Di Giannantonio hadert nach verpasstem Sprintsieg: «Tür offen gelassen»
Fabio Di Giannantonio führte den MotoGP-Sprint in Goiania lange an und befand sich auf Kurs zu seinem ersten Sprintsieg, musste sich aber nach einem kleinen Fehler Marc Marquez geschlagen geben.
Fabio Di Giannantonio erlebte im MotoGP-Sprint von Goiania (Brasilien) ein Wechselbad der Gefühle. Der Italiener hatte sich am Samstag zunächst eindrucksvoll in Szene gesetzt: Über den
Doch dann unterlief ihm ein kleiner, folgenschwerer Fehler. Marc Marquez nutzte die Gelegenheit eiskalt, übernahm die Führung – und Di Giannantonio fand in den verbleibenden zwei Runden keine Möglichkeit mehr zum Konter. Am Ende fehlten ihm lediglich 0,213 Sekunden auf den Sieger, womit er sich mit Rang 2 begnügen musste.
Erster Sprintsieg rutschte in Runde 13 aus den Händen
«Es war sehr eng. Ich muss happy sein mit dem Tag. Ich holte die Pole und führte den Großteil des Rennens an. Doch ich ärgere mich auch ein bisschen über mich selbst, weil ich Marc die Chance bot, mich einzuholen und mich dann zu überholen», bilanzierte der VR46-Ducati-Pilot.
Den entscheidenden Moment analysierte er selbstkritisch: «Mir ist in Kurve 12 ein paar Mal das Vorderrad weggerutscht und habe die Tür komplett offengelassen. Für ihn war es dann ein einfaches Überholmanöver. Aber ja, wir müssen happy, optimistisch und positiv bleiben.»
Dass ein Gegenangriff ausblieb, lag auch an den besonderen Bedingungen der Strecke in Brasilien. «Es ist wirklich eng. Dazu gibt es viele Bodenwellen, alles muss millimetergenau passen. Es ist sehr einfach, einen großen Fehler zu machen», erklärte Di Giannantonio.
Beim Topspeed nicht auf Marquez-Niveau
Beim Topspeed lag er klar hinter Marquez’ Ducati zurück (348,3 km/h vs. 342,8 km/h im Q2). «Auf der Geraden so viel zu verlieren, hilft natürlich nicht, weil ich in den Kurven extrem pushen muss. Wenn wir dort zulegen, können wir näher dran sein und vielleicht noch etwas mehr in der Hinterhand haben», so «Diggia», der dennoch mehr als zufrieden war mit seiner Ausbeute.
Die Basis für das starke Wochenende wurde bereits nach einem schwierigen Freitag gelegt, an dem er den direkten Einzug ins Q2 verpasst hatte. In der Nacht machte er aber zusammen mit seiner Crew die richtigen Änderungen.
«Dass ich im zweiten Jahr mit dem gleichen Team arbeite, macht einen riesigen Unterschied, weil wir uns kennen», betonte er. «Ich bin komplett transparent zu ihnen, und sie sind es auch zu mir. Ich habe gesagt: Jungs, ich habe komplett Mist gebaut auf den nassen Stellen – das ist mein Fehler. Aber sie haben mir volles Vertrauen gegeben und gezeigt, was am Bike gut und was nicht gut war. Wir haben ein paar kleine Änderungen gemacht – und vor allem dieses Vertrauen war entscheidend.»
Mit Blick auf den Grand Prix am Sonntag – möglicherweise bei Regen – bleibt der Italiener kämpferisch: «Es ist für alle gleich. Wir müssen unsere Chance wieder nutzen und versuchen zu gewinnen. Wir starten wieder von der Pole, also müssen wir es probieren, egal ob es regnet oder trocken ist.»
Die anspruchsvollen Bedingungen in Goiania machten sich laut Di Giannantonio besonders durch zahlreiche Bodenwellen bemerkbar. «Es gibt ehrlich gesagt überall auf der Strecke viele Bodenwellen. Besonders in Kurve 4, wo viele stürzen, weil genau beim Bremsen eine große Welle ist», schilderte er. «Die Strecke ist wunderschön und sehr gut gemacht – aber eben mit ein paar Unebenheiten hier und da.»
Trotz der verpassten Chance überwog bei Di Giannantonio die Begeisterung für das Rennwochenende in Brasilien: «Es ist unglaublich. Es ist großartig, in einem anderen Land zu fahren, auf so einer tollen Strecke. Die Fans sind riesig und unglaublich herzlich.»
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