Markus Reiterberger: «Zwei Mal Blechmedaille war nicht zufriedenstellend»
In der Euro Moto Superbike tun sich die BWM-Piloten in der dieser Saison schwer. Auch auf dem Nürburgring musste Reiterberger ordentlich beissen, um mitzuhalten. Öfters über dem Limit.
Markus Reiterberger kam als Letzter des Teams um Werner Daemen an den Nürburgring gereist, wo bereits am Donnerstag vor dem eigentlichen Euro Moto-Wochenende ein Testtag außer der Reihe im Angebot war. Bis Mittwochnachmittag war Reiterberger im Auftrag von BMW noch in Südfrankreich unterwegs, wo er in zwei Wochen in das letzte und entscheidende Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft geht, immerhin noch mit Chancen auf den Titel. «Wir haben den Test mit der Bestzeit abgeschlossen», konnte der Bayer voller Vorfreude berichten.
Für die beiden Euro Moto Rennen auf dem Nürburgring hatte sich der Pilot vom Team Masteroil-alpha-Van Zon-BMW viel vorgenommen. Ein Pokal stand ganz oben auf Reiterbergers Liste und dafür legten sich er und sein Team mächtig ins Zeug. Auch wenn er den kleinen Umweg über die Superpole 1 nehmen musste, wurde es in der Superpole 2 Startplatz 6. Auch wenn es ‚nur‘ die zweite Reihe geworden war, waren die Abstände zur Konkurrenz überschaubar. Der erste Lauf der Euro Moto Superbike wurde für Fahrer und Fans eine spannende Angelegenheit. Nach dem Start hatte sich Reiterberger gegen seine Mitstreiter durchgesetzt und sich den vierten Platz erobert. Von dort nahm er Titelverteidiger Lukas Tulovic ins Visier, der auf dem dritten Platz seine Runden drehte.
Ranfahren ja, attackieren nein
Reiterberger fuhr stellenweise schneller als der spätere Sieger Twan Smits, schloss die Lücke zu Tulovic und übte ordentlich Druck auf seinen Vordermann aus. Im Eifer des Gefechts bremste Reiterberger in Richtung Mercedes-Arena zu spät, die Lücke wurde wieder größer. Doch auch da steckte er nicht auf und ackerte sich wieder ans Hinterrad der Ducati. Doch ranfahren ist eines, vorbeikommen was anderes. Lukas Tulovic verteidigte seinen dritten Rang mit allem, was die Ducati hergab, und ließ Reiterberger keine Chance auf einen Angriff. Mit einer Zehntel Rückstand wurde es für ihn Platz 4.
Neues Rennen, neue Chance hieß es am Nachmittag mit Rennen Nummer 2. Bei einer wilden Startphase kam Markus Reiterberger in der Mercedes-Arena gut durch und biss sich auf Rang 4 fest. Wieder war der BMW-Pilot mit vollem Einsatz bei der Sache und holte alles aus seinem Motorrad und aus sich selbst raus, gerne auch öfters mal über dem Limit. Und wieder ging er nach einem weiteren vierten Platz ohne Pokal nach Hause.
Aber es hat nicht gereicht.Markus Reiterberger
«Ein Wochenende mit Höhen und Tiefen», beschreibt Reiterberger. «Am Donnerstag haben wir super angefangen. Doch in Richtung Superpole haben wir uns wie bei den letzten Euro Moto-Rennen nur noch wenig verbessert und die andere eben etwas mehr. Aber in der Superpole konnte ich noch den sechsten Platz holen und war eine halbe Sekunde schneller. Mir war aber bewusst, dass das fürs Podium nicht reicht.» Also war Nachtschicht bei seiner Mannschaft angesagt und nochmal ging es mit vereinten Kräften einen Schritt nach vorne.
«Mitfahren konnte ich mit den Top-3», lautet seine Sonntags-Analyse. «Aber ich konnte nicht attackieren. Von der ersten bis zur letzten Runde habe ich in jeder Kurve das Maximum gegeben, war am Limit und auch drüber. Aber es hat nicht gereicht. Wir sind nah dran. Doch wir sind inzwischen auf so einem Niveau angekommen, da sind ein paar Hundertstel hier und da einfach entscheidend. Zwei Mal die Blechmedaille ist jetzt nicht so zufriedenstellend, aber die Rennen waren toll. Wir wissen, was für Hockenheim zu tun ist. Vorab schon mal danke an mein Team, allen voran Werner, der mir immer den Rücken stärkt und natürlich an meine Fans.»
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