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Was sagt Burkhard Sarholz zu Roczens MXoN-Absage?
Die Reaktionen auf die Erklärung Ken Roczens, auch 2016 nicht beim MXoN für Deutschland zu starten, ließen nicht lange auf sich warten: Von Desillusionierung bis Frust. Wir fragten Burkhard Sarholz nach seiner Meinung.
Motocross-WM
Im Artikel erwähnt






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Nach der Absage von US-Star Eli Tomac (Kawasaki) wiegt der Rückzug von Ken Roczen (Suzuki) umso schwerer, denn das Team Roczen, Nagl, Ullrich wäre an einem guten Tag beim MXoNim Kreise der Titelaspiranten.
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Zwar wird Ryan Dungey (KTM) Ende September wieder fit sein und könnte für die Amerikaner starten, aber ohne Rennpraxis ist sein Einsatz ein Lotteriespiel. Das bedeutet: Team USA tritt ohne Tomac auf jeden Fall nicht in Bestbesetzung an. Das Team des Titelverteidigers Frankreich ist nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Dylan Ferrandis (Kawasaki) ebenfalls geschwächt. Die Franzosen haben aber noch die Auswahl zwischen Benoit Paturel (Yamaha) und eventuell sogar Marvin Musquin (KTM). Die vielen enttäuschten Reaktionen unserer Leser sind daher nicht überraschend, denn Ken Roczens Wurzeln liegen nun einmal in Deutschland und Europa und die Chance, das Motocross der Nationen zu gewinnen, ist nicht alltäglich.
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In der WM ist Ken Roczen groß geworden. In den USA hat er die Früchte geerntet.
Ist Roczens Absage gegenüber seinem Heimatland, dem deutschen Team und dem Verband, unsportlich? Ist sich Roczen der Tragweite seiner Entscheidung bewusst? Sollte Deutschland seine Absage widerstandslos respektieren?
SPEEDWEEK.com fragte einen Mann, der es wissen muss: Burkhard Sarholz, Teamchef und deutsches Motocross-Urgestein. Hat Sie die Absage von Ken Roczen überrascht? Nein, sie war ja zu befürchten. Aber die Erklärung, dass Motocrosser nicht für ihr Land starten und es mit der fehlenden Siegchance zu begründen, halte ich für nicht glaubenswert.
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Tatsache ist aber, dass Deutschland mit Max Nagl und Ken Roczen zwei Weltklassefahrer hat. Zum Dritten in der Mannschaft klafft eine große Lücke und Ken Roczen ist ein Erfolgsmensch durch und durch. Können Sie seine Entscheidung vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehen? Das war aber 2012, als wir den Titel gewonnen haben, auch nicht anders. Aber in all den langen Jahren, in denen ich unser Motocross-Team leite, war es für jeden Fahrer immer etwas ganz Besonderes, für das eigene Land bei den MXoN an den Start zu gehen. Ganz unabhängig von der Siegchance sollte es für jeden Fahrer eine Ehre sein, das eigene Land zu vertreten – besonders für den wohl besten deutschen Motocrosser der Gegenwart. Wird Ken Roczen mit seinen Absagen seiner Verantwortung als sportliches Vorbild gerecht? Hier, in Deutschland, wurden die Grundlagen für eine erfolgreiche Karriere gelegt. Durch den ADAC Junior Cup, den ADAC Youngster Cup und nicht zuletzt der wohl besten Serie in Europa, den ADAC MX Masters, schaffen wir es, talentierte Fahrer auf WM-Niveau zu bringen. Auch das damalige Gewinnerteam bestritt diese Serien. Halten die Fans Ken Roczen trotzdem die Stange? Er wäre es vor allem seinen Fans schuldig, zu kommen. Die Fans, die ihn seit Jahren unterstützen und so gut wie jedes Rennen live verfolgen oder auf Internetseiten nach Ergebnissen suchen, um immer auf dem Laufenden zu bleiben, wollen ihr Idol live auf der Strecke erleben. In anderen Ländern wie Frankreich funktioniert das ja auch. Sie vermuten also andere Gründe für seine Absage? Ja, man beginnt zu zweifeln. Vielleicht spielt Geld eine Rolle, vielleicht Verträge.
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Auch das könnte man kommunizieren? Ja. Und trotzdem werden wir es nicht erfahren, was hinter den Kulissen passiert. Aber was ich sicher weiß: Das Team Deutschland wird auch in diesem Jahr wieder drei hochmotivierte gute Fahrer zum MX of Nations nach Maggiora schicken. Kennen Sie die Nominierten? Ich werde hier nicht vorgreifen. Am 21.8. wird Team Deutschland in Gaildorf offiziell nominiert.
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