Honda-Edeltester Jonathan Rea (39): «Wissen, woran wir arbeiten müssen»
Als offizieller Testfahrer soll Jonathan Rea die Honda Racing Corporation in der Superbike-WM auf die Erfolgsspur zurückführen. Eine Mammutaufgabe für den sechsfachen Weltmeister.
Für Honda sind es bittere Fakten: Den letzten Superbike-WM-Titel gewann der japanische Hersteller mit James Toseland 2007, den letzten Sieg fuhr Nicky Hayden im Regenchaos von Sepang 2016 ein und selbst seit dem letzten Podium (Iker Lecuona in Estoril) sind bereits zwei Jahre vergangen!
Man kann Honda jedoch nicht vorwerfen, dass man es nicht versucht. Seit 2020 gibt es ein echtes HRC-Werksteam. Dazu wurde Anfang 2025 ein in Europa stationiertes Testteam für die Superbike-Weltmeisterschaft implementiert und im November mit Jonathan Rea ein Ausnahmekönner als Testfahrer verpflichtet. Mit der Erfahrung von sechs Fahrer-Weltmeisterschaften und 119 Siegen soll der Nordire die CBR1000RR-R konkurrenzfähig machen.
Fortschritte sind bisher jedoch nicht erkennbar: Honda erlebt sogar die schlechteste Saison, auch wegen Verletzungen der Einsatzfahrer Jake Dixon und Somkiat Chantra. Rea lässt durchblicken, dass die Baustellen zwar identifiziert, die Lösungen jedoch schwer umsetzbar sind.
«Wir wissen, dass wir nachlegen müssen», betonte der 39-Jährige. «Diese Meisterschaft basiert auf Serienmotorrädern und es ist nicht möglich, beliebige Änderungen, zum Beispiel am Chassis, vorzunehmen. Außerdem bindet die MotoGP einige Ressourcen. Wir wissen aber, woran wir arbeiten müssen. Mein Feedback gebe ich nur direkt den Ingenieuren»
Seltsam: In anderen Serien ist die Fireblade konkurrenzfähig, etwa in der Endurance-WM. Rea selbst gewann im Juli das prestigeträchtige Suzuka 8h, allerdings mit Bridgestone. Ist am Vorwurf, die CBR wird zu sehr mit den japanischen Reifen entwickelt, etwas dran?
«Nein, es sind nicht nur die Reifen», winkte Rea ab. «Suzuka ist ein wichtiger Event und Honda hat damit unglaublich viel Erfahrung, ein unfassbar gutes Team und natürlich auch recht gute Fahrer. Dort dreht es sich um das Duell mit Yamaha, BMW, YART und Yoshimura. In der Superbike-WM ist Ducati die Messlatte, dazu zwei Bimota und vier Werksmotorräder von Yamaha. Das Niveau ist extrem hoch. Und auch wenn ich sage, dass es nicht nur um die Reifen geht, harmoniert die CBR mit Bridgestone hervorragend. Natürlich ändert sich der Charakter und die Reifen helfen, das ist aber nicht der alleinige Grund, warum man in Endurance erfolgreich ist und in der Superbike-WM Probleme hat.»
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