Crutchlow nennt Grund für seine Stürze: Ergonomie der Honda passt nicht
Cal Crutchlow stürzte im MotoGP-Sprint von Brünn und beklagte erneut ergonomische Probleme mit der Honda RC213V. Der LCR-Ersatzpilot sieht darin die Ursache seiner Fehler.
Für Cal Crutchlow endete der Sprint des Grand Prix von Tschechien im Kiesbett. Der Brite stürzte in der vorletzten Kurve und musste einen weiteren Rückschlag als Zarco-Ersatz bei LCR-Honda hinnehmen. Seit seinem Comeback kämpft der Brite mit dem fehlenden Rennrhythmus und seiner Anpassung an die aktuelle Honda RC213V.
Besonders ärgerlich: Bereits am Freitag war Crutchlow gestürzt und hatte sich dabei die linke Schulter angeschlagen. Im Sprint traf es erneut dieselbe Körperpartie. «Am Freitag hatte ich einen leichten Sturz und habe mir die ohnehin schon schmerzende linke Schulter angeschlagen. Im Sprint war es wieder dieselbe Geschichte. Ich habe erneut die linke Schulter getroffen», berichtete der 40-Jährige. «Ich werde mich jetzt behandeln lassen und hoffe, dass alles in Ordnung ist.»
Die Honda RC213V und Crutchlow bilden keine Einheit
Den eigentlichen Grund für den Sturz sieht Crutchlow jedoch nicht in seiner körperlichen Verfassung, sondern in einem Problem, das er seit seiner Rückkehr immer wieder anspricht: die Ergonomie der Honda. «Das Motorrad funktioniert gut. Vielleicht habe ich etwas das Gefühl verloren. Im Rennen fühlte ich mich eigentlich okay», erklärte der ehemalige MotoGP-Rennsieger. «Die größte Einschränkung für mich ist die Ergonomie des Motorrads. Ich befinde mich immer noch in derselben Situation.»
Nach eigener Aussage führte genau dieses Problem letztlich zum Sturz. «Der Grund für meinen Fehler war meine Position auf dem Motorrad. Ich habe diese Informationen bereits weitergegeben. Im Moment können wir daran aber nichts ändern», sagte Crutchlow.
Trotz der Schwierigkeiten bewertet der Brite seine Leistungen nicht negativ. Er sieht sich angesichts der Umstände sogar auf einem ordentlichen Weg. «Aus diesem Grund denke ich, dass ich meinen Job ganz gut mache. Ich arbeite konstant und erledige meine Aufgabe. Aber ich fühle mich nicht wirklich wohl.»
Interessant ist dabei, dass Crutchlow die Honda selbst ausdrücklich lobt. Die Ursache der Probleme sieht er nicht in der Leistungsfähigkeit der RC213V. «Das Motorrad funktioniert gut. Honda hat ein großartiges Motorrad gebaut, das Team macht einen fantastischen Job. Im Moment ist das Motorrad deutlich besser als ich», bemerkte der LCR-Pilot. «Es könnte viel schneller um die Strecke fahren, als ich es aktuell kann. Aber irgendetwas passt für mich momentan nicht. Hoffentlich wird es bald etwas besser.»
Warum Crutchlows aktuelle Stürze anders sind als früher
Nach seinem Sturz sprach Crutchlow auch grundsätzlich über das Thema Unfälle. Trotz seiner langen Rennpause betrachtet er Stürze weiterhin als unvermeidbaren Bestandteil des Motorradrennsports. «Ich vermisse das Stürzen nicht», sagte er mit einem Lächeln. «Aber die Realität beim Motorradfahren und Rennenfahren ist, dass man stürzt. So ist das nun einmal.»
Einen entscheidenden Unterschied zu früheren Jahren sieht er allerdings in der Ursache seiner Fehler. Während er zu seiner aktiven Zeit häufig über das Limit ging, um konkurrenzfähig zu bleiben, sei die Situation heute eine andere.
«Früher bin ich in Rennen gestürzt, weil ich über meinem Limit gefahren bin. Meine 100 Prozent waren vielleicht nicht schnell genug und ich habe versucht, mehr herauszuholen, als möglich war», erklärte Crutchlow. «Heute gehe ich nicht über mein Limit. Wahrscheinlich liegt es eher daran, dass ich lange nicht gefahren bin.»
Der Brite spricht offen von fehlender Routine. «Ich bin eingerostet. Ich mache kleine Fehler, von denen ich glaube, dass sie mir nicht passieren würden, wenn ich regelmäßig fahren würde.» Zumindest den Sturz im Brünn-Sprint stuft er deshalb nicht als schwerwiegenden Fehler ein. «Der Sturz war eigentlich nicht so schlimm.»
Trotzdem bleibt die Bilanz seiner bisherigen Einsätze ernüchternd. Seit Zarcos schwerem Unfall in Barcelona vertritt Crutchlow den Franzosen bei LCR-Honda. Im Vergleich zu den Stammfahrern fehlt ihm jedoch nicht nur die Rennpraxis, sondern auch das Vertrauen in die Ergonomie der RC213V. Solange sich daran nichts ändert, dürfte es für den Briten schwierig bleiben, den Anschluss an das restliche Feld herzustellen.
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