Brünn-Sieger Marc Marquez: «Die längsten sechs Runden des Jahres»
Nach Bronze im Sprint setzte Marc Marquez im Rennen von Brünn die Krone auf: Sieg Nummer 101, der zweite in Folge. Der MotoGP-Weltmeister gab zu, dass er nun wieder im Rennen um den Titel ist.
Bronze am Samstag, Gold am Sonntag: Im Sprint hatte sich Marc Marquez noch mit Platz drei hinter Francesco Bagnaia (Ducati) und Ai Ogura (Aprilia) begnügen müssen, körperlich offenkundig nicht ganz auf der Höhe. Im Grand Prix standen dieselben drei Piloten auf dem Podium, nur in anderer Reihenfolge. Am Ende lieferte er sich noch eine Nervenschlacht mit dem schnellen Japaner, doch der MotoGP-Weltmeister spielte seine ganze Erfahrung aus und gewann.
Marquez vs. Ogura: Erfahrung setzte sich durch
Ai Ogura ging von der Pole-Position ins 21-Runden-Rennen auf dem Autodrom von Brünn, musste die Führung aber in der ersten Kurve der zweiten Runde an Bagnaia abgeben. Während sich der Italiener zunächst absetzte, hielt sich Marquez auf P2 zunächst zurück, fuhr im Windschatten mit – und schlug acht Runden vor Schluss zu: Mit einem sauber getimten Manöver übernahm er die Führung von seinem Markenkollegen und setzte sich an die Spitze des Feldes.
Die Show gehörte am Ende dem Duell zwischen Marquez und Ogura. Der Japaner schrammte schon im Sprint knapp an einem Sieg vorbei und biss sich in den letzten Runden an Marquez heran. Vorher konnte er noch Bagnaia überholen, doch Marquez blieb für einen Angriff außer Reichweite. Der Weltmeister rettete seinen Vorsprung über die Ziellinie, Sieg Nummer 101 für Marquez, dazu sein bislang bestes MotoGP-Wochenende der Saison.
Im Parc Fermé ließ Marquez die Schlussphase Revue passieren. Es sei ein wichtiger Sieg gewesen, «in der richtigen Kurve, auf der richtigen Strecke. Es ist etwas Besonderes, nach dem ich gesucht habe. Ihr wisst, ich gebe niemals auf.» In den letzten Runden habe er stark gelitten: «Das Bike war in Ordnung, aber ich war fertig. Ich habe einfach versucht, das Tempo zu halten und gesehen, dass Ogura kommt.» Die letzten sechs Runden bezeichnete er als die die längsten des Jahres, aber nicht seiner Karriere.
Plötzlich ist Marc Marquez wieder mitten im Titelkampf
Die Aufgabe für Marquez wurde durch einen brisanten Nebenschauplatz erleichtert: WM-Leader Marco Bezzecchi durfte gar nicht erst an den Start gehen. Nach seinem Sprintsturz am Samstag hatte dieser einen Streckenposten geschubst und geschlagen, woraufhin er für den Brünn-GP ausgeschlossen wurde.
Die Mission Titelverteidigung hat innerhalb von zwei Rennwochenenden komplett neue Fahrt aufgenommen, da die Aprilia-Spitze in Ungarn und Brünn patzte. Auf WM-Leader Bezzecchi fehlen dem Spanier nun 40 Punkte. Zur Erinnerung: Nach Mugello lag Marquez noch 102 Punkte hinter «Bezz» zurück. Der WM-Kampf ist plötzlich wieder offen. Das musste auch der Champion eingestehen: «Ich war nirgends, ich fühlte mich nach Le Mans komplett – und war es auch. Aber jetzt nicht wieder hier, es waren zwei fantastische Events. Dennoch will ich das ersteinmal stabilisieren, insbesondere Assen, wo ich selbst in bester Verfassung immer meine Probleme habe – dort wird es ums Überleben.»
Doch die Ansage des 101-fachen GP-Sieger folgte noch: «Nach dem Sachsenring und der Sommerpause wird es dann Zeit wieder in den Attacke-Modus zu schalten.» Marc Marquez ist endgültig zurück.
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