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Qualifikationsrennen: Ein Sieg der Vernunft

Die Rücknahme der Aufwertung der Qualifikationsrennen zeigt, dass Youthstream und FIM bereit sind, auf stichhaltige Argumente zu hören und zu reagieren. Neue Ideen für das Qualifikationssystem liegen auf dem Tisch.

Thoralf Abgarjan

Von

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In der kommenden Saison wird es Qualifikationsrennen geben -  aber ohne WM-Punktevergabe
In der kommenden Saison wird es Qualifikationsrennen geben - aber ohne WM-Punktevergabe
Foto: Husqvarna
In der kommenden Saison wird es Qualifikationsrennen geben - aber ohne WM-Punktevergabe
© Husqvarna

Die Qualifikationsrennen am Samstag wurden in dieser Saison zum Problem.

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Die Quali-Races haben in beiden Grand-Prix-Klassen die WM 2014 entschieden. Die Verletzungen von Max Nagl, Antonio Cairoli, Jeffrey Herlings und Clement Desalle während der Quali-Rennen waren nur die Spitze eines Eisbergs.

Im Fahrerlager brodelte es, denn die Qualifikationsrennen wurden von Teams und Fahrern berechtigterweise als viel zu gefährlich und zu fordernd eingestuft. Die WM-Piloten testeten mit drei Rennen an zwei Tagen ihre physischen Grenzen aus, wodurch das Verletzungsrisiko erheblich anstieg.

Als Lösungsversuch wurde zu Saisonende von FIM und Vermarkter Youthstream der Beschluss gefasst, die Qualifikationsrennen nicht nur für die Vergabe der Startplätze auszufahren, sondern zusätzliche, maximal 5 WM-Punkte zu vergeben.

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Diese 'Aufwertung' der Quali-Rennen wäre aber in der Realität eine Abwertung gewesen, denn die Quali-Rennen wären ein 'WM-Lauf zweiter Klasse' geworden, in dem ein Fahrer maximal 5 Pünktchen gewinnen kann.

Aber die Rennen wären trotzem viel härter, noch fordernder und damit noch gefährlicher geworden.

Die Zuschauer hätten weder an der Strecke noch am Bildschirm durchgeblickt, wenn plötzlich 2 richtige und ein halber WM-Lauf vom Vortag hätten zusammenaddiert werden müssen.

Es hagelte Kritik von allen Seiten. Auch Max Nagl äußerte sich gegenüber SPEEDWEEK.com kritisch über diese Entscheidung.

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Auch unsere Leser äußerten sich mehrheitlich ablehnend, als wir das Thema bereits im Juli kritisch hinterfragten.

Menschliche Größe besteht aber darin, Fehler zu erkennen, daraus zu lernen und konsequent zu reagieren. Youthstream und FIM haben erkannt, dass der eingeschlagene Weg falsch war und haben genau das getan.

Dafür verdienen sie meinen Respekt.

Sie hätten die Macht besessen, die Entscheidung eiskalt durchzuziehen.

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Aber sie haben sich anders entschieden.

In anderen Bereichen des Lebens ist so etwas oft zu beobachten: Man will sich keine Blöße geben, das Gesicht wahren und boxt eine Fehlentscheidung auf Gedeih und Verderb durch, um sie danach sang- und klanglos wieder in der Versenkung verschwinden zu lassen.

Natürlich - werden jetzt einige erwidern - bleiben die leidigen Quali-Rennen trotzdem in der kommenden Saison erhalten.

Das stimmt. Aber auch hier scheint es nur noch eine Frage der Zeit oder der guten Ideen zu sein, dass dieses Relikt bald abgeschafft wird.

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Wie aufregend zum Beispiel eine 'Superpole' ist, konnten die Zuschauer erst am letzten Wochenende in Lille erleben. Der Show-Faktor stimmte, die Fahrer nebst Ihrer Sponsoren wurden prominent präsentiert und dazu gab es - passend zum Winter - einen Schuss 'Abfahrtslauf-Feeling', bei dem das Rennen allein gegen die Uhr und nicht Mann gegen Mann geführt wird.

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Heute können wir feststellen: Die Bosse von Youthstream und FIM haben gezeigt, dass sie ein offenes Ohr für die Belange der Fahrer, Teams und Fans haben.

Das ist die wichtigste Botschaft, die von dieser Nachricht ausgeht, denn sie ist gut für den Sport.

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