Mir und Binder nach Start-Crash: «Passiert, wenn du auf Platz 10 fährst!»
Für Honda-Pilot Joan Mir und KTM-Ass Brad Binder war das MotoGP-Rennen in Montmelo nach wenigen Metern beendet. Die Bewertung der Situation glich sich, die Lösungswege waren jedoch unterschiedlich.
Der größte Aufreger im MotoGP-Sprintrennen von Katalonien ereignete sich schon nach wenigen hundert Metern: VR46-Pilot Fabio Di Giannantonio rempelte KTM-Athlet Brad Binder in der ersten Kurve nach außen, um den sechsten Rang zurückzuerobern, den er am Start verloren hatte. Dabei rutschte Binder nach außen und riss Honda-Pilot Joan Mir mit ins Kiesbett, womit das Rennen für den Südafrikaner und den Spanier nach wenigen Metern gelaufen war.
Für Binder besonders ärgerlich: Der Südafrikaner war gut ins Rennevent in Catalunya gestartet und hatte mit Startplatz 8 sein erfolgreichstes Qualifikationstraining in der laufenden Saison hinter sich. Zwar gehöre dies zum Rennsport und der KTM-Pilot bekäme am Sonntag eine neue Chance, doch das Fazit des Sprintrennens für die Nummer 33: «Frustrierend!» Dass Fabio Di Giannantonio als Auslöser der Rempelei ungeschoren davongekommen war, war für den 30-Jährigen aber nachvollziehbar: «Ein normaler Rennunfall! Dagegen kann man nichts machen.»
Die Kommissare sahen es gleich und ordneten den Vorfall als normalen Rennunfall ein: Sie untersuchte die Rempelei zwischen den drei Piloten zwar, eine Bestrafung blieb jedoch aus. Sollte sich die Situation am Sonntag im Grand Prix für «Brad Attack» wiederholen, so glaubt dieser, ein Gegenmittel parat zu haben: «Ich würde die Ideallinie der Kurve sicher enger fahren.» Erst durch das optimistische Hineinstechen von Fabio auf der Innenbahn ist die Kollision entstanden.
Für Joan Mir, der auf der Außenbahn vom herausrutschenden Motorrad Brad Binders abgeräumt wurde, sah es anders aus: «Als ich auf die erste Kurve zufuhr, wurde ich durch den Windschatten von Brad Binder angesaugt, deswegen habe ich etwas augemacht. Binder ist mit Di Giannantonio wahrscheinlich dasselbe passiert, er hat aber versucht, sich weiter zur Kurveninnenseite zu orientieren, und erst dadurch ist er letztlich gestürzt.»
Stürze wie dieser wiederholen sich regelmäßig auf dem Kurs in Montmeló. Die Startphase der Rennen, wenn mehrere Motorräder sich durch die enge Kurvenkombination drängen, ist dafür prädestiniert. Die ausgefeilte Aerodynamik der modernen MotoGP-Raketen macht diese Situationen für die Piloten umso herausfordernder.
Eine Situation, mit der sich die Königsklassen-Piloten längst arrangiert haben. Joan Mir: «Wir erreichen nach dem Start am Ende der Zielgeraden in Barcelona fast 300 km/h, und wenn wir dort zur ersten Kurve anbremsen, sind 20 Motorräder um uns herum. Natürlich fahren wir da durch aerodynamische Turbulenzen.»
Mir weiter: «In dieser Kurve kann das passieren und es passiert auf dieser Strecke auch jedes Jahr! Als Pilot muss man aber nicht unbedingt in Kurve 1 überholen, sondern kann genauso gut kurz warten und dann mit mehr Geschwindigkeit ein Manöver in Kurve 2 setzen. Das kommt auf das Gleiche hinaus.»
Die Ursache für sein frühes Aus im Sprintrennen sieht der Honda-Pilot aber an ganz anderer Stelle: «Meine zweite schnelle Runde im Q2 war nicht gut genug. Wenn ich dort gestartet wäre, wo ich hätte starten können, dann wäre mir der Crash nicht passiert. So ein Rennunfall passiert dir nur, wenn du von Startplatz 10 aus mitten im Getümmel fährst.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach