Nächster Rückschlag für Ai Ogura: Ist der WM-Traum jetzt geplatzt?
Bittere Nachricht für Ai Ogura: Der Trackhouse-Aprilia-Pilot muss nach Aragon auch den Misano-GP auslassen. Damit droht der Japaner im engen MotoGP-Titelkampf endgültig den Anschluss zu verlieren.
Auch die nächste Episode im MotoGP-Titelkampf 2026 findet ohne Ai Ogura statt. Trackhouse teilte am Mittwochabend mit, dass der Japaner auch beim Grand Prix von San Marino und der Riviera di Rimini nicht antreten kann. Damit verpasst der 25-Jährige nach Aragon das zweite Rennwochenende in Folge.
Grund dafür ist weiterhin die Verletzung am linken Daumen, die sich Ogura bei einem Motocross-Training in Japan zugezogen hatte. Nach seiner Rückkehr nach Europa wurde ein Bruch diagnostiziert, der am 27. August in Barcelona operiert wurde.
Eigentlich hatte Ogura gehofft, bereits in Misano wieder auf seine Aprilia RS-GP steigen zu können. Eine medizinische Untersuchung am Dienstagabend in Barcelona brachte jedoch nicht das erhoffte Ergebnis. Der verletzte Daumen ist noch nicht ausreichend verheilt, um den Belastungen eines MotoGP-Wochenendes standzuhalten. Ogura bleibt deshalb in Barcelona und konzentriert sich auf seine Rehabilitation. Sein nächstes Ziel ist das Comeback beim Österreich-GP eine Woche später.
Vom WM-Zweiten zum Zuschauer
Für Ogura könnte die Verletzung im Kampf um die Weltmeisterschaft kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Noch vor wenigen Wochen zählte der Trackhouse-Pilot zu den großen Überraschungen der Saison und zu den aussichtsreichsten Titelkandidaten.
Nach dem Sachsenring verabschiedete sich Ogura als WM-Zweiter in die Sommerpause – gerade einmal 14 Punkte hinter Aprilia-Werkspilot Jorge Martin. Der Moto2-Weltmeister von 2024 hatte sich in seiner zweiten MotoGP-Saison endgültig in der Weltspitze etabliert. Der Höhepunkt war sein erster MotoGP-Sieg in Assen. Damit sorgte Ogura gleichzeitig für den ersten japanischen Triumph in der Königsklasse seit Makoto Tamada 2004.
Doch nach der Sommerpause begann sich das Blatt zu wenden. In Silverstone unterstrich Ogura als Zweiter im Sprint zunächst erneut seine Geschwindigkeit, stürzte anschließend aber im Grand Prix und ließ wichtige Punkte liegen. Noch schwerer wiegt die Handverletzung. In Aragon musste Ogura erstmals komplett zuschauen. Während seine Konkurrenten weiter punkteten, fiel er in der WM-Tabelle zurück.
53 Punkte Rückstand aktuell – nach Misano zu weit weg?
Vor dem Misano-Wochenende liegt Ogura mit 203 Punkten nur noch auf WM-Rang 5. Spitzenreiter Jorge Martin hat bisher 256 Zähler gesammelt. Dazwischen befinden sich Marc Marquez mit 237, Marco Bezzecchi mit 232 und Fabio Di Giannantonio mit 208 Punkten.
Der Rückstand des Japaners beträgt damit bereits 53 Zähler. Und während seine vier direkten Konkurrenten in Misano erneut bis zu 37 Punkte für Sprint und Grand Prix sammeln können, muss Ogura tatenlos zusehen.
Rechnerisch ist der WM-Traum damit noch keineswegs vorbei. Angesichts der Leistungsdichte an der Spitze und des zweiten verpassten Rennwochenendes in Folge erhält Oguras Titelhoffnung jedoch einen weiteren massiven Dämpfer. Besonders bitter: Noch vor wenigen Wochen schien der ganz große Coup realistisch. Ogura hatte sich mit konstanten Leistungen zu einem ernsthaften WM-Kandidaten entwickelt und lag zeitweise sogar vor den etablierten Aprilia- und Ducati-Stars.
Nun droht ausgerechnet eine Verletzung den überraschenden Titelkampf des Japaners vorzeitig zu beenden.
Trackhouse nur mit Raul Fernandez
Trackhouse wird in Misano lediglich mit Raul Fernandez antreten. Anders als zuletzt in Aragon, als Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori als Ersatz für Ogura einsprang, nominierte das US-Team für das kommende Wochenende keinen Ersatzfahrer.
Fernandez liegt mit 186 Punkten auf WM-Rang 7 und damit nur 17 Zähler hinter seinem verletzten Teamkollegen. Für Ogura zählt derweil jeder Tag. Gelingt die Rückkehr bereits eine Woche später, könnte er beim Österreich-GP zumindest versuchen, den Schaden zu begrenzen. Doch selbst dann wartet eine schwierige Aufgabe: Nach zwei komplett verpassten MotoGP-Wochenenden muss der Japaner nicht nur schnell wieder seine alte Form finden – er ist inzwischen auch darauf angewiesen, dass seine Konkurrenten Punkte liegen lassen.
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