KTM-Tech3-Pilot Bastianini vor zweitem Heim-GP: Mehr Grip, weniger Topspeed
Enea Bastianini ließ sich in Mugello schon auf dem MotoGP-Podium feiern, doch vor einem Jahr gab es eine herbe Niederlage. Im zweiten Anlauf mit der KTM RC16 könnte es ganz weit nach vorne gehen.
Null Punkte im Sprint und ein Crash in der ersten Runde beim zweiten Heimrennen – das sportliche Debüt von Enea Bastianini auf der MotoGP-KTM lief miserabel, erst recht wenn man die Bilder von 2024 im Kopf hat, als Bastianini in einem heldenhaften Manöver Jorge Martin in der letzten Kurve von Platz 2 verdrängte und damit einen Ducati-Lenovo-Doppelsieg sichergestellt hatte.
Kurios: Während Teamkollege Vinales vor knapp einem Jahr in Mugello mit Spitzenzeiten aufzeigte, haderte der Mugello-Liebhaber und schafft es nicht einmal ins Q2. Gleiches gilt für die Perspektive des Italieners im Team von Günther Steiner. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Bastianini nach eineinhalb Jahren ohne Sieg den Rückzug beschlossen hat. Gespräche mit der US-Mannschaft von Trackhouse Racing laufen im fortgeschrittenen Stadium. Und doch könnte es theoretisch noch anders kommen – denn KTM hat eine Option auf ein drittes Jahr mit «La Bestia».
Doch bevor man sich in der KTM-Rennabteilung als auch bei Tech3 endgültig mit der Frage beschäftigt, muss Bastianini liefern. Und die Chancen auf ein erfolgreiches Mugello-Wochenende stehen gut. Bastianini zur Ausgangslage: «Mugello ist eine meiner absoluten Lieblingsstrecken und die Situation ist mit 2025 nicht mehr zu vergleichen.»
Der WM-Zwölfte lieferte am Tag vor der ersten Session auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari noch eine interessante Erklärung zum Thema Höchstgeschwindigkeit – ein Aspekt, der in Mugello mit der einzigartigen Zielgeraden stets auf der Tagesordnung steht. «KTM hat hier schon eine Weile drauf reagiert. Wir haben gesehen, es gab Strecken, auf denen wir eher langsam waren – aber es gab auch Orte, da waren wir ganz weit vorne.»
Korrekt ist: Beim Zeittraining in Barcelona hatte Enea Bastianini das Feld mit 358,9 km/h in der Spitze angeführt. Der Pilot: «Der Topspeed hängt auch deutlich vom Grip ab. Wenn weniger Haftung da ist, wie zuletzt in Barcelona, ist es eher besser für KTM. Wir profitieren, auch wenn wir nicht die allerbeste Beschleunigung haben, von der Aerodynamik. Aber – in Mugello ist der Grip höher und das spricht etwas gegen uns. Dennoch glaube ich, dass wir ein gutes Paket haben.» Die Sicht teilte im Mediengespräch auch Markenkollege Pedro Acosta.
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