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Allzweckwaffe mit Reihentwin aus Mattighofen: KTMs neue 990 Adventure

Mehr als zwanzig Jahre nach der ersten Reiseenduro mit gleichem Namen bringt KTM eine neue 990 Adventure. Die Neuauflage nimmt künftig jedoch nicht die gleiche Rolle im Programm der Österreicher ein.

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Manch ein SPEEDWEEK-Leser erinnert sich noch: Kaum mehr als 20 Jahre ist es her, dass KTM die erste 990 Adventure vorstellte. Als Antrieb diente der LC8 genannte V2 der Mattighofener, der in der Basisversion aus 999 ccm 98 PS bei 8500/min und 95 Nm bei 6500/min rausholte. Damals stellte sie dar, was sich die Mattighofener unter der bestmöglichen Reiseenduro des Hauses vorstellten.

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2013 wurde sie durch die 1190 Adventure abgelöst, die später zur 1290 Super Adventure wurde – deren Nachfolgerin 1390 Super Adventure wiederum aktuell das Reiseflaggschiff von KTM ist. Doch für viele Kunden ist eine solche Oberklasse-Reiseenduro inzwischen in entrückten Leistungs-, Gewichts- und Preissphären unterwegs. Für diese potenziellen Käufer ist im Modellangebot Raum im Modellangebot von KTM und diese Kunden wird in Kürze die Modellbezeichnung 990 Adventure wiederbelebt. Die neue Generation, die gleichzeitig die aktuelle 890 Adventure beerbt, wird künftig die Brücke zwischen eben jener 1390 Super Adventure und der ebenfalls vor einer Runderneuerung stehenden 790 Adventure schlagen.

Die kleine Schwester mit dem 799er Twin und die 990 Adventure werden sich dabei, wie auch schon bei der aktuellen Generation von 790 und 890 Adventure, optisch ähneln. Das legt ein erster Blick auf seriennahe Prototypen nahe, die wir in Oberösterreich bei Abstimmungsfahrten fotografieren konnten.

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Die 990 Adventure greift, wie ihre künftige kleinere Schwester, auf eine steil gestaltete Frontpartie zurück, die Anleihen bei KTMs Rallye-Historie nimmt. Anders als bei der gerade vorgestellten 690 Rally und ihrer «Rally-Tower» genannten Frontverkleidung und Bedieneinheit bedeutet das bei beiden strassentauglicheren aber ein zwar aufragendes, aber trotzdem homogen gestaltetes Vorderteil mit einer kleinen LED-Projektionslinse als Hauptscheinwerfer.

Vor dem Piloten der 990 Adventure wird ein Doppeltank mit zwei einzelnen Einfüllöffnungen verbaut, der bis kurz vor die Füße reicht, stattliches Volumen mitbringt und für entsprechende Reichweite sorgen dürfte. Anders als bei der aktuellen 790 Adventure, bei der das Tankvolumen ebenfalls am Motorrad weit nach unten gezogen wird, konzentriert es sich bei der 990 Adventure jedoch weiter oben – der Hauptgrund, weswegen die Abdeckung der Verkleidung an dieser Stelle weniger bauchig ausfällt. Die Verkleidung selbst wird dadurch breiter und kann so gleichzeitig den zweigeteilten Kühler integrieren.

Der neue Kühler ist notwenig, um den 990er Reihentwin bei idealer Arbeitstemeperatur zu halten. Dieser Zweizylinder mit 947 ccm kommt auch in der 990 Duke zum Einsatz und leistet in der Basisversion 123 PS bei 9500/min und 103 Nm bei 6750/min. Der Motor dürfte für die 990 Adventure jedoch eine eigene Abstimmung erhalten. Denkbar, dass im Zuge dessen ein paar Pferdestärken zugunsten eines bulligeren Drehmomentverlaufs auf der Strecke bleiben.

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Wie bei der Duke mündet der Krümmer in einen im Vergleich zur 890 Adventure neu konstruierten Abgastrakt mit einem größer dimensionierten Sammler und tiefer positioniertem, schlank gestaltetem Endschalldämpfer. Als Folge dessen kommt auch in der 990 Adventure eine bananenförmige Schwinge zum Einsatz, die sich um den Sammler legt. Neu ist die Konstruktion des Heckrahmens, bei dem das Stahlrohrheck in ein Alugussteil mündet. Als Folge wird das Heck der 990 Adventure wesentlich schlanker und dürfte zudem Gewicht einsparen.

Bei Testfahrten wurden zwei verschiedene Versionen der 990 Adventure gesichtet, die sich durch unterschiedliche Vorderradgabeln und Frontscheiben mit unterschiedlicher Höhe unterscheiden. Denkbar ist, dass wir Prototypen unterschiedlicher Ausstattungsvarianten fotografieren konnten, so wie es auch in den Schwestermodellen S-, X- und R-Versionen gibt. Allen 990 Adventure gemein sein werden stattliche Federwege – die Mattighofener dürften das Modell auf Tauglichkeit für Reisen und jedwedes Terrain auslegen. Vorn kommt bei beiden Versionen ein 21-Zoll- und hinten ein 18-Zoll-Rad zum Einsatz – die klassischen Offroad-Dimensionen. Unklar ist, wann die Österreicher das Modell präsentieren werden, sicher ist jedoch, dass die Entwicklung längst auf die Zielgerade eingebogen ist. Zur Saison 2027 dürfte die 990 Adventure also beim Händler stehen.

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