Ai Ogura scherzte nach P2 in Brünn: «Warum ließ mich Marc nicht gewinnen?»
Trackhouse-Pilot Ai Ogura hielt auch im GP die Aprilia-Flagge hoch. Ogura kämpfte eine Werks-Ducati nieder, setzte Marc Marquez unter Druck und verpasste seinen ersten MotoGP-Sieg nur um 0,4 Sekunden.
Die Stärke von Ai Ogura beim Brünn-GP 2026 zeigte sich schon am Start. Anders als in der Vergangenheit beschleunigte die Aprilia mit der Nummer 79 effizient von der Pole – damit ging der erste Aufschlag an Ogura, der bereits am Tag zuvor mit gutem Start und P2 geglänzt hatte. Doch in der ersten Rennhälfte musste der Moto2-Weltmeister das höhere Renntempo der Ducati-Werksmannschaft verdauen. Erst zog Bagnaia, dann nur Kurven später auch Weltmeister Marc Marquez vorbei.
Kein Grund zur Panik für Ogura, der sich aber selbstkritisch zeigte: «Wenn ich mir etwas vorwerfen muss, dann war es meine Rennstrategie, die nicht ideal war. Ich hätte in der ersten Phase etwas aggressiver fahren können.»
Ogura weiter: «Auch für mich war es extrem hart – und Marc hatte einfach ein wenig mehr zu bieten. Dass mir meine Mannschaft dennoch so ein Motorrad hingestellt hat, das ist großartig. So gerne ich gewonnen hätte, das Entscheidende für mich ist die Qualität des gesamten Wochenendes. Das war klar unsere beste Leistung überhaupt, eine schöne Überraschung – und damit bin ich auch sehr zufrieden –, auch weil mein Speed am Ende des GP noch einmal besser war als im Sprint.»
Was hielt den Piloten der Kunden-Aprilia von einer Schlussattacke auf Marc Marquez ab? Ai Ogura: «Mir hat nur wenig Grip auf der Flanke gefehlt. Wenn ich hier das Vertrauen gehabt hätte, dann wären vielleicht ein oder zwei Chancen auf einen Angriff dagewesen.» Der Zweite des Tschechien-GP beendete seinen Auftritt in Brünn mit einem Gag: «Ein paar Runden vor Schluss wusste ich, es wird schwer, denn Marc hatte auch ein sehr gutes Tempo – ich dachte mir, warum lässt er jetzt nicht mal mich gewinnen – er hat doch schon so viele!»
Die Konstanz des Japaners in Brünn war in der Tat beeindruckend, erst recht mit Blick auf die oft erfolglosen Einstiege in die GP-Wochenenden. P5 im FP1, schnellster im Zeittraining, P5 im FP2, Pole-Position, P2 in Sprint und GP-Rennen. Dem Racer aus Tokio gelang der nächste Schritt in der Entwicklung seiner Karriere, die sich auch im WM-Stand bemerkbar machte. Gemeinsam mit Sieger Marc Marquez zog Ai Ogura an Pedro Acosta vorbei – Platz 5 für die Nummer 79.
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