Berührungsängste? Warum KTM-Pilot Bastianini lange hinter Moreira fuhr
KTM-Tech3-Pilot Enea Bastianini zeigte im MotorLand Aragon ein erstaunliches MotoGP-Rennen: Kein anderer Athlet machte mehr Positionen gut. Erst auf Platz 8 war für den Sieger von 2022 Feierabend.
Nach den Sessions im MotorLand hatte wirklich niemand Enea Bastianini auf dem Schirm. Mit Beginn der ersten Trainingseinheit klagte der Tech3-Pilot über Probleme an allen Fronten, die sich auch im Qualifying nicht abstellen ließen – Platz 16 für den einstigen Sieger des Aragon-GP (2022).
Auch im kurzen Sprint wollte der MotoGP-Knoten nicht platzen. Während Markenkollege Pedro Acosta das Podium vor sich fahren sah, hing «La Bestia» auf Position hinter den Yamaha-Chauffeuren Rins und Razgatlioglu fest. Im Ziel wurde die Nummer 23 auf Position 14 notiert – 13 Sekunden nach dem stärksten RC16-Pilot Acosta.
Am Sonntag freuten sich Italiens MotoGP-Fans über einen wie ausgewechselten Landsmann. Dabei schnappte sich Bastianini in den ersten Runden keine Gegner. Dann wuchs das Vertrauen, wie Bastianini berichtete. «Nach dem Sprint waren die Erwartungen sehr gering, also haben wir im Warm-up ein anderes Setting versucht. Nur – im Warm-up ist es für mich sehr schwierig zu verstehen, ob es auch wirklich funktioniert, auch weil die Reifen bei uns eine Weile brauchen, bis sie bei voller Leistung sind.«
Bastianini weiter: «Nach ein paar Runden fühlte sich das Motorrad sehr gut an – und ich konnte anfangen zu überholen.» Dabei profitierte der zukünftige Trackhouse-Aprilia-Pilot auch von einem Gemenge vor ihm, das unter anderem Brad Binder hinter ihn zurückfallen ließ. Allein in Runde 5 überholte Bastianini vier Gegner. Weiter ging es mit Joan Mir und Jack Miller.
Längst in den Top 10 angekommen, stand als nächstes Rookie Moreira auf der Liste, was sich als knifflige Aufgabe erwies. «Um ehrlich zu sein, verglichen mit anderen Fahrern kenne ich Diogo kaum. Ich bin bislang wenig mit ihm gefahren, ihn zu überholen war eine echte Aufgabe, auch weil er sehr hart und konsequent bremst. Es hat also etwas länger gedauert.» Laut Protokoll waren es sieben Umläufe oder gut 35 Kilometer.
Doch in der letzten Runde musste sich auch der Brasilianer beugen, Bastianini spielte seine Erfahrung aus und überrumpelte den Youngster. Platz 8 bedeutete einen versöhnlichen Abschluss eines weiteren durchwachsenen Wochenendes. Trotz der respektablen Fahrt war nicht zu übersehen, dass Pedro Acosta weiter vorne auch in Aragon in einer eigenen KTM-Liga fuhr. Im schnellsten Umlauf nahm der junge Spanier Bastianini 0,6 Sekunden ab.
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