Euro Moto Sportbike
Euro Moto Sportbike-Titel geht an Team Freudenberg: Bijman oder Zuda?
Das Orgis Racing Team mit Kevin und Leon Orgis fiedelt in diesem Jahr im Konzert der großen Namen ganz ordentlich mit. Auf dem Nürburgring riskierte Leon alles für den ersten Podestplatz und verlor
Hinter den großen Superbike-Teams der Euro Moto ist das zumindest in dieser Klasse noch junge ORM Racing Team / ADAC Sachsen e.V. für die Brüder Kevin und Leon Orgis solide im Rennen gegangen. Auf dem Nürburgring starteten Leon von Platz 5 und Kevin von Position 7 inmitten großer Namen in die beiden Rennen. Im ersten Lauf verlor Leon in der fünften Rennrunde auf jenem Platz fünf liegend das Vorderrad und schied per Sturz aus. Kevin finishte als Sechster.
Im zweiten Lauf machte es Leon Orgis deutlich besser und fuhr seinerseits rundenlang auf Platz 6, musste sich aber am Ende noch Florian Alt beugen. Seinen nun siebenten Platz überließ er seinem in der Meisterschaft besser positionierten Bruder.
Dazu hakte SPEEDWEEK.com beim 25-jährigen Sachsen nach. «Ich konnte mich, trotz nicht so gutem Start, gut einsortieren und bin dann auf Sicherheit das Rennen zu Ende gefahren. Als Florian Alt an mir vorbei war, habe ich auf meinem Pit-Board gesehen, dass Kevin zweieinhalb Sekunden hinter mir war. Ich habe mich dann umgedreht und geschaut, ob Kevin allein fährt oder ob noch jemand an ihm dran ist. Da er allein fuhr, habe ich mich entschlossen ihn vorzulassen und ihm einen Punkt mehr zu geben, denn bei ihm ist es in der Meisterschaft noch deutlich enger als bei mir.»
Zur selbst auferlegten Stallorder fügte er an: «Wir wollen ja als Team so weit wie möglich vorn stehen. Dafür war es von den Punkten her sowieso egal. Wenn wir die Chance dazu haben, wären wir blöd, wenn wir es nicht machen würden. Ich habe mir gedacht, da opfere ich mich für das Team und greife Flo nicht noch einmal an. Bei mir (Tabellenrang 12, Anm. d. A.) macht ein Punkt hin und her den Kohl nicht fett. »
Seinem Sturz im ersten Rennen in aussichtsreicher Position erklärte er so: «Unsere Trainings- und Qualifyingzeiten waren wirklich extrem gut. Wir wussten, dass wir in den Rennen 1:24er-Rundenzeiten fahren konnten, doch die vier Fahrer vor uns haben das anders gesehen und konnten auch im Rennen die 1:23er-Qualifyingzeiten fahren. Anfangs bin ich das Tempo der Fahrer vor mir noch mitgegangen, da hat mich der Ehrgeiz gepackt. Mein Vorderrad war vorher schon drei Mal weg, was ich noch abfangen konnte. Beim vierten Mal war es über eine Bodenwelle dann doch etwas zu viel. Ich hatte versucht, die Lücke zu Reiti zu schließen. Es war aber trotzdem schön, das erste Mal richtig an der Führungsgruppe dran zu sein.»
Nach den drei Signalen des Frühwarnsystems mit den Vorderradrutschern Tempo raus zu nehmen, war für ihn keine Option. «Im Nachhinein kann man das so sagen. Aber wenn man einmal da vorn dran ist, will man natürlich dort auch mitmischen. Unser Ziel ist ja, in diesem Jahr irgendwo einen Pokal zu holen. Demzufolge hieß es für mich: Alles oder Nichts, zumal für mich in der Meisterschaft nicht mehr so viel zu holen ist. Also ging es für mich darum, alles rauszuhauen und Richtung Podium zu kommen. Es hätte auch bei den Jungs vor mir was passieren können. Da wollte ich in Reichweite bleiben. Es wäre schön gewesen, wenn wir es am Nürburgring hätten mit dem Podest schaffen können, jetzt bleiben uns noch zwei Chancen in Hockenheim.»
Newsletter
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach
Die aktuellsten News rund um die Uhr, von Experten analysiert und kommentiert und exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Hier schreiben Fans für Fans.