Jacques Villeneuve fordert: Nummer-1-Status für Ferrari-Star Lewis Hamilton
Lewis Hamilton hat mit seinem Barcelona-Sieg den Rückstand zu WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli verkürzt. Deshalb muss Ferrari den Briten auch mit aller Kraft unterstützen, findet Jacques Villeneuve.
Es läuft richtig gut für Lewis Hamilton: Beim jüngsten Kräftemessen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya schaffte es der siebenfache Weltmeister erstmals in seiner Ferrari-Zeit, einen GP-Sieg einzufahren. In den beiden Grands Prix davor in Kanada und Monaco hatte er jeweils den zweiten Platz hinter WM-Leader Kimi Antonelli erobert.
Der WM-Rückstand des Ferrari-Hoffnungsträgers auf den jungen Italiener aus dem Mercedes-Team beträgt nunmehr 41 Punkte. Die Fans des Briten träumen bereits vom achten WM-Titel, und damit dieser Traum sich erfüllt, muss das Team den Barcelona-Sieger auch voll und ganz unterstützen, findet Jacques Villeneuve. Schliesslich hat Hamiltons Teamkollege Charles Leclerc zuletzt zwei Nuller hinnehmen müssen, er belegt mit 75 Punkten den vierten WM-Zwischenrang, sein Rückstand auf die Spitze beträgt bereits stattliche 81 WM-Zähler, jener auf seinen Stallgefährten 40 Punkte.
Lewis Hamilton weiss, wie man gewinnt, und er weiss, was man dazu braucht.Jacques Villeneuve
Der Blick auf das teaminterne WM-Duell der beiden Mercedes-Stars offenbart: Der Abstand zwischen den Sternfahrern ist grösser, Russell, der hinter Hamilton der aktuelle WM-Dritte ist, fehlen 50 Punkte auf den Teenager aus den eigenen Reihen. Dennoch hält Villeneuve in der «Sky Sports F1 Show» fest: «Mercedes ist derzeit nicht in der Position, um einem Fahrer den Vorzug zu geben. Bei Ferrari ist es anders, sie müssen sich auf Lewis konzentrieren, wenn sie die leise Chance auf den Gesamtsieg wahren wollen.»
Über den 106-fachen GP-Sieger sagt der Weltmeister von 1997: «Lewis weiss, wie man gewinnt, und er weiss, was man dazu braucht. Und wenn er auch nur den Hauch einer Chance wittert, wird er keine Gnade kennen. Und ich glaube, genau darin liegt sein entscheidender Vorteil. Die Entscheidung fällt also leicht, weil Charles Leclerc ziemlich weit zurückliegt.»
Charles Leclercs Versäumnis
Leclerc habe es hingegen verpasst, die Zeit zu nutzen, um das Team um sich aufzubauen, ist sich Villeneuve sicher. Er betont: «Man muss bedenken, dass er nach einer durchschnittlichen Saison bei Sauber zu Ferrari kam und plötzlich diesen riesigen Megavertrag bekam – so einen Weltmeister-Vertrag –, der vielleicht zu gross und zu früh war, zu viel auf einmal.»
Und der elffache GP-Sieger fährt fort: «Er musste also nie wirklich etwas um sich herum aufbauen. Es wurde ihm einfach gegeben. Er war schnell, und das reichte völlig aus, denn die allgemeine Meinung lautete: ‚Na ja, das ist ein Auto, das sowieso keine WM gewinnen kann.‘ Man gewinnt ein paar Rennen, schlägt seinen Teamkollegen, der damals Sebastian Vettel war, und alle waren zufrieden.»
«Dann kam plötzlich Lewis ins Spiel. Letztes Jahr hatte er keine grossartige Saison, er hatte es wirklich schwer mit dem Auto und dem Team. Es braucht Zeit, so etwas um sich herum aufzubauen. Leclerc war also ganz zufrieden, neben Lewis machte er eine gute Figur. Nun ist aber der Moment gekommen, in dem Lewis aufgewacht ist, in dem er das Auto und Team zu seinem eigenen gemacht hat, und darauf war Leclerc nicht vorbereitet.»
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