Euro Moto Supersport
Luca Göttlicher: Nach Geschwindigkeitsübertretung aufs Euro Moto-Podest
Wenngleich etwas im Schatten seines Bruders Kevin ist Leon Orgis zum soliden Top-10-Fahrer der deutschen Superbike-Meisterschaft gereift. In Assen wurde er einmal Neunter und einmal Achter.
Top-10-Plätze zu erreichen, ist aktuell in der Euro Moto Superbike nicht allzu schwer. So standen zuletzt in Assen gerade einmal zwölf Piloten am Start. Diese sind allerdings so ziemlich die Crème de la Crème der aktuell verfügbaren Fahrer, sodass Top-10-Plätze weniger wertvoll erscheinen. Dem ist allerdings nicht so. Im Konzert der Großen fiedeln auch Kevin und Leon Orgis vom familieneigenen Orgis Racing Team / ADAC Sachsen e.V. regelmäßig mit. Während Kevin Orgis auf dem TT-Circuit die Plätze 8 und 10 erreichte und weiter Gesamtsechster ist, wurde der eineinhalb Jahre jüngere Leon Orgis einmal Neunter und einmal Achter. «Dank» drei Mal DNF, also keine Zielankunft, parkt er auf Tabellenplatz 12.
Dabei begann sein Assen-Wochenende wieder unliebsam, wozu er im Gespräch mit SPEEDWEEK.com erläuterte: «Mein Wochenende hat mit einem Sturz in FP 1 ein bisschen mau angefangen. Da habe ich zu früh zu hart gepusht. Das Team hat das Motorrad aber schnell und gut wieder aufgebaut.» Auch er kam über Superpole 1 gut in den zweiten Teil des Kampfes um die endgültigen Startpositionen und schnappte sich dabei das jeweils achte Karree. «Dabei hatte ich ein technisches Problem, sodass ich keine noch schnellere Rundenzeit setzen konnte. Das war dann auch das Ende meiner Superpole.»
«Meine beiden Starts waren beide von Pech geprägt, weil sich der technische Defekt aus der Superpole auf meine Launch Control ausgewirkt. Da konnte ich beide Male beim Start nicht richtig Gas geben und musste mit schleifender Kupplung losrollen. Erst später hat mein Motorrad richtig Gas angenommen. Deshalb bin ich jedes Mal als abgeschlagener Letzter in die erste Kurve eingebogen und musste mich dann erst wieder vorarbeiten.»
Im ersten Rennen gelang ihm das mit, wie gesagt, Platz neun schon sehr gut, der auch im zweiten eigentlich ‚sein‘ Platz war. Durch Kevin Orgis lahmer Schlussrunde wegen Benzinknappheit wurde daraus aber Platz acht, sein zweitbestes Saisonergebnis nach einem siebenten Platz zuvor in Oschersleben.
Doch Assen hielt für ihn nicht nur gute Ergebnisse, sondern auch gute (Renn-)Erlebnisse bereit. Diese schilderte er mit folgenden Worten: «Endlich konnte ich wieder ein paar coole Überholmanöver setzen, was mir in Assen immer schwerfiel. Das hat mir auf jeden Fall noch mal viel Selbstvertrauen gegeben. Auch die Pace war eigentlich die gleich wie die der vorderen Fahrer. Wenn man aber, nach der schlechten Startphase, zwei, drei Sekunden hinter den Vorderleuten fährt, fährt man das bei diesem Feld nicht mal einfach so wieder zu. Allein fährt man in der Regel eher ein bisschen langsamer.»
Mit gestärkter Brust ist seine Erwartungshaltung für die letzten beiden Saisonläufe etwas gestiegen. «Ich hoffe, dass wir die Pace und das Selbstvertrauen von Assen mit zum Nürburgring und nach Hockenheim nehmen können und wir dort noch richtig gute Schlussrennen hinlegen.»
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