Francesco Bagnaia nach Brünn-Podium: «Bin ein besserer Fahrer als 2024!»
Francesco Bagnaia führte den Grand Prix von Tschechien lange an, musste sich am Ende aber Marc Marquez und Ai Ogura geschlagen geben. Trotzdem sieht der Ducati-Star klare Fortschritte.
Nach seinem Sieg im Brünn-Sprint am Samstag zählte Francesco Bagnaia auch im Grand Prix von Tschechien zu den Favoriten. Der Ducati-Werkspilot bestätigte diese Rolle zunächst eindrucksvoll. Von Startplatz 3 arbeitete sich der Italiener früh an die Spitze und führte das Rennen von Runde 2 bis Runde 15 an. Erst sechs Runden vor Rennende musste er die Führung an Teamkollege Marc Marquez abgeben und verlor wenig später auch noch Platz 2 an Ai Ogura auf der Trackhouse-Aprilia.
Am Ende überquerte Bagnaia die Ziellinie mit 2,255 Sekunden Rückstand als Dritter. Trotz des verpassten Sieges fiel sein Fazit positiv aus. Mit 28 Punkten aus Sprint und Grand Prix sammelte er an einem Wochenende mehr Zähler als an den bisherigen acht Veranstaltungen und verkürzte seinen Rückstand auf WM-Leader Marco Bezzecchi auf 53 Punkte.
Das Selbstvertrauen des Ex-Champions wächst wieder
In der Pressekonferenz nach dem Rennen machte sich Bagnaia Luft und reagierte auf die Frage, ob er wieder der Fahrer von 2024 ist. Damals gewann er mehr als die Hälfte aller Rennen. «Ich bin ein besserer Fahrer als 2024», stellte der Italiener klar.
«Ich kann mich jetzt besser an das Motorrad anpassen. Doch ich fühle mich auf diesem Motorrad noch nicht zu 100 Prozent wohl. Aber wir verbessern uns. Ich passe meinen Fahrstil an. Verglichen mit 2024 bin ich in Linkskurven viel stärker. Ich überholte Marc heute in einer Linkskurve – das ist gut», erklärte der ehemalige MotoGP-Champion.
Stark: Sieg im Sprint und Podium im Grand Prix
Den Brünn-GP kontrollierte Bagnaia über lange Phasen. «Ich fühlte mich wohl, als ich vorne lag. Doch mir war klar, dass mein Renntempo nicht ausreicht», erklärte Bagnaia nach dem Rennen im Parc Fermé. «Mir fehlten zwei oder drei Zehntelsekunden im Vergleich zu den beiden anderen. Ich probierte alles. Die Situation mit den Vibrationen konnten wir im Vergleich zu gestern verbessern.»
Lange Zeit schien der Italiener das Rennen unter Kontrolle zu haben. Doch als Marquez in der 16. Runde die Führung übernahm, änderte sich die Situation schlagartig. «Ich versuchte in den ersten Runden alles, um das Rennen zu kontrollieren. Bis Runde 16 hatte ich eine große Zuversicht. Danach bekam ich Probleme», schilderte Bagnaia. «In Führung lief es gut, doch als Marc überholte, hatte ich Probleme mit der Front. Ich musste die beiden ziehen lassen.»
Bagnaia kämpfte hinter Marquez und Ogura mit dem Reifendruck des Vorderreifens. «Ich musste etwas Tempo rausnehmen», berichtete der Ducati-Star. «In den beiden letzten Runden kontrollierte ich das Tempo, um mich vor 'Diggia' zu behaupten, der in großen Schritten näher kam.»
Nachdem Bagnaia in den vergangenen Monaten häufig mit fehlendem Vertrauen zu kämpfen hatte, kommt er seinem alten Niveau Schritt für Schritt näher. Doch sein übermächtiger Teamkollege stahl ihm am Sonntag in Brünn die Show. «Vielleicht sollte ich Marc fragen, ob er mich ein Rennen gewinnen lässt», scherzte der Italiener. «Ich bin happy. Wir verbessern uns und werden schneller. Heute fehlten am Ende nur fünf oder sechs Runden.»
Wo Bagnaia noch Potenzial sieht
Besonders wichtig ist für Bagnaia dabei die Rückkehr zu einem natürlicheren Fahrstil. Genau daran arbeitet er seit Monaten. «Ich erwähnte bereits am Donnerstag, dass ich beim Fahren zu viel nachdenken muss. Wenn man nachdenkt, dann verliert man Zeit. Wenn man natürlich fahren kann, kommt alles einfacher zusammen», erklärte der zweifache MotoGP-Weltmeister. «Das gehört in diesem Jahr aber dazu, denn im vergangenen Jahr verlor ich sehr viel Selbstvertrauen. Ich muss meinen Speed wieder aufbauen und daran arbeiten wir hart. Wir kommen näher.»
Auch technisch sieht Bagnaia Fortschritte, obwohl seine Ducati-Crew am Sonntag nicht das ideale Setup fand. Bagnaia sieht noch Luft nach oben. «Wir fanden heute nicht die richtige Abstimmung. Doch wir verstanden, in welche Richtung wir arbeiten müssen», sagte der Ducati-Pilot. «Wir kommen näher an die Aprilias, weil wir uns die Daten genau anschauen. Sie hatten an diesem Wochenende stärker zu kämpfen als wir.»
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