Moto3, Mugello: KTM-Triple, Ajo-Doppel und Rookie Brian Uriarte als Sieger
In bester Tradition steigerte sich das Moto3-Rennen in Mugello zu einem Last-Minute-Thriller: Während WM-Dominator Quiles patzte, feierte Red Bull KTM Ajo mit Uriarte und Carpe einen Doppelsieg.
Dass in der Toskana Traumwetter das Feld der Moto3 begrüßte, tröstete die Mannschaft von Intact GP nicht darüber hinweg, dass die schärfste Klinge mit Namen David Almansa nicht zum Einsatz kam. In den frühen Morgenstunden war klar – mit einer eskalierten Halsentzündung kann der GP-Sieger aus Spanien nicht antreten. Startplatz 1 wurde damit von der Rennleitung weitergereicht an den Zweiten des Q2, Rookie Hakim Danish aus Malaysia.
Joel Kelso rückte auf P2 vor, Brian Uriarte aus der Mannschaft von Red Bull KTM Ajo zog in Reihe 1 nach. Entsprechend voran ging es auch den verbliebenen Intact-Piloten David Munoz für den Dritten des letzten Rennens in Catalunya. Nur auf Startplatz 14 nach einem verwachsten Qualifying: WM-Spitzenreiter Maximo Quiles.
Dem 25. Youngster stand ein außergewöhnliches Rennen über 17 Runden bevor. Denn Mugello ist berühmt-berüchtigt für den eigenen Charakter. Dank der zweitlängsten Geraden im GP-Kalender und dem bereits schnellen Eingang auf den berühmten Abschnitt ist es den Piloten der kleinsten Klasse nahezu unmöglich, dem Feld zu entkommen. In Konsequenz werden die Moto3-Rennen hier zumeist in haarsträubenden Windschatten-Duellen entschieden.
Um 11 Uhr kehrten die jungen Athleten aus der Aufwärmrunde vor voll besetzter, mit einzigartiger Motorrad-Festspielkulisse gefüllter Tribüne zurück. Als wäre er schon etliche Male von P1 losgefahren, schoss Rookie Danish in Führung, gefolgt von Kelso, Esteban und Rios. Alle Piloten kamen sicher durch die erste Kurve auf der herrlichen Rennstrecke.
Noch in der ersten Runde schnappte sich Aussie Kelso Platz 1, auch Esteban zog an Danish vorbei. Mit dem nächsten Rookie Brian Urirarte auf P4 ging es in den zweiten Umlauf. Überraschend keine Plätze gut machen konnte zunächst Quiles, der Aspar-KTM-Pilot wurde auf Platz 15 notiert. Doch in Runde 3 fuhr der Spanier die schnellste Rennrunde und machte dabei zwei Positionen gut. Am Ende des Feldes: Leo Rammerstorfer. Nach dem Ausfall von Teamkollege O’Gorman in Runde 4 und einem Überholmanöver an Mitani lag der Linzer auf Position 23.
Wie vermutet konnte sich kein Problem an der Spitze freifahren. Das blieb auch so, als Ajo-Rookie Uriarte die Spitze übernahm. Nicht weniger als 16 Moto3-Piloten fuhren in einem Zeitfenster von zwei Sekunden. Weiter voran ging es für Quiles. Ende Runde 5 tauchte der 18-Jährige bereits auf Rang 7 auf, nur Meter hinter der Spitze.
Weitere fünf Kilometer später hatte sich Quiles bereits in den Top 3 positioniert. Den Quiles-Braten gerochen hatte Intact-Pilot David Munoz. Während Tech3-Rookie Rico Salmela in Kurve 4 wild abflog, hatte Quiles erstmals die Führung übernommen, direkt dahinter David Munoz. Mit den beiden Spaniern in Front stieg die Pace und acht Piloten gelang es, eine Lücke von einer Sekunde aufzufahren. An der Spitze der Verfolger Kelsos Teamkollege Eddie O’Shea.
In der Spitzengruppe kämpften zur Halbzeit Quiles, Munoz, Carpe, Danish, Uriarte und Esteban, alle auf KTM, sowie die Honda-Piloten Adrian Fernandez und Joel Kelso. Eine sehr gute Fahrt zeigte O’Shea. Dem Briten gelang es, die Lücke zu schließen und in Runde 8 bis auf Platz 6 zu stechen. Für das britische Mlav-Team wurde es noch besser. Eddie O’Shea, seit 2025 in der WM, attackierte sich durchs Feld, zog an Kelso vorbei – und unter dem Jubel der Crew in Runde 13 in Führung.
Doch die Routiniers ließen auch hier keine Flucht zu, Fernandez und Quiles fingen den Racer von der Insel wieder ein. Nicht mehr Teil der Spitzengruppe war David Munoz. Die KTM mit der Nummer 64 fuhr mit 1,1 sec Rückstand an neunter Stelle. In den letzten Runden schaltete sich nun ein weiterer Rookie ein – Veda Pratama. Der Honda-Asia-Pilot, der zunächst außerhalb der Top 15 lag, erreichte als Siebter ebenfalls die Führungsgruppe.
In den letzten beiden Runden hatte sich das Feld wieder zusammengeschoben. Zehn Kilometer vor der Zielflagge hatten noch 15 Piloten die Chance auf den Sieg – von Adrian Fernandez auf 1 bis Matteo Bertelle. Glück hatte Quiles, der nur knapp einem Sturz entging. Quiles fiel auf 12 zurück. An der Spitze: Fernandez, Uriarte, O’Shea.
Hektik in den letzten Runden nach einem zweiten Fehler von Quiles. An der Spitze profitierte Brian Uriarte, der sich drei Kurven vor Schluss ein 30-Meter-Polster schaffen konnte und den Sieg vor Alvaro Carpe und Hakim Danish über die Linie rettete Fernandez verpasste das Podium als Vierter vor Joel Esteban und dem entfesselten Eddie O’Shea. David Muñoz sicherte als Siebter wichtige WM-Punkte. WM-Leader Maximo Quiles bezahlte mit Platz 11, hält aber weiter überlegen die WM-Spitze.
Während der letzte WM-Zähler an Local Hero Guido Pini ging, erreichte Leo Rammerstorfer das Ziel auf Rang 23. Bemerkenswert: Mit Urirate, Carpe und Danish war das Moto3-Podest wieder einmal fest in KTM-Hand.
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