Euro Moto Superbike
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Gewöhnlich machen Dirk Geiger, Daniel Blin und Lennox Lehmann die Podestplätze der Euro Moto Supersport unter sich aus. Als viertstärkste Kraft stinkt Luca Göttlicher dagegen an.
Beim fünften Euro Moto-Event gelang es Luca Göttlicher erneut, in die Phalanx der großen drei des Supersport-Feldes vorzudringen. Nach sechs der bisherigen neun Rennen, in Most blieb ein Abbruch-Rennen ohne Wertung, standen Dirk Geiger, der Pole Daniel Blin und Lennox Lehmann in unterschiedlichen Zusammenstellungen auf dem Podest. Wie nun in Assen wieder geschehen, mischte sich drei Mal Luca Göttlicher unter die besonders Geehrten.
Schon im ersten Qualifying hatte der 19-Jährige aus Schwifting mit der zweitschnellsten Zeit hinter Dirk Geiger angedeutet, zu was er mit seiner MV Agusta F3 800 RR des Teams LJ Racing zu leisten imstande ist. Das zweite Zeittraining war von Regen beeinträchtigt, sodass es zu keinen Positionsverschiebungen kommen konnte. Nach einem weiteren zu Sanktionen führenden Motorwechsel in Geigers Yamaha in Oschersleben, hatte der Mannheimer die Ehre, auch im ersten Assen-Rennen aus der Boxengasse starten zu dürfen, was wiederum die Pole Position für Luca Göttlicher bedeutet hätte. Aber Pustekuchen. Da er, wie der an diesem Wochenende Mehrfach-Straftäter Blin, einmal das Tempolimit in besagter Boxengasse von 60 km/h um 12 km/h überschritten hatte, wurde auch er um drei Startpositionen nach hinten versetzt, was allerdings ein reparabler Makel war.
So kam es im ersten Rennen auch. Lange Zeit führte Lehmann vor Blin und Göttlicher blieb in Reichweite. Von hinten rollte allerdings der Geiger-Express heran. Nachdem Lehmann in der letzten Runde gestürzt war und Blin, Göttlicher und Geiger zusammengerückt waren, kam es zu einem in Assen-typischen Showdown zwischen der Geert-Timmer-Bocht, der letzten Schikane, und dem Zielstrich. Blin kreuzte diese als Erster vor Geiger und Göttlicher, doch da der Pole eine späten Long-Lap-Strafe erhalten hatte und diese in eine Drei-Sekunden-Strafe umgewandelt wurde, hieß die abschließende Reihung Geiger vor Göttlicher und Blin.
Im Sonntagsrennen hatte Göttlicher zwar keine realistische Chance, aus eigener Kraft aufs Podest zu kommen, doch als souveräner Vierter war er wieder ‚Best of the Rest‘. In der Tabelle ist er, trotz einem Rennen weniger (Sachsenring), inzwischen bis auf Platz 5 vorgedrungen. Auf den viertplatzierten Marvin Siebdrath fehlt ihm noch ein Punkt.
«Von Beginn des Wochenendes an waren wir sehr weit vorn, sodass die Priorität war, unter den ersten Drei zu landen. Das war allerdings mit ein paar Ups and Downs und den schwierigen Wetterverhältnissen (auch das Warm up am Sonntag konnte wegen morgendlichen Regens nicht wirklich für Abstimmungsarbeit genutzt werden, Anm. d. A.) nicht ganz einfach», sagte Luca Göttlicher anschließend im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.
Etwas konkreter ergänzte er: «Das erste Rennen lief auf jeden Fall sehr, sehr gut. Im zweiten Rennen wollten wir die Pace wieder etwas steigern, doch das haben wir nicht so ganz hinbekommen. Da haben wir uns beim Setup ein bisschen verlaufen, aber wir haben zumindest ein solides Rennen daraus gemacht.»
Dazu sei angemerkt, dass die Kombination Luca Göttlicher/ LJ Racing/MV Agusta ein noch junges Projekt ist und der ohnehin stetige, jedoch für Rookies umso intensivere Lernprozess noch in vollem Gange ist. «Ja, genau. Für uns ist es aber schon ein Privileg, dass wir ganz vorn dabei sind. Aber grundsätzlich probieren wir sehr viel aus, und auch das Team muss erst noch richtig zusammenfinden. Wir verstehen uns sehr gut, aber bis es mal richtig eingespielt ist, bräuchte man eigentlich ein ganzes Jahr. Anscheinend war es aber schon ein bisschen früher möglich, sodass wir jetzt schon ganz gut dabei sind.»
Seine bisherigen drei Podestplätze in diesem Jahr in Rennen 1 in Most (dem einzigen) und Rennen 2 in Oschersleben kamen auch auf Grund besonderer Umstände zustande. In Tschechien schwächelte Blin komplett und wurde auch noch von einem lockeren Lenkerstummel verlangsamt Auf dem Bördekurs musste Geiger ein erstes Mal aus der Boxengasse dem Feld hinterher hecheln. Was fehlt noch, um das Podest aus eigener Kraft zu erreichen? «Nicht viel. Eigentlich sind wir schon so weit, würde ich sagen. Zum Beispiel hier im zweiten Rennen hat nur noch ein kleiner Schritt beim Setting gefehlt, sonst hätte ich wahrscheinlich noch mehr ums Podium mitkämpfen können. Aber manchmal muss man auch mal abreißen lassen.»
Ob es im nächsten Jahr für ihn in der gleichen Konstellation weiter geht, kann und will der von Hobby-Rennfahrern bei Art-Motor-Renntrainings buchbare Instruktor noch nicht sagen. Nur: «Das ist immer ein Spielchen der Verhandlungen, aber prinzipiell sind wir ein schon recht gut zusammengewachsenes Team. Das Drumherum ist für mich auch sehr, sehr wichtig, um einfach frei fahren zu können.» Fakt ist aber auch, dass sein Marktwert weiter gestiegen ist.
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