Euro Moto Superbike • Neu
Twan Smits: «Kein Kommentar» auf die Frage nach einer möglichen WM-Zukunft
In der Euro Moto Supersport steht Lehmann bereits als Gesamtdritter fest. Nach hinten ist genug Luft, nach vorn geht realistisch auch nichts mehr. Das heißt nicht, dass er keine Ziele mehr hat.
Die Euro Moto Supersport wurde auf dem Nürburgring wieder von Dirk Geiger, Daniel Blin und Lennox Lehmann dominiert. Auch diesmal okkupierten sie in beiden Rennen alle Podestplätze. Dabei blieb es dabei, dass alle drei je erst einmal in diesem Jahr eine SSP-Siegerehrung verpassten. Der sich in einer blendenden Form befindliche Dirk Geiger fuhr erneut in seiner eigenen Liga, dahinter setzten sich Blin und Lehmann auseinander. Im ersten Rennen lag Lehmann lange an zweiter Stelle, musste sich dann aber Blin relativ deutlich beugen. Im zweiten Lauf hielt der Sachse den Polen bis zum Schluss in Schach.
«Das erste Rennen lief nicht ganz nach meinem Geschmack, da bekam ich hinten raus ein paar Probleme am Vorderrad. Ansonsten bin ich aber mit dem Wochenende recht zufrieden», lautete sein Kurz-Resümee anschließend. Detaillierter führte der 20-jährige Dresdner aus: «Wir hatten ja am Donnerstag vorm eigentlichen Rennwochenende den offiziellen Testtag. Da konnten wir recht viel probieren und Daten sammeln, zu was man am Rennwochenende keine Zeit hat. Wir sind dabei in eine gute Richtung gegangen. Aber auch übers Wochenende haben wir noch einiges verändert. So war das Problem vom Samstag am Sonntag weg, dafür ist ein anderes Problem reingekommen. Insgesamt bin ich aber zufrieden. Dritter in der Meisterschaft ist sicher. Wenn man bedenkt, wo ich voriges Jahr rumgefahren bin, ist es schön, diese Gewissheit ein Rennwochenende vor Schluss schon zu haben. Umgekehrt hat man dann umso höhere Ansprüche an sich selbst.»
Dirk runterfahren ist natürlich ein No-Go. Das gilt auch umgekehrt.Lennox LEHMANN
Da stellt sich natürlich die Frage nach seinem Plan fürs Finale in Hockenheim, denn zu verlieren hat er nichts mehr und könnte demzufolge voll auf Angriff fahren. Andererseits fährt sein Teamkollege Dirk Geiger um den Titel. Angesichts Geigers 27 Punkte Vorsprung auf Blin hat er Schützenhilfe im Normalfall nicht nötig, einen Störenfried braucht er allerdings auch nicht. «Wir haben keinerlei Teamorder, dass ich Dirk helfen muss, aber das hat er auch gar nicht nötig. Das bekommt er ohne Probleme selbst gemanagt. Ich dürfte gegebenenfalls auf Sieg fahren, aber Dirk runterfahren ist natürlich ein No-Go. Das gilt auch umgekehrt.»
Gleichwohl liebäugelt er, nicht zuletzt auf Grund seiner ‚… höheren Ansprüche …‘ mit seinem ersten Saisonsieg, gleichbedeutend seinem ersten seit Assen 2024. Dazu greift er diesen Faden noch einmal auf. «Ich glaube, dass Dirk das mit dem Titel schon am Samstag durchbekommt. Deswegen habe ich keinen Stress. Selbst wenn ich am Samstag gewinnen würde und Dirk Zweiter wird, wäre er durch.» Wie dem auch sei, an einem vom 24-jährigen Mannheimer geschenkten Sieg am Sonntag hat er kein Interesse. «Das will ich auch gar nicht. Wenn, dann will ich mir den auch erarbeitet haben und dass der Sieg für mich dann auch wirklich was zählt.»
Nun ist das nicht mehr als graue Theorie, denn die Fakten, sechs Saisonsiege von Dirk Geiger, sprechen eine eindeutige Sprache. Beide fahren das gleiche Motorrad im gleichen Team. Was fehlt also noch, um Dirk zu besiegen? Das Setup zu adaptieren, funktioniert aber nicht ohne Weiteres. «Wir haben unterschiedliche Körpergrößen und damit unterschiedliche Gewichtsverteilungen. Dazu kommt, dass wir relativ unterschiedliche Fahrstile haben. Da muss bei der Abstimmung letztendlich doch jeder seinen eigenen Weg gehen. Es hilft definitiv, Dirk im Team zu haben, um die Daten zu sehen. Man muss aber auch sagen, dass Dirk im Moment alles perfekt macht und es bei ihm wie am Schnürchen läuft. Wenn du von Sieg zu Sieg fährst, kannst du ganz anders in ein Rennwochenende gehen. Man hat dann einfach das gewisse Quäntchen mehr Selbstbewusstsein, was ausreicht, zwei, drei Zehntel auf die Runde zu finden.»
Eine Woche vorm Euro Moto-Finale vom 25. bis 27. September in Hockenheim steht für Lennox Lehmann aber erst noch der Bol d´Or, das 24-Stunden-Rennen auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet. als Saisonfinale der Langstrecken-WM EWC auf dem Programm. Ziel und Wunsch Nummer 1 lautet dabei, verletzungsfrei zu bleiben.
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