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Strategie-Wechsel bei Harley – stärkerer Fokus auf den Bagger World Cup

Harley-Davidson verkündete den werksseitigen Ausstieg aus der US-amerikanischen King-of-the-Baggers-Serie. Die Marke konzentriert sich ab 2027 auf den Bagger World Cup und den Amateur-Rennsport.

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2026 fand im Rahmen der MotoGP-WM die erste Saison des Harley-Davidson Bagger World Cups statt. Auf dem Red Bull Ring in Spielberg wurde vor eineinhalb Wochen der Australier Archie McDonald als erster Gesamtsieger gefeiert. In diesem Jahr fanden an sechs Events zwölf Rennen statt. Das Startfeld war überschaubar und bestand aus vier Teams sowie rund zehn Fahrern – je nachdem, ob Wildcard-Piloten dabei waren oder nicht. Die Duelle mit den Renn-Harleys waren spektakulär und unterhaltsam.

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Für Harley-Davidson war es eine erste Saison, um Erfahrungen auf der weltweiten Bühne zu sammeln. Der US-amerikanische Hersteller betonte stets, dass man die Serie in den nächsten Jahren ausbauen wolle – 2027 soll es mehr Teams, Fahrer und Rennen geben.

«Was wir in der ersten Saison des FIM Harley-Davidson Bagger World Cup erreicht haben, hat unsere Erwartungen übertroffen», sagte Jeffrey Schuessler, Direktor Global Racing Programs bei Harley-Davidson. «Wir haben unglaubliche Rennen erlebt, fünf verschiedene Sieger, jedes Team auf dem Podium und einen Titelkampf, der bis zum letzten Lauf ging. Aber am stolzesten bin ich darauf, wie unsere Teams, Fahrer, Partner, Händler und die gesamte Harley-Davidson-Community diese Meisterschaft unterstützt und dazu beigetragen haben, sie weltweit zum Leben zu erwecken. Das ist erst der Anfang. Wir haben nun eine unglaubliche Grundlage, auf der wir aufbauen können, und die Möglichkeiten, die vor uns liegen, sind enorm.»

Einen bedeutenden strategischen Schritt hinsichtlich des Wachstums hat Harley nun am 1. Oktober bekanntgegeben. Aufbauend auf der ersten Saison und der Partnerschaft mit der MotoGP, der IRTA und der FIM wird Harley-Davidson in den Ausbau des Bagger World Cup als wichtigste Racing-Plattform des Unternehmens investieren. Gleichzeitig wird das Engagement im Amateur-Rennsport, also an der Basis ausgebaut. Harley-Fahrern aus verschiedenen Disziplinen und mit unterschiedlichen Erfahrungsstufen will man zukünftig mehr und einfach zugängliche Wettkampfmöglichkeiten bieten.

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Der strategische Ausbau auf der weltweiten Bühne und an der Basis hat aber auch einen Einschnitt zur Folge. So wird Harley-Davidson nach der Saison 2026 seine Teilnahme am Werks-Rennsport und die offizielle Teamunterstützung in der «King-of-the-Baggers»-Serie in der MotoAmerica beenden. Sprich: Es wird 2027 kein Harley-Davidson Factory Racing Team mehr geben.

«Die Partnerschaft mit MotoAmerica hat einen maßgeblichen Anteil am Aufbau dieser Kategorie», hieß es seitens Harley-Davidson. «Das Harley-Davidson-Factory-Racing-Team glänzte auf der Rennstrecke, verhalf der Marke zu drei von sechs nationalen Meisterschaften und stellte mit Kyle Wyman den erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte der Kategorie, der 27 Einzelsiege errang.»

«Vielen Dank an MotoAmerica für die Partnerschaft und das Engagement für die King of the Baggers. Ohne ihre Unterstützung und die spannenden Rennen in der Serie hätten wir den Erfolg, den wir erzielt haben, nicht erreicht», sagte Jason Kehl, Technischer Direktor und Teamchef von Harley-Davidson Factory Racing. «Ich möchte auch Indian Motorcycle Racing für den harten Wettbewerb in jeder der sechs Saisons würdigen. Einen Rivalen zu haben, der uns konsequent dazu anspornte, unser Niveau zu steigern, hat unser Team besser gemacht, dazu beigetragen, die gesamte Kategorie auf ein höheres Niveau zu heben, und die Siege viel bedeutungsvoller gemacht. Wir sind äußerst stolz auf das, was Harley-Davidson Factory Racing, unsere Fahrer, Mitarbeiter, unterstützten Teams und Partner erreicht haben. Dieser Erfolg basiert auf dem Engagement und der technischen Kompetenz einer unglaublichen Gruppe von Menschen sowie auf der Unterstützung unserer Fans. Die Leidenschaft so vieler Harley-Davidson-Fans ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Bagger-Kategorie weiterwächst.»

Die Erfahrungen aus dem Rennsport – etwa das ingenieurtechnische Know-how und die Erkenntnisse zur Leistungsoptimierung – sollen laut Harley-Davidson zunehmend in den Bagger World Cup, die Motorradentwicklung sowie in die aus dem Rennsport abgeleiteten «Screamin' Eagle»-Teile und weitere High-Performance-Parts einfließen.

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Was diese strategische Entscheidung für die King-of-the-Baggers-Serie bedeutet, ist derzeit noch nicht abzusehen – insbesondere wie Konkurrent Indian damit umgeht. Zur Erinnerung: Im Gegensatz zum Bagger World Cup, der ein reiner Markencup ist und bei dem nur Harley-Davidson-Motorräder zum Einsatz kommen, treten in der US-amerikanischen Serie, die seit 2021 besteht, Bikes von Harley und Indian gegeneinander an. In diesem Jahr konnte Hayden Gillim den Titel für Indian nach Hause holen. Letztes Jahr hieß der Gesamtsieger Harley-Fahrer Kyle Wyman. Durch den werksseitigen Ausstieg von Harley-Davidson aus der King-of-the-Baggers-Serie müssen sich Wyman und auch der ehemalige MotoGP-Pilot Bradley Smith, der ebenfalls Harley-Werksfahrer ist, einen neuen Job suchen.

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