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Noch mehr Kummer: Honda bald ohne Kundenteam?

Die HRC-Manager stehen vor einem weiteren Dilemma, weil nach der völlig vermurksten Saison 2023 mit Marc Márquez und Alex Rins die zwei besten Fahrer fahnenflüchtig werden. Und der Vertrag mit LCR läuft Ende 2024 aus!

MotoGP

Im Artikel erwähnt





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Marc Márquez (Platz 3 im Regen in Japan) und Alex Rins (Sieg auf der LCR-Honda in Texas) sind die einzigen beiden Honda-RC213V-Werksfahrer, die in der laufenden Saison schon ein MotoGP-Podest aus der Nähe gesehen haben. Sie sehnten sich aber für 2024 nach besserem Material oder zumindest ein nach einem besseren Umfeld, deshalb heuerte Marc bei Gresini Ducati an, Rins entschied sich für einen Wechsel zum Yamaha-Werksteams als Teamkollege von Fabio Quartararo.

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Schon seit dem Sepang-Test im Februar war bei HRC und Repsol-Honda eine unterirdische Stimmung zu beobachten, denn Marc Márquez machte längst kein. Geheimnis mehr daraus, dass er nach drei verlorenen Jahren ein Sieger-Motorrad in der Box sehen wollte. Das wurde aber bis heute nicht geliefert. Und Rins bekam nach seinem Erfolg in Austin im April ohnedies keine neuen Teile mehr. Sie blieben Repsol vorbehalten. Rins bekam auch drei Wochen nach Le Mans, wo Marc Márquez das Kalex-Chassis in den höchsten Tönen lobte, keines der fünf gelieferten deutschen Chassis zum Probieren.

Das LCR-Honda-Team baute dann das alte Chassis um – und Rins blamierte Marc Márquez am Freitag beim Mugello-GP, indem er mit Platz 3 die beste Honda-Performance offenbarte.

LCR-Honda: Der Unmut wächst

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Obwohl sich LCR-Honda-Teambesitzer Lucio Cecchinello sichtlich bemüht, seine Unzufriedenheit nicht öffentlich zu machen, so ist doch durchgesickert, dass er mit den HRC-Managern so manches Hühnchen rupfte, weil sie es nicht schafften, Rins bei LCR für 2024 bei der Stange zu halten.

Dann wurde dem LCR-Team immerhin Johann Zarco für zwei Jahre zugesagt. Doch als Marc Márquez den Abschied ankündigte und bei Repsol kein annähernd ebenbürtiger Ersatz gefunden wurde, sollte der Franzose plötzlich zu Repsol transferiert werden.

Doch den Notnagel Iker Lecuona, den notorischen MotoGP-Versager (2023 bei fünf Einsätzen punktlos), wollte Cecchinello seinen zahlungskräftigen Sponsoren auf keinen Fall zumuten.

Cecchinello protestierte also heftig und pochte auf die entsprechenden Vereinbarungen mit Zarco und HRC.

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HRC klopfte daeshalb bei allen erdenklichen Kandidaten von Acosta über Oliveira und Aleix Espargaró bis zu Viñales an, aber alle hatten längst wasserdichte Verträge für 2024.

Deshalb wird jetzt aller Voraussicht nach der bei Gresini arbeitslos gewordene Fabio "Diggia" Di Giannantonio den Platz bei Repsol erhalten, wo Joan Mir momentan in der WM an 22. Stelle liegt. Er hat bei 16 Grand Prix bisher satte 20 Punkte eingeheimst. Auf der Suzuki war er 2020 noch Weltmeister! Der Mallorquiner hat am Sonntag in diesem Jahr erst dreimal gepunktet. Im Sprint noch nie.

Auch die schwere Verletzung von Rins hat natürlich mit der Beschaffenheit der RC213V zu tun, die ihre Fahrer seit Jahren ohne Vorwarnung über das Vorderrad abwirft – und trotz Traction Control gern auch per Highsider. Marc Márquez kann ein Lied davon singen.

Wie viele Fälle von schwerer Körperverletzung bei Honda seit Márquez Oberarmbruch in Jerez 2020 bei Honda passiert sind, wollen wir gar nicht aufzählen.

Es reichen ein paar Zahlen: Bei Repsol-Honda sind 2023 bereits 45 Stürze an den GP-Wochenenden gezählt worden.

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Zum Vergleich: Bei Quartararo waren es bisher eine Handvoll.

LCR: Für 2025 überall willkommen

In absehbarer Zeit kommt ein weiteres Dilemma auf HRC zu. Denn die Japaner könnten wie Yamaha ihr einziges Kundenteam verlieren, wenn Lucio Cecchinello nicht bei Laune gehalten wird.

Lucios Stimmung war schon besser. Denn er muss jetzt in Buriram wieder einmal ohne Ersatzfahrer für Alex Rins antreten – wie in Sachsen und Jerez. In Misano wurde ihm Takumu Takahashi zugemutet, der am Freitag 5 sec verlor und vier Jahre keine MotoGP-Honda gesteuert hatte. In Japan packte Rins am Freitag zusammen, Bradl konnte erst am Samstag einspringen. In Australien zog sich Rins ebenfalls zurück; Stefan Bradl war schon auf dem Rückflug....

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Lucio Cecchinello, der siebenfache 125-ccm-GP-Sieger und erfolgreiche Teamchef (seit 2006 mit Honda in der MotoGP!), hat schon vor der letzten HRC-Vertragsverlängerung liebevolle Avancen von Suzuki, Aprilia und KTM bekommen – und zuletzt im Sommer 2023 eine neue Anfrage von KTM für 2024. Doch der loyale Italiener wollte seinen HRC-Vertrag nicht brechen.

Yamaha, Aprilia und die Pierer Mobility AG haben bereits angekündigt, für 2025 neuerlich mit dem verlässlichen Partner LCR zu verhandeln. Sogar Ducati kommt in Frage, wenn sich zum Beispiel das VR46-Team von Rossi für 2025 mit Yamaha verbündet.

Für Aprilia ist LCR zum Beispiel finanziell deutlich besser abgesichert als die RNF-Truppe. Aufmerksame Beobachter haben schon beim Misano-Montag-Test im September Gespräche zwischen Aprilia-Racing-CEO Massimo Rivola und Cecchinello mitbekommen.

Honda sind in den letzten Jahren schon viele MotoGP-Kundenteams abhanden gekommen: Zum Beispiel Gresini Racing, Marc VDS, AB Motorsport und Aspar Martinez.

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Und damals waren die Bikes wenigstens noch konkurrenzfähig.

Ergebnis MotoGP-Rennen, Phillip Island (21.10.):

1. Zarco, Ducati, 27 Rdn in 40:39,446 min

2. Bagnaia, Ducati, + 0,201 sec

3. Di Giannantonio, Ducati, + 0,477

4. Binder, KTM, + 0,816

5. Martin, Ducati, + 1,008

6. Bezzecchi, Ducati, + 8,827

7. Miller, KTM, + 9,283

8. Aleix Espargaró, Aprilia, + 9,387

9. Alex Márquez, Ducati, + 9,696

10. Bastianini, Ducati, + 12,523

11. Viñales, Aprilia, + 13,992

12. Marini, Ducati, + 17,078

13. Oliveira, Aprilia, + 19,443

14. Quartararo, Yamaha, + 20,949

15. Marc Márquez, Honda, + 21,118

16. Raúl Fernández, Aprilia, + 32,538

17. Morbidelli, Yamaha, + 37,663

18. Pol Espargaró, KTM, + 37,668

19. Nakagami, Honda, + 37,758

Sturz: Augusto Fernández, KTM

Sturz: Joan Mir, Honda

Nicht gestartet: Alex Rins, Honda

MotoGP-WM-Stand nach 31 von 39 Rennen:

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1. Bagnaia, 366 Punkte. 2. Martin 339. 3. Bezzecchi 293. 4. Binder 224. 5. Zarco 187. 6. Aleix Espargaró 185. 7. Viñales 170. 8. Marini 148. 9. Miller 144. 10. Quartararo 134. 11. Alex Márquez 115. 12. Di Giannantonio 86. 13. Morbidelli 79. 14. Oliveira 76. 15. Augusto Fernández 67. 16. Marc Márquez 65. 17. Rins 54. 18. Nakagami 50. 19. Bastianini 42. 20. Raúl Fernández 39. 21. Pedrosa 32. 22. Mir 20. 23. Pol Espargaró 12. 24. Savadori 9. 25. Folger 9. 26. Bradl 8. 27. Pirro 5. 28. Petrucci 5. 29. Crutchlow 3.

Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 552 Punkte (Weltmeister). 2. KTM 296. 3. Aprilia 274. 4. Yamaha 154. 6. Honda 150.

Team-WM:

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1. Prima Pramac Racing, 526 Punkte. 2. Mooney VR46 Racing 441. 3. Ducati Lenovo Team 418. 4. Red Bull KTM Factory Racing 368. 5. Aprilia Racing 355. 6. Monster Energy Yamaha 213. 7. Gresini Racing 201. 8. CryptoDATA RNF 119. 9. LCR Honda 110. 10. GASGAS Factory Racing Tech3, 88. 10. Repsol Honda 85.

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1

Marco Bezzecchi

Aprilia Racing

173

2

Jorge Martin

Aprilia Racing

156

3

Fabio Di Giannantonio

Pertamina Enduro VR46 Racing Team

134

4

Pedro Acosta

Red Bull KTM Factory Racing

103

5

Ai Ogura

Trackhouse MotoGP Team

92

6

Raúl Fernández

Trackhouse MotoGP Team

87

7

Francesco Bagnaia

Ducati Lenovo Team

82

8

Marc Márquez

Ducati Lenovo Team

71

9

Alex Márquez

BK8 Gresini Racing MotoGP

67

10

Fermin Aldeguer

BK8 Gresini Racing MotoGP

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