Jorge Martin nach Barcelona-Debakel: «In Mugello fangen wir bei null an»
Nach dem desaströsen Barcelona-Wochenende mit fünf Stürzen und einem Test-Crash reiste Jorge Martin (Aprilia) als WM-Zweiter nach Mugello. Er räumte mit Gerüchten über seinen Gesundheitszustand auf.
Für Jorge Martin war das sechste MotoGP-Wochenende in Barcelona eines zum Vergessen: Im Sprint und im Grand Prix ging er leer aus, ein Kontakt mit Raul Fernandez (Aprilia) beendete sein Rennen am Sonntag vorzeitig. Beim anschließenden Montags-Test setzte er dann noch einen drauf, als er einen seiner Meinung nach unnötigen Sturz hinlegte. «Wir haben ein paar kleine Teile getestet, doch ich bin bei über 200 km/h über das Vorderrad gestürzt.» Trotz des heftigen Einschlags blieb er ohne Knochenbrüche: «Gott sei Dank bin ich unversehrt. Ich habe nur eine kleine Bandverletzung am Fuß, aber ich hoffe, dass sie mich nicht zu sehr stört.» Insgesamt sechs Stürze legte der Spanier in vier Tagen hin.
Gerüchteküche: Hatte Martin am Barcelona-Wochenende eine Gehirnerschütterung?
Schon am Freitag hatte Martin einen heftigen Sturz gehabt, bei dem er in die Airfence einschlug und danach etwas benommen wirkte, woraus rasch Spekulationen über eine Gehirnerschütterung entstanden und der Grund für das Sturz-Debakel gewesen war. Dies wies der Spanier entschieden zurück. «Das stimmte nicht. Es war ein großer Sturz, und wenn du so schnell unterwegs bist und dann so hart einschlägst, bist du zwangsläufig benommen», räumte er ein. «Aber danach habe ich noch einen Übungsstart absolviert. Ich weiß nicht, warum diese Gerüchte aufkamen, sie waren falsch.» Der 28-Jährige stellte zudem klar: «Hätte ich eine Gehirnerschütterung, wäre ich der Erste, der sich untersuchen lässt.»
In Mugello will Martin einen Schlussstrich ziehen und das Barcelona-Wochenende zurücklassen. «Le Mans war Le Mans, Barcelona war Barcelona. In Mugello fangen wir bei null an.» Für ihn ist es das erste Mal auf der italienischen Traditionsstrecke auf der Aprilia: «Ich weiß, dass das Basis-Setup gut ist. Wir starten und schauen, welchen Weg wir einschlagen. Ich fühle mich zuversichtlich, es ist eine schöne Strecke für mich.» Ziel sei es, wie schon 2022 und 2023, auf dem Podium zu stehen.
Safety Commission: Martin wünscht sich Mehrheitsentscheide wie in der Formel 1
Gelassen reagierte Martin auf Gerüchte, wonach künftig nur noch ein Motorrad pro Fahrer erlaubt sein könnte. «Ehrlich gesagt hätte ich lieber zwei Bikes. Aber wir können nicht kontrollieren, was entschieden wird. Wenn wir nur eines haben, machen wir das Beste daraus.»
Beim Thema Fahrer-Einigkeit in Sicherheitsfragen zeigte sich der Spanier nachdenklich. «Die Fahrer sollten mit einer Stimme sprechen, aber das ist schwierig. Wenn wir es versuchen, haben nicht zwei, sondern 15 Leute eine andere Meinung.» Martin sei aber überzeugt, dass die Mehrheit der Fahrer in den wichtigen Fragen gleich denkt, weshalb ein Modell wie in der Formel 1 mit Mehrheitsentscheiden ein richtiger Weg sei. Eine Führungsrolle wollte er hingegen nicht übernehmen, als er auf den Vorsitz angesprochen wurde: «Präsident? Das will ich nicht. Ich bin mit dem Fahren zufrieden.»
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