Lance Stroll (Aston Martin) schäumt: «Traurig und fundamental falsch»
Lance Stroll wirkt in der Regel gleichgültig und ohne Feuer. Aber beim Reizthema Rennwagen-Generation 2026 redet sich der Kanadier so richtig in Rage. Für ihn ist die Formel 1 auf dem Holzweg.
Die Rennwagen der Generation 2026 geben weiterhin viel zu reden. Änderungen am Reglement für mehr Benutzerfreudlichkeit haben das grundlegende Problem nicht geändert, findet der 27-jährige Aston Martin-Fahrer Lance Stroll.
Stroll, dessen Lustlosigkeit in Medienrunden berüchtigt ist, kommt bei diesem Thema richtig in Fahrt. Was der 192-fache GP-Teilnehmer und WM-Zehnte von 2023 zu sagen hat, ist ein Beweis dafür, dass ihm wohl doch nicht alles egal ist.
Stroll sagt: «Als ich von den Änderungen am Reglement hörte, dachte ich – hoffentlich läuft das mit dem Halbgasgeben und dem ganzen Kram dann ein wenig besser. Denn so wie vor Miami, das zerstört einfach den Rennsport, angefangen mit den Qualifying-Runden.»
«Hoffentlich wird das Fahren etwas normaler, und wir müssen nicht so viel über das ganze Management nachdenken, über Lift and Coast, wie viel Gas wir geben dürfen und all diese Dinge.»
«Was wir nun tun, das ist wie ein Pflaster auf eine klaffende Wunde. Wir sind meilenweit von dem entfernt, was die Formel 1 sein muss. Wir sollten doch ohne Gedanken an die Batterien voll aufs Gas dürfen!»
«In der Miami-Pause habe ich mir alte Rennen angesehen. Ich hatte sogar den historischen Monaco-GP im Fernsehen laufen und hörte einige Ferrari-Autos aus den frühen 2000ern, wie gut sie klangen und wie klein und wendig sie waren. Und ich sah Bordkamera-Aufnahmen aus der frühen oder mittleren 2000er-Ära, aus der Zeit der V8- oder V10-Saugmotoren.»
«Der Charakter der Autos war einfach viel intensiver und viel aufregender als heute. Es ist traurig. Wir haben uns in Sachen Motor-Generation auf einen fundamental falschen Weg begeben.»
«Ich weiss nicht, was in drei oder vier Jahren passieren wird, aber hoffentlich bewegen wir uns wieder in diese Richtung – laute, schnelle, leichte, wendige Maschinen, die für die Fans aufregend sind, für die Fahrer aufregend sind, bei denen man wirklich das Gefühl hat, an der Grenze zu fahren.»
«Ich bin in der Pause auch andere Autos gefahren. Ich habe einige F3-Autos getestet, und die sind so ungefähr 1000 Mal besser zu fahren als ein modernes Formel-1-Auto, weil du mit dem rechten Fuss genau das bekommst, was du willst. Und selbst das Gewicht des Autos. So um die 550, 650 Kilo sind deutlich angenehmer als die 768 Kilo, die wir heute haben.»
«Jeder, der ein Auto aus der V8-Ära oder V10-Ära hört, denkt nur: ‚Wow, das ist unglaublich. Das ist Formel 1!‘ Und dann hörst du die Rennwagen heute: das erzwungene Drosseln vor der Kurve, das Herunterschalten vor der Kurve ohne Charakter, ohne Geräusch. Es ist einfach nur traurig.»
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