Moto3-Rennen, Sachsenring: Uriarte vor Quiles, Horrorcrash von Joel Esteban
Der GP-Sonntag auf dem Sachsenring begann mit einem Fünfkampf der schnellsten KTM-Youngster. Im Finale setzte sich wieder WM-Leader Quiles durch. Joel Esteban überstand einen dramatischen Crash.
2026 verwöhnt Sachsen die MotoGP mit einer bemerkenswerten Wetterstabilität. Auch am Renntag präsentierte sich das traditionsreiche Gelände, das 2027 «100 Jahre Sachsenring» feiert, in bester Verfassung. Bei lockerer Bewölkung und angenehmen 23 Grad Lufttemperatur stellten sich die 24 Piloten der Moto3 für das elfte Rennen der 2026er-Kampagne auf.
Im Qualifying hatte der Neueinsteiger aufgezeigt. Mit KTM-Ajo-Pilot Brian Uriarte auf Pole hatten Marco Morelli und Hakim Danish, drei Rookies, Startreihe 1 geentert. Doch mit Maximo Quiles und Alvaro Carpe lauerten die besten Piloten der WM gleich dahinter auf den Plätzen 4 und 5. Rico Salmela, ebenfalls in seiner ersten GP-Saison, hatte sich im Q2 ebenfalls die zweite Startreihe gesichert.
Für die deutsche Intact-Mannschaft ging beim Heim-GP kein Stammfahrer an den Start. David Munoz wurde auch in Sachen von Marcos Uriarte (Startplatz 20) vertreten und der WM-Dritte David Almansa musste am Samstag mit einer neuerlichen Halsentzündung das Handtuch werfen. Große Ambitionen hatte der einzige deutschsprachige Racer Leo Rammerstorfer. Der Österreicher hatte im FP2 mit Platz 7 geglänzt, im Qualifying kam er nicht über Rang 21 hinaus.
Um 11 Uhr stürmten die 250er-Prototypen in die Aufwärmrunde und zwei Minuten später war die internationale Punktejagd in Deutschland eröffnet. Die Piloten in der ersten Reihe behielten die Nerven. Brian Urirarte setzte die Pole souverän in eine Führung um. Marco Morelli nahm die Verfolgung auf. Dahinter hatte sich in der ersten Runde Alvaro Carpe auf Platz 3 gefahren, für Hakim Danish ging es von 3 auf 6 zurück.
Eingangs der zweiten Runde bekamen die Streckenposten viel Arbeit in Kurve 1. Mit Kelso, Marcos Uriarte, Carraro und Perrone kamen sich vier Youngster in die Quere. Während die Honda-Piloten Kelso und Carraro und der Intact-Pilot Uriarte dem Feld nachfahren konnten, war das Match für den Argentinier Perrone vorbei.
An der Spitze versuchte Brian Urirate, mit zwei besten Runden zu entkommen, doch Maximo Quiles hatte das Kommando innerhalb der Verfolgergruppe übernommen und den Rückstand auf den führenden Ajo-Rookie schnell auf 0,2 Sekunden verkürzt. Nach fünf Umläufen hatte sich eine Fünfergruppe mit Urirate, Quiles, Carpe, Morelli und Salmela 1,5 Sekunden von Jesus Rios auf 6 abgesetzt. Leo Rammerstorfer kämpfte derweil in einer dritten Gruppe auf Platz 17.
Als ein Drittel der 23-Runden-Distanz hinter den Moto3-Piloten lag, ging der Fünfkampf an der Spitze weiter. Im Mittelfeld kam es zu einem heftigen Crash. CIP-Pilot Adrian Cruces rutschte in der berühmt-berüchtigten Kurve 7 aus, Landsmann Joel Esteban konnte nicht ausweichen und überschlug sich mitsamt seiner KTM im Kies. Doch eine rote Flagge blieb aus. Während die Piloten abseits der Strecke versorgt wurden, ging das Rennen weiter.
In Runde 10 begann sich die Spitze in zwei Gruppen zu splitten. Uriarte und Quiles zogen an, gut eine Sekunde später folgte der WM-Zeite Carpe mit den beiden Rookies Salmela (Tech3) und Morelli (Aspar). Bemerkenswert die Fahrt von Honda-Pilot Joel Kelso. Nach Runde 1 abgeschlagen, hatte sich der Aussie zur Halbzeit bereits auf Platz 15 und damit in die Punkte gefahren.
Mit dem Beginn der zweiten Rennhälften fiel Alvaro Carpe aus dem Kampf um einen Podestplatz. Der Spanier rodelte nach einem Rutscher in Kurve 8 durchs Kiesbett und fiel auf Rang 11 zurück. Ruhe hatten Salmela und Morelli beim Match um Rang 3 aber nicht, Matteo Bertelle hatte in Runde 14 aufgeschlossen. Das Trio lag bereits vier Sekunden vor den Verfolgern Fernandez, Rios, Pratama und Danish. Hinter Kelso und Pini versuchte derweil Leo Rammerstorfer, Platz 15 zu erkämpfen.
Fünf Runden vor der Zielflagge schien es keine Zweifel mehr geben, dass der Sieg auf dem Sachsenring entweder an WM-Dominator Quiles oder an Rookie Brian Uriarte gehen würde. Das KTM-Duo hatte sich um 2,6 Sekunden von Morelli, Bertelle und Salmela abgesetzt.
Vier Runden vor der Ziellinie war es so weit: WM-Spitzenreiter Quiles zog am letztjährigen Rookies-Cup-Sieger vorbei. Doch Uriarte hielt weiter mit, studierte den 18-jährigen WM-Dominator aus der Mannschaft von Jorge Martinez. In der letzten Runde schlug Uriarte im Streckenabschnitt Omega nach einem Rutscher von Quiles zurück. Uriarte verteidigte auf den letzten zwei Kilometern brillant und gewann vor dem WM-Leader. Der Vorsprung des Ajo-Rookies: 0,063 Sekunden!
Eng wurde es auch um Position 3. Die beste Linie durch die letzte Passage fand der Italiener Matteo Bertelle. Der MTA-Pilot war sieben Tausendstel schneller als Marco Morelli. Tech3-Rookie Rico Salmela holte sich Platz 5. Leo Rammerstorfer kämpfte bis zur Flagge um Platz 15 – der Österreicher unterlag im Duell mit Guido Pini um 0,086 Sekunden.
Während die erfolgreichen Piloten feierten, kam die Entwarnung aus dem Medical Centre. Adrian Cruces und insbesondere Joel Esteban blieben nach aktuellem Stand ohne schwere Verletzungen.
Während Maximo Quiles weiter unangefochten die WM-Tabelle anführt, schob sich Rookie Urirate mit seinem zweiten Sieg an Teamkollege Carpe auf Rang 2 vorbei. David Almansa (Intact GP) fiel von Platz 3 auf 5 zurück. Keine Diskussionen gibt es auch weitere in der Herstellerwertung. Die Top-5 steuerten ein Bike aus Österreich, KTM hat zur Sommerpause 270 Punkte eingefahren, Honda hält bei 141 Punkten.
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