Losail: Marquez gewann MotoGP-Sprint-Krimi, Bezzecchi out, Martin Dritter!
Der drittletzte Sprint der MotoGP-WM 2026 musste nach einem Horrorcrash von Bagnaia neu gestartet werden. Nach einer Kollision mit Marquez war Bezzecchi out. Der Held des Sprints hieß Jorge Martin.
Neben der Frage nach dem besten Sprinter in der Wüste ging es am Samstag auf dem Losail-Circuit von Doha im Speziellen um den WM-Titel. Marc Marquez konnte auf der Werks-Ducati hier bereits die Voraussetzungen schaffen, um sich beim Großen Preis von Katar am Sonntag zum Champion 2026 zu krönen.
In den Sessions vor dem Sprint hatte sich Marc Marquez in sehr guter Form präsentiert und Startplatz 2 eingefahren. Doch Aprilia war bereit, dagegenzuhalten. Mit Marco Bezzecchi auf Startplatz 1, Fernandez auf 4 und Ogura auf 6 gab es an der Leistungsfähigkeit der RS-GP nichts zu rütteln. Dazu kam, dass Jorge Martin das MotoGP-Wunder vollbracht hatte und sich 13 Tage nach seinem Crash in Australien mit gebrochenem Handgelenk ins zweite Qualifying zu bringen. Dort haderte Martin allerdings. Der «Martinator» machte sich in Startreihe 4 auf Position 11 bereit.
Bemerkenswert: Während Marc Marquez auf den weichen Hinterreifen setzte, entschied sich die Mehrzahl der Piloten, darunter alle Aprilia-Piloten, für den Medium-Typ. Spannend auch die Stärke weiterer Ducati-Piloten in Katar. Fabio Di Giannantonio hatte es auf Startplatz 3 geschafft und Pecco Bagnaia feierte als Fünfter ein Comeback an der Spitze.
Brisant auch Startreihe 3 mit Trackhouse-Pilot Ogura, Honda-Ass Johann Zarco und KTM-Pilot Pedro Acosta. Trotz klarer Favoritenrolle – für ein Matchball am Sonntag musste Ducati-Lenovo-Pilot mehr als fünf Punkte plus auf Jorge Martin herausfahren. Oder andersherum – gelingt es Jorge Martin, in die Top 6 zu fahren, ist der nächste Meilenstein einer möglichen WM-Titel-Rettungsaktion geschafft. Doch elf Runden am Stück, so die Sprint-Distanz, hatte Martin seit seinem Crash noch nicht an einem Stück absolviert.
Um 17 Uhr Ortszeit bei noch 30 Grad Lufttemperatur ging es in die Aufwärmrunde. Die Mission für den zweiten Aprilia-Racing-Vertreter Marco Bezzecchi war klar – Marc Marquez schlagen.
Den langen Weg zur ersten Rechtskurve schaffte am effektivsten Marco Bezzecchi. Der WM-Dritte bog vor Marquez, Bagnaia, Di Giannantonio ein. Martin konnte keine Plätze gutmachen, Platz 11. Pedro Acosta hatte sich derweil auf Platz 5 verbessert. Runde 1 endete mit einem Drama für Pecco Bagnaia. Der Doppelweltmeister wurde von Fermin Aldeguer beim Einlenken der letzten Kurve abgeschossen, Bagnaia flog heftig ab und musste an der Strecke behandelt werden. Kurze Zeit später kam die rote Flagge zum Einsatz. Bagnaia und seine geschrottete Ducati mussten zunächst sicher geborgen werden.
Nach einer Unterbrechung von knapp 10 Minuten wurde die Boxengasse wieder geöffnet. Nur noch 17 MotoGP-Piloten nahmen Aufstellung – in der Order vor dem Abbruch mit Bezzechi vor Marquez und Di Giannantonio in Reihe 1, dahinter Fernandez, Ogura und Zarco. Martin hatte einen Platz gewonnen, stand aber immer noch in Reihe 4. 10 Runden standen auf der Anzeige und alle Racer wurden noch einmal mit frischem Reifenmaterial bestückt.
Start Nummer 2 war wieder eine Angelegenheit für Marc Marquez. Jetzt bog der WM-Leader vor Bezzecchi und Di Giannantonio ab. Dahinter – Honda-Pilot Zarco
Martin, der vor dem Neustart auf den weichen Hinterreifen gewechselt hatte, kam an siebter Position durch die erste Passage und attackierte schnell Acosta für Platz 6.
Bezzecchi hatte sich vom schwachen Start erholt und schloss in Runde 2 zu Marquez auf. Martin schnappte sich derweil Raul Fernandez – Platz 5 für den Herausforderer. An der Spitze attackierte Bezzecchi, ging vorbei, wurde aber wieder von Marquez gekontert. Dahinter gab Martin alles, zog an Zarco vorbei. Auch die schnellste Zeit ging an den „Martinator“. Auf Platz 4 liegend schloss Martin jetzt zu Fabio Di Giannantonio auf.
Eingangs Runde 4, dann das Drama für Marco Bezzecchi. Der Italiener bereitete vor Kurve 1 eine Attacke vor. Marquez bremste später, zu spät, ging weit. Bezzecchi schlüpfe durch, doch Marquez zog wieder nach innen und touchierte Bezzecchi. Während der Ducati-Pilot mit Riesenglück sitzen blieb, rutschte der Aprilia-Pilot ins Aus.
Wir auf Droge fuhr Jorge Martin. Kurz nach dem Sturz seines Teamkollegen zog Martin erst an Di Giannantonio und dann an Marquez vorbei. Wieder konterte Marquez und fuhr in Runde 5 schneller als die Verfolger. Doch Jorge Martin fuhr weiter auf Platz 2 vor „Diggia“, Fernandez, Zarco und den KTM-Piloten Acosta und Bastianini.
Drei Runden vor der Flagge wurde Aprilia weiter bestraft. Marc Marquez drehte die schnellste Rennrunde, zugleich kommunizierte die Rennleitung, dass der Vorfall zwischen Bezzecchi und Marquez als „normaler Rennunfall“ eingestuft wurde.
An der Spitze setzte Marquez um gut eine Sekunde ab, dahinter unternahm Martin alles, um Platz 2 zu verteidigen. In der vorletzten Runde waren die Kräfte des Aprila-Piloten aufgezehrt. Nach hartem Kampf musste Martin P2 an Di Giannantonio abtreten. Über 1,5 Sekunden dahinter fuhr Fernandez auf Platz 4.
Marc Marquez blieb fehlerfrei und gewann in Losail seinen 25. Sprint vor Fabio Di Giannantonio und dem heldenhaften Jorge Martin. Das Resultat bedeutet: Marco Bezzecchi ist aus dem WM-Kampf und Marc Marquez kann am Sonntag in der Wüste von Katar seinen zehnten WM-Titel klarmachen.
Hinter Fernandez wurde Zarco starker Fünfter, noch vor Acosta, Ogura und Bastianini. Der letzte WM-Punkt an Ersatzmann Iker Lecuona (Gresini).
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