Honda-Pilot Mir nach bestem Saisonresultat: «Wie in einem Etappenrennen»
Platz 5 beim Großen Preis von Tschechien bedeutete für Joan Mir das beste Resultat der laufenden MotoGP-Saison. Der Erfolg ist hoch einzustufen, bedenkt man, dass Mir ein verpatztes Qualifying hatte.
Joan Mir ließ nach dem Rennen keinen Zweifel an seiner Zufriedenheit: «Heute hatten wir das Paket, um für etwas Interessantes zu kämpfen. Ich habe hundert Prozent gegeben – das übersetzt sich normalerweise in ein gutes Resultat.» Dabei wäre noch mehr möglich gewesen, hätte nur die Qualifikation besser geklappt. Den fünften Platz bezeichnete er als «realistisches Ergebnis» – mit der Einschränkung, dass Pedro Acosta auf den letzten Metern durch ein technisches Problem ausschied. Vergleichbar sei das Resultat mit seinem Podium in Barcelona, wo allerdings mehr Fahrer gestürzt waren – und er am Ende eine Zeitstrafe erhielt aufgrund zu hohen Reifendrucks.
Auf die Reifenwahl angesprochen, erklärte Mir, warum er sich für den weichen Hinterreifen entschieden hatte, obwohl Teamkollege Luca Marini diesen aufgrund der Sprint-Erfahrung gar nicht in Betracht gezogen hatte. «Verglichen mit dem Fahrstil passt das eine oder das andere besser. Ich weiß, dass mein Fahren beim Einlenken und in der Kurvenmitte druckvoller ist, und in diesem Bereich tue ich mir mit dem mittelharten Reifen schwerer. Mit dem mittelharten Reifen hat man dafür mehr Stabilität am Kurvenausgang.»
Mit dem weichen Reifen habe er den Reifenabbau stärker im Griff haben müssen. Das sei aber eine seiner Stärken: «Ich war früher immer gut darin, dieses Verhalten zu kontrollieren.» Auf den Ausblick nach Assen, wo es voraussichtlich etwas kühler als in Brünn wird, hielt sich Mir bewusst zurück: «Ich habe in der MotoGP gelernt, dass man keine Vorhersagen treffen kann. In Balaton war meine Prognose, dass ich am Ende viel schneller sein würde, als ich es war.»
Auf die Frage, ob Honda inzwischen konstant in den Top-5 mitfahren könne, widersprach Mir: «Nein, wir sind von den Fehlern anderer Leute abhängig. Es ist wahr, dass ich heute P5 erreichen konnte. In der Vergangenheit konnte ich auch ein Podium holen, in Barcelona zum Beispiel, aber da haben andere Fahrer Fehler gemacht.»
Konstanz wollte er sich deshalb nicht zuschreiben. Man sei von Fehlern der Aprilia- und Ducati-Piloten abhängig. «Ich weiß, dass ich es schaffen kann, wenn alles passt, aber nicht an jedem Wochenende. Ich fühle mich wie in der Welt des Radsports: Ich fahre dort, um die Etappe zu gewinnen, nicht die Gesamtwertung.» In der WM-Wertung ist er weiterhin Letzter der Honda-Piloten mit 26 Punkten auf Rang 18.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach




