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Moto2-Vision: Mehr Hersteller, oder kommt auch hier der Einheitsrenner?

Während die Königsklasse der MotoGP vor der 850er-Ära steht und auch die Moto3-Klasse auf den Kopf gestellt wird, ist es in der Moto2 ruhig. Noch, denn auch hier könnte sich nach 2029 alles ändern.

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Nach zähen Verhandlungen war es im Juni endlich soweit: Im Rahmen des GP von Tschechien in Brünn wurde das neue MotoGP-Vertragswerk präsentiert, welches das Geschehen der Königsklasse für die Jahre von 2027 bis einschließlich 2031 regelt – solange werden die aktuell involvierten fünf Werke Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha mit Werks- und Kundenstrukturen maximal 22 Piloten über elf Teams auf neuen 850er-Prototypen in die WM schicken.

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Beschlossen sind darüber hinaus durchaus revolutionäre Veränderungen im Untergeschoss der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft. Nur ein Jahr nach der Topliga kommt die Moto3 an die Reihe. Bekanntermaßen erhielt Yamaha den Zuschlag, 2028 als exklusiver Ausrüster zu agieren. Der freie Wettbewerb unter den Werken endet erstmals in der Geschichte einer GP-Klasse mit dem letzten Rennen 2027.

Vorbild Moto3: Serientechnik trifft Werksrennsport

Hintergrund: Yamaha gelang es, die Ziele der MotoGP-Strategen zur Neuausrichtung der Moto3 am besten zu interpretieren und den bestmöglichen Kompromiss aus angepasstem Technik-Konzept und günstigeren Kosten in Aussicht anzubieten. Zur Realisierung eines auch in Sachen Ergonomie zeitgemäßen Renners will man sich gleichermaßen die Erfahrung aus Serien- und Rennsportentwicklung zunutze machen. Yamaha Racing in Italien befasst sich mit einem gänzlich neuen Chassis. Vom Serienfließband wird ein Zweizylinder mit knapp 700 ccm Hubraum abgezweigt, um von den Renntechnikern dann auf bis zu 95 PS optimiert zu werden. Über 50 Prozent der Kosten sollen dabei im Vergleich zu einem aktuellen Moto3-Fahrzeug eingespart werden.

Ähnlich und doch verschieden ist das Konzept der mittleren WM-Klasse. Auch hier kommt ein Antrieb auf Serienbasis zum Einsatz. Triumph ist fest etabliert und bis mindestens Ende 2029 gesetzt als Exklusiv-Partner der Moto2, wenn es um den Antrieb geht. Erst jüngst präsentierten die Engländer die nächste Ausbaustufe des Dreizylinder-Triebwerks, welches ab der Saison 2027 mit mehr Hubraum, mehr Power, aber geringerem Gewicht aufwartet.

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Montiert werden die Motoren auch weiterhin in ein Prototypen-Chassis, das allerdings aus dem freien Markt kommt. Aufgeteilt ist das schmale Geschäftsfeld mit 28 Motorrädern auf die drei Spezialisten Kalex, Boscoscuro und Forward, wobei das deutsche Projekt sportlich und zahlenmäßig seit Jahren den Ton angibt.

Mit allen aktiven Technik-Parteien ist die Marschroute der nächsten Jahre klar definiert. Die Rezeptur bleibt während der Umbruchphasen der MotoGP und Moto3 unverändert, Korrekturen wie etwa das Motoren-Update für 2027 werden nur im Detail vorgenommen. Was darüber hinaus passiert, ist offen. Sicher ist aber auch, einen direkten Unterbau der Königsklasse wird es für weitere Jahre, mindestens bis 2031, brauchen.

Eine Möglichkeit: 2030 kommt der Moto2-Einheitsrenner

Nach dem Vorbild der Moto3 drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob auch die Moto2 im nächsten Schritt auf ein einheitliches Paket umgestellt werden soll. SPEEDWEEK.com nutzte die Chance, Motorenlieferant Triumph mit der Frage nach der Zukunft der Klasse zu konfrontieren.

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Steve Sargent, Produktleiter der englischen Traditionsmarke, blickte bei der Antwort zunächst zurück: «Für uns war zum Start des gegenwärtigen Projekts immer klar, dass wir weder ein eigenes Chassis entwickeln noch ein eigenes Triumph-Team in der Moto2 auf die Beine stellen. Das ergab sich auch aus den Vorstellungen der Dorna – und an dieser Auffassung wird sich auch definitiv bis 2029 nichts ändern. Was danach ist, das steht auf einem anderen Papier.»

Der Brite verriet darüber hinaus: «Das Interesse an der Moto2 ist in jedem Fall vorhanden. Was ich sagen kann: Bei den Vorbereitungen unseres neuen Antriebs für 2027 interessierten sich auch mehr Hersteller als die heute aktiven Unternehmen für einen Einstieg als Chassisbauer, doch zumindest für 2027 wird es keine weiteren Wettbewerber geben. Ich denke aber auch, der noch mehr Wettbewerb würde die Klasse auch noch interessanter machen.»

Mehr oder kein Wettbewerb: Noch ist alles möglich

Und wie schaut es mit Triumph selbst aus – käme ein Einstieg als Anbieter einer kompletten Moto2-Maschine ebenfalls in Frage? Sargents Aussage lässt viel Spielraum: «Wie gesagt, es ist derzeit kein Thema. Wir haben das noch nicht besprochen – aber ich kann auch sagen, dass wir in der Lage wären, sowohl einen Motor als auch ein Chassis für die Moto2 zu entwickeln. Vorstellbar ist es.»

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2030 – bis es zu einem neuen Format auch in der Moto2 kommt, werden noch viele Triumph-Dreizylinder moniert, Kalex-, Boscoscuro- oder Forward-Chassis modifiziert und noch mehr Pirelli-Reifen aufgezogen. Die Diskussionen über den wichtigen Unterbau der Königsklasse der Zukunft werden aber schon sehr viel früher in Gang kommen.

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