am Sonntag in Spielberg den Titel zu holen. Der Australier ist der erste Champion der neuen Rennserie, die 2026 die erste Saison bestritt.
McDonald hatte nach 12 Saisonrennen 202 Punkte auf seinem Konto – neun mehr als der Spanier Oscar Gutierrez. Platz 3 in der Endabrechnung belegte der Brasilianer Eric Granado.
Der erst 20-jährige McDonald war über das Jahr der konstanteste Fahrer. Beim Saisonauftakt in Austin siegte er im allerersten Rennen des Bagger World Cups. Lauf 2 in Texas beendete er auf dem dritten Platz. Es folgten zwei dritte Plätze beim zweiten Event in Mugello. In Assen holte er die Ränge 4 und 5 – in den Niederlanden musste er auch einen heftigen Crash wegstecken. Nach Platz 2 im ersten Rennen holte er in Lauf 2 in Silverstone seinen zweiten Sieg. In Aragon stand McDonald zwei weitere Male auf dem Podest. Die Ränge 2 und 8 auf dem Red Bull Ring reichten ihm dann, um den Titel zu holen.
Nachdem Archie McDonald in Spielberg über die Ziellinie fuhr und er als erster Champion des Harley-Davidson Bagger World Cups feststand, ließ er seinen Emotionen freien Lauf. Er jubelte und weinte, selbst im nachfolgenden Siegerinterview an der Rennstrecke konnte er die Tränen nicht zurückhalten – so groß war die Freude über das Erreichte.
In der Pressekonferenz im Media Center am Red Bull Ring sang «Maddog», wie er auch genannt wird, den anwesenden Journalisten ein Ständchen vor. Er gab Rocksongs wie «We are the Champions» von Queen zum Besten. Die Emotionen übermannten den jungen Racer. Neben seinen Erfolgen im Bagger World Cup, musste McDonald in diesem Jahr auch einen schweren privaten Schicksalsschlag verarbeiten. Im Frühjahr starb sein Bruder Toby.
Emotionale Saison
«Das war eine so emotionale Saison. Nachdem ich das Eröffnungsrennen gewonnen hatte und dann, wenige Wochen später, den Tod meines Bruders miterleben musste – das hätte ich mir nie vorstellen können. Mich von ihm zu verabschieden, mich von meiner Familie zu verabschieden und nach Übersee zu gehen, um weiter zu trainieren und diesen Traum weiterzuverfolgen … es ist eine solche Erleichterung, dass es sich nun ausgezahlt hat», betonte Archie McDonald. «Es tut mir so leid für meine Familie und meine Freunde, die ich in Australien zurückgelassen habe, um mich auf dieses Ziel zu konzentrieren. Jetzt werde ich mit ihnen feiern und meine Trauer weiter ausleben, denn ich habe sie die ganze Zeit in einer Ecke ganz hinten in meinem Kopf verdrängt.»
Es waren sehr offene Worte, die in Spielberg aus Archie heraussprudelten. «Ich widme diesen Sieg ganz und gar Toby. Ich liebe dich und vermisse dich so sehr, und ich halte meine Arme weit offen für jeden, der sie braucht», führte McDonald weiter aus. «Was meine Familie durchgemacht hat, ist keine normale Erfahrung, aber ihn in den letzten Runden mit mir auf dem Rücksitz meines Motorrads zu haben, war das beste zusätzliche Gewicht, das ich mir in irgendeinem Rennen hätte wünschen können.»
McDonald: Erfolge im Flat-Track und in der Supersport-Klasse
Der Gewinn der Meisterschaft ist für McDonald eine große Genugtuung. «Damit geht ein Traum in Erfüllung. Das sind Jahre und Jahre voller Rückschläge, Blut, Schweiß und Tränen, die in etwas gesteckt wurden», meinte er. «Ich kann allen hinter den Kulissen nicht genug danken – von meinem Manager über meinen Trainer bis hin zu meinem Vater, meiner Familie, meinen Freunden, dem gesamten Bagger World Cup und Joe Rascal Racing. Ich kann ihnen nicht genug danken. Es ist eine absolute Erleichterung und ein Ziel, das wir erreicht haben. Und wie ich zu meinem Bruder Toby gesagt habe: ‘Ich liebe dich und ich vermisse dich!’»
McDonald, der in seinem jungen Alter bereits fünfmaliger australischer Flat-Track-Champion ist und 2023 in der JuniorGP-Superstock-600-Wertung Gesamtrang 5 belegte, sagte am Ende der Pressekonferenz, dass er sich jetzt erst Mal betrinken werde. Die Gelegenheit dazu hatte er am Sonntagabend bei der großen Saisonabschluss-Party von Harley-Davidson im Schönberghof an der Rennstrecke. Gefeiert wurde stilecht zu Rockmusik von Iron Maiden und AC/DC. Cool!
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach