Pedro Acosta (KTM) musste aufgeben: Problem am Handgelenk, Dienstag OP
Nach mehreren Defekten in den letzten Wochen musste Pedro Acosta vom KTM-Werksteam in Assen auf aussichtsreicher Position vorzeitig aufgeben. Diesmal lag es nicht an der Technik der KTM RC16.
Wochen voller Rückschläge liegen hinter Pedro Acosta. Seit Barcelona plagen ihn zunehmend technische Defekte an seiner KTM, die ihn wichtige WM-Punkte kosteten. In Assen lief es für den Spanier im Rennen zunächst gut: Er kämpfte sich in den Bereich der Top-5 vor – ehe er plötzlich langsamer wurde, seine Hand schüttelte und an die Box fuhr. War es schon wieder ein technisches Problem?
Starke Pace, dann das jähe Ende
In der Anfangsphase fuhr der Spanier noch eine starke Pace und lieferte sich intensive Kämpfe mit Marc Marquez, seinem künftigen Werksteam-Kollegen bei Ducati. Mehrfach tauschten sie die Plätze. Mitten in dieser Auseinandersetzung musste Acosta plötzlich an die Box fahren. Zunächst herrschte Unklarheit über die Ursache.
Schon bei den TV-Bildern kam die Vermutung auf, dass es diesmal nicht die KTM war, deren Technik streikte, sondern der Körper von Pedro Acosta. Zunächst wurde Armpump vermutet, tatsächlich handelt es sich beim Spanier laut seinen Aussagen um das Karpaltunnelsysndrom: Im Handgelenk wird dabei ein Nerv eingeengt, was zu Gefühlsverlust in den Fingern führt. «Es ist etwas im Handgelenk, das mir die Gefühle nimmt», erklärte Acosta. Am Dienstag soll er deswegen operiert werden.
Acosta vermied mehrmals Zusammenstöße mit Marquez
Das Problem ist Acosta nicht unbekannt: Vor einem Jahr in Motegi sei er deshalb in Kurve eins von der Linie abgekommen, weil er das Gefühl im Finger verlor und den Bremsheben nicht mehr kontrollieren konnte. Diesmal sei es aber «der schlimmste Fall», gewesen, den er je erlebt habe. Im direkten Duell mit Marc Marquez habe er bewusst Risiken vermieden: «Manchmal habe ich die Bremse gelöst, um ihn nicht zu treffen, weil ich nicht wusste, ob ich den Hebel überhaupt noch richtig in der Hand hatte.» Bei seinem letzten Überholversuch sei er lieber weit gefahren, «sonst hätte ich ihn voll getroffen.»
Sein Fazit zum Wochenende fiel entsprechend ernüchtert aus: «Zwischen den technischen Problemen am Samstag und dieser Sache mit der Hand ist es besser, das alles zu vergessen.» Ursprünglich war die Operation erst nach dem Sachsenring-Wochenende geplant, doch angesichts der Schwere des Befunds entschied sich das Team, schneller zu handeln.
Sportlich rutscht Acosta damit weiter ab: Er ist inzwischen auf WM-Rang 7 zurückgefallen. Wie stark der KTM-Pilot trotz allem ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle: 133 WM-Punkte stehen für Acosta nach zehn Rennen zu Buche – die übrigen drei KTM-Stammfahrer kommen zusammen auf 139 Punkte.
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