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Carlqvists letzter Grand-Prix-Sieg mit 'beerstop'

Der letzte Grand-Prix-Sieg von Hakan Carlqvist ging für immer in die Motocross-Geschichte ein. Wäre ein epochales Ereignis wie der legendäre 'beerstop' von Hakan Carlqvist im Jahre 1988 in Namur heute noch möglich?

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Wir schreiben das Jahr 1988. Hakan Carlqvist, der uns am 6. Juli 2017 viel zu früh durch einen Schlaganfall verlassen hat, hatte Ende der 1980er Jahre den Zenit seiner Karriere bereits überschritten. Schon 1987 erhielt er keinen Werksvertrag mehr und startete als Privatier auf einer Kawasaki KX500 - das brutale Zweitakt-Monster für wahre Männer. Das Jahr 1988 war in der 500ccm-Klasse geprägt von Eric Geboers (Honda), Kurt Nicoll (Kawasaki) und Dave Thorpe (Honda).

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Carlqvist haderte die Saison über und kam am Ende über WM-Rang 10 nicht hinaus. Doch am 7. August 1988 sollte 'Carla' im belgischen Namur Motocross-Geschichte schreiben.

Eine Geschichte, die es so nie wieder geben wird. Erstens, weil es die Waldstrecke in Namur nicht mehr gibt, die früher zurecht als das 'Monte Carlo' des Motocross galt.

Zweitens, weil es die Umstände und die Regeln heute gar nicht mehr zuließen, was damals in Namur noch möglich war.

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Was zum Zeitpunkt des Geschehens noch niemand wusste: Es war Carlas letzter Grand-Prix-Sieg. Der zähe Schwede war an diesem Tag in Namur nicht zu schlagen. Selbst Überflieger Geboers hatte an jenem denkwürdigen Tage nach einem Sturz keine Chance gegen den Privatier auf dem 500er-Urviech, das nur mit Bärenkräften und Top-Kondition zu bändigen war. Als Carlqvist im zweiten Lauf mit über 50 Sekunden Vorsprung vor dem rest des Feldes führte, stoppte er zu seinem legendären 'beerstop': Sein Bruder Bertil wartete inmitten einer Zuscheuermenge am Streckenrand in der Nähe des 'Citadel Café' auf den Spitzenreiter. Carlqvist stoppte, ließ sich ein Bier reichen, genehmigte sich einen kräftigen Schluck und setzte das Rennen entspannt fort. Trotz 'beerstop' gewann er überlegen.

Sein letzter Laufsieg wurde zur unvergesslichen Motocross-Ikone.

Wäre ein 'beerstop' heute noch möglich?

Man stelle sich vor: Jeffrey Herlings führt, sagen wir z.B. in Lommel, er hält an und lässt sich am Streckenrand ein Bier reichen.

Die fortschreitende Kommerzialisierung des Sports ging mit einer Verschärfung der Sicherheitsbestimmungen des medizinischen Regelwerks einher. Die Einnahme von Dopingmitteln und Alkohol während des Wettkampfs sind nach Reglement strengstens untersagt. Zuwiderhandlungen werden hart bestraft. In der jüngsten Vergangenheit ist der Fall James Stewart in Erinnerung, dem die Einnahme von Amphetaminen nachgewiesen wurde. Regelmäßig finden heute nach WM-Rennen Doping- und Alkoholtests statt.

Wir fragten den Präsidenten von FIM Europe, Dr. Wolfgang Srb, der durch seine jahrelange Tätigkeit als Motocross-Kommissionspräsident das FIM-Regelwerk im Bereich Motocross wie kein Anderer kennt: "Heute würde wohl ein Test durchgeführt", erklärt Srb und ergänzt: "Dazu würde die Race Direction diese Aktion möglicherweise als 'Outside Assistance' (Inanspruchnahme fremder Hilfe) untersuchen. Die Zeiten und die Regeln haben sich geändert. Aber trotzdem: Der Bierstop in Namur ist in die Geschichte eingegangen!"

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Die Einzelheiten des Alkoholtests sind im 'FIM Medical code' geregelt. Es werden Alkoholtests durchgeführt, wie sie auch im Straßenverkehr üblich sind. Interessantes Detail: Auf Seite 152 des 'FIM Medical code' wird die Wettkampfzeit definiert, in der das strikte Alkoholverbot gilt: Sie beginnt 12 Stunden vor der ersten Fahrt des Piloten und endet 30 Minuten nach dem letzten Rennen. Das bedeutet: Wenn ein Fahrer nach der Sektdusche auf dem Podium noch einen Schluck aus der Champagner-Pulle nimmt, läuft er Gefahr, formaljuristisch eine Regelwidrigkeit zu begehen, da die Podiumszeremonie früher als die 30 Minuten nach Rennende beginnt. Es bleibt zu hoffen, dass es auch weiterhin nicht zu derartigen Spitzfindigkeiten kommen wird und der Spaß an der Sache erhalten bleibt.

Carla hatte Spaß und noch mehr davon hatten seine Fans. Bis heute.

Den legendären 'beerstop' von Namur habe ich schon dutzende Male gesehen und habe trotzdem noch nicht genug davon.

Danke Carla!

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