Di Giannantonio räumt ein: Ducati zweite Kraft, nicht erst seit Silverstone
Nach Rang 6 in Silverstone übte VR46-Frontmann Fabio Di Giannantonio deutliche Kritik am Ducati-Paket: Der Rückstand auf Aprilia sei kein Ausreißer, sondern das Muster der gesamten MotoGP-Saison 2026.
Mit Platz 5 im Sprint und Rang 6 im Grand Prix fuhr Fabio Di Giannantonio in Silverstone solide Resultate ein – zufrieden klang der VR46-Ducati-Pilot danach trotzdem nicht. «Ich habe das Maximum von dem gemacht, was ich für möglich hielt», sagte er nach dem Rennen. Seine für das 20-Runden lange Rennen angedachte Taktik ging nur zur Hälfte auf: «Ich habe versucht, den Hinterreifen so weit wie möglich für das Finale zu schonen. Beim Hinterreifen habe ich einen guten Job gemacht, aber dabei habe ich den Vorderreifen überstrapaziert.»
«Diggia» beklagt: Entweder der Vorder- oder Hinterreifen leidet immer
Der Italiener beschreibt das Reifen-Dilemma, das ihn nach eigener Aussage das ganze Jahr begleitet. «Das passiert seit Saisonbeginn in jedem Rennen. Ich sage seit langem, dass wir unser Paket verbessern müssen. Es ist ein gutes Paket, aber im Moment haben wir eine zu kurze Decke», erklärte der Italiener und löste das Bild auf: «Wenn wir zu stark mit dem Vorderreifen pushen, ist die Front am Ende und unser Rennen vorbei. Damit die Front das tut, was sie tun soll, benutzen wir den Hinterreifen zu stark. Das ist schwierig zu managen.»
Am Sonntag rutschte die Frontpartie nach eigener Zählung zehn- bis zwölfmal, tags zuvor im Sprint war es umgekehrt: «Da war die Front richtig gut, aber ich habe den Hinterreifen komplett zerstört.»
Aprilia belegte in Silverstone alle drei Podestplätze – kein Ducati-Pilot landete in den Top-3. Das geschah dieses Jahr nicht zum ersten Mal: «Im Moment sind wir nur zweite Kraft. Die Nummer Eins ist Aprilia», offenbarte «Diggia» das neue Kräfteverhältnis in der MotoGP nach Jahren der Ducati-Dominanz. «Wir wussten, dass Aprilia hier stark ist, aber wir haben eine große Lücke gesehen.»
Klare Worte zur neuen Kräfteordnung der MotoGP
Die Konstanz des Rivalen sei nicht zu übersehen: Aprilia arbeite bereits seit rund einem Jahr auf diesem Niveau, und alle vier Fahrer sind inzwischen konstant vorne dabei. «Wir tauchen dazwischen mal auf, aber im Moment sind wir einen Schritt zurück. Das ist die Wahrheit.»
Ob das streckenbedingt sei, wollte er nicht gelten lassen. Zwar seien die Unterschiede zwischen Aprilia und Ducati in Silverstone besonders krass gewesen, doch auf anderen Strecken könnte man wieder auf Augenhöhe mit den Rivalen sein. Als Fazit steht für den VR46-Ducati-Piloten fest, dass Aprilia einen Vorsprung gegenüber Ducati habe.
In der WM-Tabelle bleibt der Italiener als Fünfter mit 199 Punkten die Nummer 2 der Ducati-Fraktion – nur einen Zähler hinter Marc Marquez, dem bestplatzierten Ducati-Piloten. Auf WM-Leader Jorge Martin fehlen dem Römer 41 Punkte. Hinter Di Giannantonio wird die Luft zu Raul Fernandez mit 15 Punkten dünn.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach





